Die Verhandlungen mit den Schweizern um eine Sonderregelung für die Konstanzer Kleingärtner seien freundschaftlich und offen gewesen, sagt Tobias Engelsing. Sowohl der Schweizer Zoll als auch die Grenzwacht der Eidgenossenschaft und die deutsche Bundespolizei seien um eine Lösung bemüht gewesen, so Engelsing, der für die Stadt Konstanz die Gespräche führte.

Absage von ganz oben

Die Absage für die Kleingärtner kam schließlich von weiter oben: Nach mehreren Verhandlungsrunden erklärte das Schweizer Staatssekretariat nun, dass die 400 Tägermoos- und Döbeli-Gärtner nicht zur Pflege ihrer Kleingärten einreisen dürfen. Auch nicht an zunächst zwei Wochenenden. So hatten es die SPD- und CDU-Fraktionen im Gemeinderat, Oberbürgermeister Uli Burchardt und der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU) zuletzt vorgeschlagen. Auch die Schweizer Pendants zu Burchardt, der Stadtpräsident von Kreuzlingen, Thomas Niederberger, und der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann, zogen in dieser Sache an einem Strang.

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Woran ist es gescheitert?

Das Schweizer Staatssekretariat für Migration will die Gärtner nicht als Härtefall im Sinne der Covid-19-Regelung klassifizieren. Hintergrund sei die Sorge, dass die 400 Kleingärtner in Kontakt zur Schweizer Bevölkerung treten könnten. Das zumindest schreibt das Staatssekretariat in einem Brief an unter anderem Uli Burchardt. Es sei zu befürchten, heißt es darin, dass eine Durchmischung schon bei der Einreise geschehe.

Etwas, das die Konstanzer Politiker ganz und gar nicht nachvollziehen können. So sagt Uli Burchardt: „Wir sind der Meinung, dass wir auf unsere Kleingärtner vertrauen können und sie sich ausschließlich auf ihren Kleingärten aufgehalten und hätten.“ Andreas Jung sagt: „Wer sich im Garten umtut, verbreitet Saatgut und keine Viren.“

Noch nie so weit entfernt von Sonderlösung

Von einer lokalen Sonderlösung war man noch nie so weit entfernt wie jetzt. Jung: „Jetzt, wo es einmal abgelehnt ist, wird das sehr schwierig.“ Er plädiert wie auch Burchardt oder Landrat Zeno Danner für eine rasche Öffnung der Grenzen zur Schweiz. Die Bundesregierung solle dies gemeinsam mit der Schweiz vorbereiten. Das Infektionsgeschehen habe sich angeglichen. Und Burchardt fordert: „Mein Appell an beide Bundesregierungen: Macht die Schlagbäume endlich wieder auf!“

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