Eine Litzelstetterin hat ihr Grundstück samt Haus der Stadt Konstanz vererbt. „Die Stadt war sehr erfreut, als sie von dem Nachlass erfahren hat“, berichtete Tobias Schöll von der städtischen Kämmerei nun dem Litzelstetter Ortschaftsrat. „Seit Anfang des Jahres ist die Stadt als Eigentümerin eingetragen.“

Arbeit hätten die Ämter mit der Auslegung des handschriftlichen Testaments und den hierin festgelegten Verfügungen gehabt. Es habe eine ämterübergreifende Diskussion unter Einbeziehung der Litzelstetter Ortsverwaltung gegeben, was zu einem Resultat im Sinne der Erblasserin geführt habe.

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Das geerbte Haus zu vermieten, erachte die Verwaltung als nicht zielführende Variante, erklärte Tobias Schöll. Vielmehr empfehle sie, das Grundstück zum Höchstgebot zu veräußern, um den Nachlasszweck möglichst optimal erfüllen zu können.

„Wir werden es öffentlich ausschreiben“, kündigte Christoph Sigg, Leiter des Amtes für Liegenschaften und Geoinformation, an, wenn der Gemeinderat dem Vorschlag zustimmt. „Schon jetzt haben sich fast ein Dutzend Interessenten gemeldet“, fügte Sigg an. Der Erlös werde alsdann für die von der verstorbenen Brigitte Wagner gewünschten Zwecke eingesetzt.

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Sie hatte in ihrem Testament verfügt, dass ein Teil des Geldes für die Pflege und den Erhalt des Litzelstetter Dorffriedhofs und das Grab ihrer Eltern verwendet wird. Pflege und Aufwand seien bis Ende der Nutzungszeit hochgerechnet worden, so Schöll, der damit die Bereitstellung von 125.000 Euro erläuterte. 100.000 Euro aus dem Verkaufserlös solle darüber hinaus zur Förderung von Wissenschaftsprojekten durch das Amt für Bildung und Sport über mehrere Jahre bereitgestellt werden.

Der Löwenanteil des Vermächtnisses ist, wie die Erblasserin verfügte, für kulturelle Aufgaben der Stadt einzusetzen. Das Geld soll als zweckgebundene Rücklage in Form eines Kultur-Investitionsfonds geführt werden. „Der Gemeinderat wird in den nächsten Jahren entscheiden, welche herausragenden kulturellen Zwecke gefördert werden“, erläuterte Tobias Schöll.

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„Die Veräußerung ist sinnvoll in der Lage und dem Zustand des Hauses“, wertete Ortschaftsrätin Brigitte Fuchs. In Anbetracht des Wohnungsmangels – gerade junge Familien in Litzelstetten betreffend – wollte sie wissen, ob es möglich wäre, Litzelstetter Kaufinteressenten zu priorisieren. Das verneinte Christoph Sigg aus rechtlichen Gründen; Tobias Schöll meinte aber, man könne beim Kauf vorgeben, dass der Käufer zumindest einen Teil des Hauses selbst nutzen müsse.

Die Litzelstetter profitieren aber nicht nur bezüglich des Dorffriedhofs. Das Inventar des Hauses werde über die Ortsverwaltung veräußert, erklärte Tobias Schöll und fügt an: 10.000 Euro des Erlöses fließe dem Ortsteilbudget zu. „Es steht ihnen frei, wie sie das Geld verwenden“, so Schöll. „Es muss nicht im kulturellen Bereich sein.“