An der Gemeinschaftsschule Gebhard wird jetzt das sogenannte Homeschooling geübt. „Vergangene Woche haben wir bereits einen Übungsnachmittag mit der Klassenstufe 11 durchgeführt, und diese Woche legen wir zwei Nachmittage mit Klassen ab der Stufe 7 ein“, erklärt Rektorin Elke Großkreutz. Die Schüler gehen also nach Hause, während die Lehrer in der Schule bleiben und den Unterricht von dort aus begleiten.

„Wir machen das, um zu sehen, was unser Netz aushält“, sagt Großkreutz. Hintergrund sei zum einen die mögliche Rückkehr in den Heimunterricht aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen, erklärt die Rektorin: „Ich hoffe natürlich in keinster Weise, dass es soweit kommt. Aber wir sind lieber gut darauf vorbereitet.“

„Die wichtigste Rückmeldung erhalten wir von den Schülern, die sagen, was gut gelaufen ist und was weniger“, sagt Elke Großkreutz, Rektorin der Gemeinschaftsschule Gebhard.
„Die wichtigste Rückmeldung erhalten wir von den Schülern, die sagen, was gut gelaufen ist und was weniger“, sagt Elke Großkreutz, Rektorin der Gemeinschaftsschule Gebhard. | Bild: Gemeinschaftsschule Gebhard

Zum anderen müsse man bereits jetzt jederzeit damit rechnen, dass eine oder mehrere Klassen in Quarantäne geschickt werden beziehungsweise Lehrerkollegen wegen Schwangerschaft oder Selbstisolation von zuhause aus unterrichten, ergänzt Großkreutz.

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Die Maskenpflicht spielt auch eine Rolle

Die Nachmittage böten sich für diese Probedurchläufe eher an, erklärt die Rektorin: „Wir sind immer darauf bedacht, zuverlässige Kooperationspartner für die Eltern zu sein. Und morgens möchten sich alle Eltern darauf verlassen können, dass ihre Kinder in der Schule sind.“ Die Übungseinheiten seien dementsprechend auch mit dem Elternbeirat besprochen worden.

Gerhard Schlosser vom Staatlichen Schulamt Konstanz bestätigt auf SÜDKURIER-Nachfrage, dass neben der Gemeinschaftsschule Gebhard auch weitere Konstanzer Schulen entsprechende Übungen für den Homeschooling-Ernstfall geplant hätten. In der Regel handele es sich um Schulen der Sekundarstufe 1. „Da man ja nicht weiß, ob es wieder Homeschooling geben wird, ist jetzt die Chance, zu proben, ob die technische Ausstattung funktioniert“, erklärt Schulrat Schlosser.

„Die Übungsnachmittage bringen auch eine gewisse Entspannung, was die Maskentragepflicht anbelangt“, erklärt Gerhard Schlosser vom Staatlichen Schulamt Konstanz.
„Die Übungsnachmittage bringen auch eine gewisse Entspannung, was die Maskentragepflicht anbelangt“, erklärt Gerhard Schlosser vom Staatlichen Schulamt Konstanz. | Bild: Kirsten Astor

Lehrer wie Eltern seien froh, wenn es solche Probedurchläufe gebe. Wenn der Unterricht teilweise zuhause stattfinde, bringe das zudem gerade an Ganztagesschulen „eine gewisse Entspannung, was die Maskentragepflicht anbelangt“, so Schlosser weiter.

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An der Gemeinschaftsschule Gebhard ist der erste Homeschooling-Probenachmittag mit der Jahrgangsstufe 11 vergangene Woche jedenfalls erfolgreich verlaufen, wie Rektorin Elke Großkreutz betont. Es sei aber auch eine ganz andere Situation als noch im Frühjahr. „In der ersten Runde wurden wir ja alle etwas unvorbereitet in den Lockdown geschickt“, so Großkreutz.

Die Schulen hätten sich dann aber relativ schnell professionalisiert. Am Gebhard hätten sich alle Lehrerkollegen im Bezug auf digitale Lernplattformen wie Moodle intern fortgebildet, sagt die Rektorin. Auch sonst seien sie von der Infrastruktur her an ihrer Schule gut aufgestellt: „Jeder Klassenraum verfügt über eine elektronische Tafel. Während des Homeschoolings sind die Lehrer jetzt in der Schule, und der Unterricht findet nach Stundentafel statt.“

Das Hoffen auf die baldige Tablet-Lieferung

Die Schüler würden auch die Bücher mit nach Hause nehmen und erhielten die jeweiligen Aufgaben schriftlich. „Und die Lehrer sind für Fragen immer erreichbar“, betont Großkreutz. „Die wichtigste Rückmeldung erhalten wir dann von den Schülern, die sagen, was gut gelaufen ist und was weniger.“

Jetzt hoffe sie noch, dass die vom Land zugesagten digitalen Endgeräte, die Tablets, „in Bälde eintreffen, sodass wir einen Grundbestand haben, auf den wir zurückgreifen können, wenn in Familien kein oder nur ein Endgerät zur Verfügung steht“, ergänzt Großkreutz.

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