Drei Ersthelfer haben einer jungen Frau in Konstanz am Mittwoch das Leben gerettet. Wie die Wasserschutzpolizei berichtet, entdeckten die drei gegen 10.30 Uhr am Seerhein eine leblos im Wasser treibende Person.

Sofort haben sie die 22-Jährige an Land gezogen und mit der Reanimation begonnen, so die Polizei. Danach habe das DRK übernommen und die Frau in eine Klinik gebracht. „Ihr Zustand ist wohl noch immer kritisch“, so Carolin Mengele vom Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen, bei dem die Wasserschutzpolizei angesiedelt ist.

Was war passiert?

Laut ersten Ermittlungen war die junge Frau gemeinsam mit einem Begleiter zum Schwimmen im Seerhein aufgebrochen. Nach einer Weile wollte er ans Ufer und kehrte um. Sie beschloss alleine weiter zu schwimmen. „Dann verlor sie offenbar in 25 Metern Entfernung vom Ufer das Bewusstsein“, so Carolin Mengele.

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Es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass sie zuvor in Seenot geraten war. Auch ein Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum ist wohl auszuschließen. Der Begleiter der Verunglückten sei wieder hinzugekommen, als die Ersthelfer die Frau reanimierten.

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Konstanz zur Ursache des Badeunfalls dauern an.

Bild: DLRG Bodensee

Badeunglück am Seerhein – eine Schlagzeile, die sich jedes Jahr wiederholt, meist mehr als nur einmal. Selbstüberschätzung und Leichtsinn sind laut DLRG die häufigsten Unglücksursachen. Doch was, wenn man, wie offenbar die 22-Jährige, mitten auf dem Wasser unverschuldet in Not gerät?

Clemens Menge, Vorsitzender der DLRG Konstanz: „Man sollte nicht alleine, sondern immer mindestens zu zweit im Wasser unterwegs sein.“ Lieber ein Schwimmen abbrechen. Auch erfahrene Schwimmer können in Not geraten.

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Laut DLRG Deutschland geschehen 80 Prozent aller Ertrinkungsfälle dort, wo es keine Aufsicht gibt. Wie etwa am Seerhein. Wer also auf Nummer sicher gehen will, schwimmt lieber am Hörnle oder im Rheinstrandbad.

Im Fall von Mittwoch haben die offenbar zufällig vorbeilaufenden Passanten der jungen Frau vermutlich das Leben gerettet. Die drei Ersthelfer hätten „sehr schnell und verantwortungsbewusst reagiert“, lobt die Wasserschutzpolizei Konstanz.

Was tun, wenn man jemanden in Seenot sieht?

Zuallererst den Hilferuf absetzen, dann nach Möglichkeit selbst helfen, rät die DLRG. In den letzten Wochen wurden insgesamt 15 Notrufsäulen entlang des Ufers aufgestellt, so Menge. Die letzten fünf vor wenigen Tagen am Schänzle, am Seeuferweg, am Hörnle Höhe Thermalweg, am Spielplatz im Hoerlepark und am Yachthafen Wallhausen. Der Notruf landet sofort bei der Leitstelle, außerdem befinden sich in den Säulen sogenannte Restubes, das sind Rettungsbojen, die sich bei Kontakt mit Wasser selbst aufblasen.

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