Die Farbe Gelb mag Quirin Borgogno-Weber am liebsten, und wie zum Beweis schaut er an seiner Kleidung herab. Na gut, die ocker-beige-farbene Hose kann gerade noch als Gelbersatz durchgehen. Bei Autos muss es dann schon das richtig knallige sein, zumindest bei manchen Typen.

Quirin Borgogno-Weber stützt sich mit seiner Lieblingssammelkarte – sie zeigt einen Peugeot 2005 Turbo 16 – auf einen 1998er Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor.
Quirin Borgogno-Weber stützt sich mit seiner Lieblingssammelkarte – sie zeigt einen Peugeot 2005 Turbo 16 – auf einen 1998er Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor. | Bild: Jana Mantel

Der Grund ist nicht etwa, dass man das Gefährt dann schneller auf einem vollem Parkplatz wiederfindet, nein, der 40-Jährige hat ein ganz eigenes System. Er sammelt Wagen mit interessanten Farbkombinationen oder seltene Serien in speziellen Farben, am liebsten in Rot oder Gelb.

„Nur ganz spezielle Autos“

„Ich recherchiere vorher über Jahre und habe Suchaufträge in mehreren Ländern laufen“, erzählt Borgogno-Weber, der sein Geld im Bereich Unternehmensberatung und Verkauf verdient. „Es interessieren mich aber nur ganz spezielle Autos. Neben der Farbe ist die Motorisierung wichtig, und ich liebe Cabrios!“ Auch besondere Modelle, von denen es nur wenige tausend Stück auf der Welt gibt, wecken sein Interesse.

Quirin Borgogno-Weber in einem 1989er Peugeot 205 CTI. Im Hintergrund ein 2002er Jaguar S-Type 4.2 V8.
Quirin Borgogno-Weber in einem 1989er Peugeot 205 CTI. Im Hintergrund ein 2002er Jaguar S-Type 4.2 V8. | Bild: Jana Mantel

Angefangen hat alles mit seinem ersten Auto, einem roten Peugeot 205 CTI, den er nach ein paar Wochen erst einmal zu Schrott fuhr. Der damals 18-Jährige aber war so begeistert von diesem Modell, dass er es zwei Jahre später gleich noch einmal kaufte, wieder in Rot.

Das könnte Sie auch interessieren

Tapfer veräußerte er diesen Wagen dann, um den Computer für sein Architekturstudium zu finanzieren, aber schon nach ein paar Jahren musste es wieder ein Peugeot sein, diesmal in Grünblau.

Peugeots begeistern ihn

Das war der Startschuss seiner Jagd nach Youngtimern, also Autos, die zwischen 15 und 25 Jahre alt sind. Die besondere Begeisterung gilt dabei den Peugeots, wie man auch an „Carlotta“ sieht, dem weißen Peugeot, den er 2015 gekauft hat.

Der Wahl-Litzelstetter zeigt eine alte Sammelkarte mit dem gelben Peugeot 205 Turbo 16. „Das war als Kind meine Lieblingskarte“, sagt er. „Ich bin ein erklärter Fan dieses Autotyps und habe mittlerweile elf Stück davon. Und wissen Sie was, innen riechen die alle gleich! Das ist unglaublich, aber wahr.“

Die Lieblingssammelkarte des Youngtimer-Fans Quirin Borgogno-Weber.
Die Lieblingssammelkarte des Youngtimer-Fans Quirin Borgogno-Weber. | Bild: Jana Mantel

Ein goldenes Hochzeitsauto

Einen Peugeot hat sogar seine Frau Daniela beigesteuert, in Gold. Das passte dann auch gut als Hochzeitsauto. Sie erinnert sich noch genau daran, wie sie beim grünblauen Peugeot 2008 die Hälfte des Geldes dazugab. „Die Vorstellung, ein gemeinsames Cabrio zu haben, fand ich charmant. Dass noch viele mehr dazukommen würden, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht ahnen“, erzählt sie und lacht. Sie selbst hat den Überblick verloren über all die Modelle, die in mehreren Garagen stehen.

Quirin Borgogno-Weber hingegen kann man abfragen, welches Auto sich unter welcher Schutzhaube verbirgt – und erhält todsicher die richtige Antwort. So kommt beim Test wie vorhergesagt ein roter Peugeot 205 GTI zum Vorschein.

Quirin Borgogno-Weber zeigt eines seiner Autos, das unter einer Schutzhaube in der Garage steht: ein Peugeot 205 GTI von 1991.
Quirin Borgogno-Weber zeigt eines seiner Autos, das unter einer Schutzhaube in der Garage steht: ein Peugeot 205 GTI von 1991. | Bild: Jana Mantel

„Über 30 Jahre lang habe ich mich mit Hunderten von Youngtimern beschäftigt, ich kann genau sagen, bei welchem Typ Auto es wo Probleme gibt oder welche Ersatzteile nicht mehr beschaffbar sind. Ich bin ein richtiges Youngtimer-Lexikon“, sagt er grinsend.

Beratung für Youngtimer-Fans

Daraus ist auch die neueste Idee entstanden, nämlich Beratung anzubieten für Menschen, die sich einen Youngtimer kaufen wollen. „Es gibt so viele Autos, die noch ganz hervorragend laufen und stylisch sind, also eine eigene DNA haben, da braucht man wirklich kein neues kaufen!“

Er selbst gibt seine Autos nur sehr ungern ab – und nur, wenn er es aus Platzgründen muss. „Ein Auto ist ein Statement, nicht für andere, sondern für mich selbst“, sagt er. Das trägt auch seine Frau Daniela gern mit. Und sie ist froh, dass es keine Motorräder sind, zu denen sich ihr Mann hingezogen fühlt. Denn Gas geben mag er schon: „Ich fahre wenig Auto, aber wenn, dann soll es auch Spaß machen…“

Das könnte Sie auch interessieren