Mitten im Lockdown ein Unternehmen gründen? Ein mutiges Vorhaben. David Stumpp und Otto Brandstetter haben es gewagt. Sie verkaufen griechisches Olivenöl und möchten damit Geflüchtete in Griechenland unterstützen – und das Projekt scheint gut anzulaufen.

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Zu Beginn des Jahres steckte das Projekt noch in den Kinderschuhen, wie der SÜDKURIER berichtete. Nun, ein halbes Jahr später, hat sich einiges getan. Bei einer Crowdfunding-Kampagne sind laut Brandstetter knapp 25.000 Euro zusammengekommen. Über 500 Menschen hätten das Projekt unterstützt, die meisten davon in Konstanz. „Wir waren sehr berührt, wie positiv das Konzept bei allen ankam“, sagt er.

Im Olivenhain geht Otto Brandstetter Vassilis, einem befreundeten Kleinbauern, zur Hand.
Im Olivenhain geht Otto Brandstetter Vassilis, einem befreundeten Kleinbauern, zur Hand. | Bild: Otto Brandstetter

Mithilfe dieses Startkapitals konnten die Gründer die erste große Bestellung in Griechenland in Auftrag geben. Dort werde das Olivenöl von lokalen Kleinbauern in Kalamata abgefüllt. „Unser Olivenöl ist nicht nur nachhaltig und fair, sondern auch sozial“, erklärt Brandstetter. Neben der Unterstützung Geflüchteter in Griechenland, würden sich die beiden Gründer nämlich auch für eine faire Bezahlung der lokalen Kleinbauern einsetzen.

Von der Pandemie haben sich die Gründer nicht unterkriegen lassen. Zwar haben der Lockdown und die Hygiene-Vorschriften die Olivenernte erschwert, aktuell können die Kleinbauern in Griechenland aber ihrer Arbeit nachgehen, erklärt Brandstetter. Was die Koordination angehe, sei Corona kein Hindernis gewesen: „Das machen wir sowieso alles über Zoom, E-Mail oder Telefon.“

In der Region um Kalamata, Peloponnes, im November 2020: Otto Brandstetterhilft bei der Ernte.
In der Region um Kalamata, Peloponnes, im November 2020: Otto Brandstetterhilft bei der Ernte. | Bild: Otto Brandstetter

Laut Brandstetter soll das Öl bald auch deutschlandweit in Bioläden und Bio-Supermärkten erhältlich sein. Außerdem sei in Zukunft geplant, das Sortiment weiter auszubauen. „Vielleicht grüne Oliven, gefüllte Oliven oder neue Größen der Öl-Flaschen“, blickt er voraus. Zudem soll mit jedem neuen Produkt ein weiteres soziales Projekt unterstützt werden.

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