Gordon Hügel zeigt kopfschüttelnd auf die Antwort, die er von den Stadtwerken erhalten hat: „Wir bitten um Verständnis, dass die Bäderpässe derzeit nicht genutzt werden können. Bei einer Akzeptanz zum jetzigen Zeitpunkt wäre die Besucherzahl für uns nicht planbar bzw. es käme zu untersagten Ansammlungen im Bereich der Kasse und der Gefahr der Abweisung von Gästen“, steht dort geschrieben.

Was, wenn es am reservierten Tag regnet?

Der 40-Jährige wollte wissen, warum er für seine Familie jeweils 20,70 Euro als Eintrittsgeld für das Freibad der Therme zahlen muss, obwohl er mit dem Familienpass für 345 Euro doch ein Jahr lang dazu berechtigt wäre. „Außerdem sollte ich einige Tage vorher online bestellen und bezahlen, damit wir überhaupt Tickets erhalten, da wegen Corona verständlicherweise weniger Platz zur Verfügung steht“, erzählt er. „Wenn es an dem reservierten Tag aber regnet – was dann? Bekomme ich dann das Geld zurück? Oder ist es dann verfallen? Hätte ich dann zweimal Eintritt bezahlt und keine Gegenleistung dafür?“

Bild: Schuler, Andreas

Die Antwort darauf gibt Josef Siebler, Pressesprecher der Stadtwerke, zu denen die Bäder gehören: „Bei den Online-Tickets ist keine Erstattung oder Umtausch vorgesehen. Man bucht für einen bestimmten Tag“, schreibt er auf SÜDKURIER-Anfrage. „Wenn noch Plätze frei sind, kann man auch kurzfristig buchen. Niemand ist gezwungen, sich vorab festzulegen. Zudem kann man sich am Wetterbericht orientieren.“

„Bei uns Bürgern ist die Lage ebenso angespannt“

Eine Aussage, die Gordon Hügel frustriert und ärgert: „Ehrlich? Sind die Stadtwerke so wenig in der Lage, flexibel zu reagieren? Ich verstehe ja, dass die Lage wegen Corona angespannt ist – aber bei uns Bürgern und Familien ist die Lage ebenso angespannt.“

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Die Stadtwerke haben in der vergangenen Woche angekündigt, dass sie die Situation in den Freibädern beobachten und dann gegebenenfalls Anpassungen durchführen werden (der SÜDKURIER berichtete). Wie ist der Stand der Dinge? Josef Siebler dazu: „Wir hatten noch keine gute Wetterperiode, bei der man aus dem Besucherverhalten von einigen Tagen Trends ablesen kann. Seit Montag ist auch das Thermalbad geöffnet. Von daher müssen wir noch um ein paar Tage Geduld bitten.“

Frustrierte Kunden am Eingang

An diesem sonnig-warmen Nachmittag kommt es offenbar zu einigen Problem bei der Abwicklung der Tickets – einige frustrierte Kunden müssen mehrmals zur Rezeption, da ihre Tickets am Eingang zum Freibad nicht erkannt werden.

Bild: Lukas Ondreka

Dass die Besitzer des Kärtle oder des Familienpasses auf Wunsch nicht einfach auf die Besucherlisten gesetzt werden können, begründen die Stadtwerke so: „Die Bäderpassdaten lassen sich leider nicht kurzfristig in den Online-Ticketshop integrieren. Die Kassenhersteller für Schwimmbäder sind im Moment auch ohne Extrawünsche ganz besonderen Anforderungen ausgesetzt und setzen auf Standardlösungen.“

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„Das kann doch kein Hexenwerk sein“

Auch hier wundert sich Gordon Hügel: „Wir sind doch als Familie mit unserer Adresse im System der Stadtwerke hinterlegt. Ich bin kein Computerexperte, sehe aber durchaus die Möglichkeit, dass man Besitzer der Karten oder Pässe recht einfach auf der Liste platzieren könnte. Das kann doch kein Hexenwerk sein.“

Rabattcode ja, Familienpass-Nummer nein

Einen Rabattcode könne man bei der Online-Reservierung ja problemlos eingeben, aber nicht den Familienpass, und der habe ja auch eine Nummer. „Rabattcode funktioniert, Familienpass oder Kärtle nicht? Das verstehe ich nicht. Kundenfreundlich ist etwas anderes“, so Gordon Hügel. „Man fühlt sich als jahrelanger Kunde nicht ernst genommen.“

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Eine weitere Möglichkeit, die Besitzer von Familienpass oder Kärtle zu beschwichtigen, wäre laut dem 40-Jährigen eine Stilllegung der Dauerkarten für die Saison und eine Wiederbelebung im Sommer 2021 – oder die Rückerstattung der Einzeleintritte am Ende der Saison. Dazu nehmen die Stadtwerke ebenfalls Stellung: „Wir werden Lösungen finden. Es ist uns zum Beispiel bewusst, dass es auch Gäste gibt, die wegziehen.“

Bild: Schuler, Andreas

Gordon Hügel würde nichts davon halten, die Gültigkeit der Pässe einfach zu verlängern. „Wir haben diesen Pass, um damit in die Freibäder zu gehen. Im Oktober, November oder Dezember bringt uns das nichts.“ Eine allgemeingültige Beurteilung ist das für Pressesprecher Josef Siebler aber nicht: Es sei von Fall zu Fall verschieden, ob die Betreffenden mit einer Verlängerung leben können – oder eben nicht.