Von der Sehnsucht nach der Rückkehr zur offenen Grenze zeugt eine spontane Kunstaktion, die am zurückliegenden Wochenende stattgefunden hat. Am Samstagmorgen spannten einige Personen mehrere Hundert Meter rot-weiß-gestreiftes Absperrband um den Bauzaun auf Klein-Venedig.

Bild: Torben Pfeffer

Initiator der Idee: „Errichtung des Zauns war emotionaler Tiefpunkt“

Nach rund vier Stunden war dort ein Herz und der Schriftzug „Kreuztanz„ zu erkennen, eine Wortschöpfung aus den Namen der nunmehr getrennten Städte Konstanz und Kreuzlingen.

Binnig erklärt: „Für mich war die Errichtung des Zauns an der Kunstgrenze der emotionale Tiefpunkt dieser Krise.“ Mit der Aktion, die er gemeinsam mit einigen Freunden umsetzte, wollte er ein Zeichen für Gemeinschaft setzen. „Es wäre super, wenn uns auf Schweizer Seite jemand antwortet“, sagt er.

Der Künstler Bert Binnig während seiner Aktion am Samstag, 18. April 2020, auf Klein Venedig.
Der Künstler Bert Binnig während seiner Aktion am Samstag, 18. April 2020, auf Klein Venedig. | Bild: Torben Pfeffer

Politischer Druck in den vergangenen Tagen gestiegen

Zuletzt hatten lokale Politiker der beiden Städte, allen voran Kreuzlingens Stadtpräsident Thomas Niederberger und der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt, ihren Wunsch nach baldiger Öffnung der Grenze zum Ausdruck gebracht. Die Schweizer Regierung hatte vor dem Wochenende die Regelungen beim Grenzübertritt auch für nicht-verheiratete Eltern etwas gelockert.

Auf Seiten der deutschen Politik wächst der Druck auf Bundesinnenminister Hort Seehofer (CSU). Sein Landeskollege Thomas Strobl (CDU) und der Konstanzer Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU) warben schriftlich um Ausnahmegenehmigungen für Paare und Familien.

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Auch die Landtagsabgeordnete Nese Erikli bat Seehofer in einem gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner und Matthias Gastel (alle Grüne) formulierten Offenen Brief darum, umgehend Gespräche mit der Schweizer Regierung aufzunehmen.