Ein Sprung ins kühle Nass, eine kurze Verschnaufpause während einer größeren Schwimmrunde oder ein Bad in der Sonne: Darauf mussten die Besucherinnen und Besucher des Hörnles in den vergangenen Jahren – zumindest auf dem Wasser – verzichten. Denn die Flöße, die ansonsten vor dem Ufer des beliebten Strandbads schwimmen, wurden nicht eingewassert.

2020 und 2021 war der Grund, den die Stadtwerke beziehungsweise die dazugehörende Bädergesellschaft Konstanz anführten, die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Infektionsschutz. Auch im vergangenen Jahr blieben die Flöße an Land. Die Ursache damals: Personalmangel. Den gestiegenen Anforderungen an die Aufsichtspflicht könne man nicht nachkommen, hieß es damals.

In diesem Jahr gibt es wenig Mitarbeiter, teilweise kann es sogar im Hochsommer zu Zeiten ohne Aufsichten kommen. Bleiben die Flöße deshalb wieder auf dem Trockenen? Gegenwärtig liegen sie zumindest noch aufeinander gestapelt und eingezäunt auf der Liegewiese des Geländes.

Die Flöße am Hörnle lagen die vergangenen Jahre auf dem Trockenen. Auch aktuell stehen sie eingezäunt auf der Liegewiese des beliebten ...
Die Flöße am Hörnle lagen die vergangenen Jahre auf dem Trockenen. Auch aktuell stehen sie eingezäunt auf der Liegewiese des beliebten Konstanzer Bades. | Bild: Timm Lechler

Flöße kommen wieder raus aufs Wasser

Wasserratten und Springmäuse dürfen sich dieses Jahr freuen: Die Badeinseln sollen schon bald wieder auf das Wasser gebracht werden. Das teilt Teresa Gärtner, Pressesprecherin der Stadtwerke Konstanz, auf SÜDKURIER-Nachfrage mit.

„Am Strandbad Horn werden in den nächsten Wochen vier Badeinseln wieder ausgebracht“, sagt die Sprecherin. „Drei davon im Bereich des Leuchtfeuers (etwa mittig und links und rechts) und eines auf Höhe des FKK-Bades.“

(Archivbild) Hinter dem Leuchtfeuer vor dem Hörnle-Ufer ist auf diesem Archivbild aus dem Jahr 2019 eine der Badeinseln zu erkennen.
(Archivbild) Hinter dem Leuchtfeuer vor dem Hörnle-Ufer ist auf diesem Archivbild aus dem Jahr 2019 eine der Badeinseln zu erkennen. | Bild: Lukas Ondreka | SK-Archiv

Allerdings müssen sich die Badegäste am Hörnle noch etwas gedulden: Denn laut Teresa Gärtner benötige man zuvor neue Ankersteine, diese würden gegenwärtig noch gegossen und sollten in der Woche nach den Pfingstferien zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund liegen die Flöße auch nach Saisonstart noch auf dem Trockenen.

Sobald die neuen Ankersteine da sind, geht‘s weiter. „Danach kommt die Platzierung im See und der Transport der Flöße zu ihrem Standort“, so Gärtner. „Wir gehen davon aus, dass dies in drei Wochen geschehen ist.“ Die Hörnlebesucher können also wohl noch im Juni mit mehr Badespaß auf dem Wasser rechnen.

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Unfälle und Aufsichtspflicht

2022 standen die Flöße nicht zur Verfügung, weil man zu wenig Badeaufsichten hatte. Auch dieses Jahr kämpfen die Verantwortlichen mit Personalmangel, jedoch können die Badeinseln dieses Jahr dennoch ausgebracht werden. Zudem teilt Teresa Gärtner mit, dass es wegen oder an den Flößen nie zu einem „schlimmeren Unfall im Sinne von Ertrinken“ gekommen sei.

Klar ist jedoch: Die Plattformen seien Sicherheitspunkt und Gefahrenquelle zugleich. Denn wer im Bereich von einem der Holzkonstruktionen ein Problem habe, könne eventuell noch dorthin schwimmen. Andererseits gäbe es allerdings auch Gäste, die dorthin schwimmen, um dann entkräftet entweder von dort oder auf dem Rückweg gerettet werden zu müssen.

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Wichtig in dem Kontext sei außerdem: „Die Erfahrung zeigt, dass selbst Gruppen nicht in der Lage sind ein in Not befindliches Gruppenmitglied zu stützen“, so Gärtner. Dann muss eine geschulte Badeaufsicht eingreifen. Nicht zuletzt könne diese bei den Badeinseln jedoch oft auch nicht erkennen, was hinter dem Floß in Richtung offenes Gewässer passiere.