Fakt ist: Das zweithöchste Gebäude im Kanton Thurgau ist in die Jahre gekommen. Im März sind die Vorbereitungsarbeiten für die Kernsanierung des fast 58 Meter hohen Turms mit Mietwohnungen angelaufen. Die Eigentümer warten noch auf die definitive Baubewilligung. Im Herbst soll es dann richtig losgehen mit dem Umbau.

Das zweithöchste Gebäude des Kantons Thurgau wird gerade kernsaniert: das Hochhaus Freiegg in Kreuzlingen.
Das zweithöchste Gebäude des Kantons Thurgau wird gerade kernsaniert: das Hochhaus Freiegg in Kreuzlingen. | Bild: Reto Martin

Simon Rechnitzer leitet mit seiner Firma Renumbau aus Cham die Arbeiten am Großprojekt in Kreuzlingen. Sein Ziel ist es, das „Freiegg“ nicht nur zum höchsten, sondern auch zum schönsten Haus in der Stadt zu machen. Als er das Gebäude zum ersten Mal besichtigte, sei ihm aufgefallen, wie veraltet alles ist.

Brandschutz auf dem neuesten Stand

„Die Bäder, Küchen und Leitungen waren alle am Ende ihres Lebenszyklus“, sagt der Geschäftsleiter der Renumbau. Die Eigentümer hätten deswegen auch immer wieder Probleme gehabt. Ein riesiges Thema sei auch der Brandschutz gewesen, der zwingend auf den neusten Stand gebracht werden müsse.

Diese Visualisierung zeigt, wie das Kreuzlinger Hochhaus nach der Kernsanierung aussehen soll.
Diese Visualisierung zeigt, wie das Kreuzlinger Hochhaus nach der Kernsanierung aussehen soll. | Bild: privat

Ein Brand im Hochhaus – das ist ein Albtraum. Doch ein Feuerwehr-Aufzug, der auch im Brandfall noch funktioniert, Anschlüsse für Schläuche in jedem Stockwerk und eine Rauchschutzdruck-Anlage im Treppenhaus sollen in Zukunft mehr Sicherheit bieten.

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Bereits fertig ist die aufwendige Schadstoffsanierung des Hochhauses. Zwei Monate war eine Spezialfirma damit beschäftigt, den Asbest in Klebstoffen und Verputz zu beseitigen, mit Unterdruckkabine und unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen, wie Simon Rechnitzer betont. Bereits begonnen hat auch der Rückbau der Innenwände und der Unterlagsböden.

Aktuell wohnt niemand im „Freiegg“

Die Wohnungen bekommen Bodenheizungen. Um diese radikale Art der Sanierung umsetzen zu können, war klar, dass das Hochhaus geräumt werden muss. Sprich: Im Frühling sind die letzten Mieter ausgezogen.

Das wird im Hochhaus in Konstanz nicht notwendig sein. 1971 ist es als Post- und Fernmeldegebäude in Betrieb gegangen, und aufgrund der langen Nutzung durch die Telekom sprechen die Bürger auch von Telekom-Tower oder Telekom-Turm. An dem Hochhaus stehen bereits die ersten Bauzäune und vieles deutet darauf hin, dass die Umbauarbeiten bald losgehen.

Das 62 Meter hohe Telekom-Hochhaus in Petershausen ist auch vom Wasser aus zu sehen. (Archivbild von Juni 2018)
Das 62 Meter hohe Telekom-Hochhaus in Petershausen ist auch vom Wasser aus zu sehen. (Archivbild von Juni 2018) | Bild: Rau, Jörg-Peter

Projektentwickler BPD will 90 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, Gastronomie sowie Tiefgarage schaffen, weitere 280 bis 300 Wohnungen sollen dem umliegenden Gelände entstehen, wo sich Technikgebäude befinden.

Die Wiese vor dem Hochhaus soll erhalten bleiben, erklärte Geschäftsführer Rainer Beitlich in Vergangenheit gegenüber dem SÜDKURIER. Geplant war, dass im Herbst der Rückbau beginnt, 2021 dann der Bau.

Diese Visualisierung zeigt, wie das Hochhaus in Zukunft aussehen soll.
Diese Visualisierung zeigt, wie das Hochhaus in Zukunft aussehen soll. | Bild: BPD

Die Eigentümer des Hochhauses in Kreuzlingen, das vier Meter niedriger als der Konstanzer Telekom-Turm ist, hätten die Arbeiten ein Jahr vorher angekündigt und allen Mietern Hilfe bei der Wohnungssuche angeboten, sodass es damit keine größeren Probleme gegeben habe, erklärt Simon Rechnitzer von Renumbau. Um zu definieren, wie der Turm von außen aussehen soll, gab es drei Sitzungen mit der Kreuzlinger Stadtbildkommission.

Nach langen Diskussionen einigte man sich auf eine Fassade mit matt-grauen Zementfaserplatten. „Die Kommission wollte, dass der Bau nicht zu dominant erscheint, sondern eher in der Umgebung verschwindet“, begründet der Projektverantwortliche. Im alten „Freiegg“ gab es auf den 20 Stockwerken 82 Wohnungen. Neu sollen es dann 87 sein.

Zwei luxuriöse Wohnungen sind geplant

Simon Rechnitzer betont, dass die Sanierung werterhaltend und nicht wertvermehrend sei. Die neuen Wohnungen seien keine Luxuswohnungen. Auch preislich würden sie nicht massiv höher liegen als bisher. „Die Marktpreise in Kreuzlingen sind nicht besonders hoch,“ sagt der Geschäftsführer.

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Eine Ausnahme bilden die zwei Wohnungen im Attikageschoss mit einem Ausblick über den See und bis zum Säntis. Wie viel sich die Eigentümer die Sanierung kosten lassen, werde nicht kommuniziert. Laufe alles nach Plan, sei das Gebäude Ende 2021 oder spätestens im Frühling 2022 wieder bezugsbereit, erklärte Rechnitzer.

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