„Der Campingplatz ist bedeutsam für Litzelstetten„, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Gensle und erinnert daran, dass die ersten Gespräche über eine Sanierung vor etwa 20 Jahren stattfanden. Als der langjährige Pächter, der den Platz seit 1970 führte, im Jahr 2017 in Ruhestand ging, wurde sofort eine Neukonzeption bei der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben.

Interims-Pächter Daniel Schreiber gelang in dieser Zeit das scheinbar Unmögliche: Mit dem Retro-Campingplatz erzielte er trotz des maroden Sanitärgebäudes fast zehnmal so viele Übernachtungen wie sein Vorgänger.

Bald eröffnet der „neue“ Campingplatz

Das Wunder erfüllt sich im April 2021 mit Eröffnung des neuen Sanitärgebäudes, für dessen Planung das Hochbauamt der Stadt Konstanz verantwortlich zeichnet, mitsamt umgestalteten Außenanlagen, für die das Amt für Stadtplanung und Umwelt zuständig ist.

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Wolfgang Gensle und Verwaltungsleiter Klaus Frommer freuen sich auf die Eröffnung des „neuen“ Campingplatzes. „Er ist ein Kleinod mit seiner direkten Lage am Bodensee mit Blick auf die Insel Mainau„, wertet Wolfgang Gensle. „Dass die Marketing und Tourismus Konstanz GmbH als Betreiberin hier ein ökologisches, naturverbundenes Konzept umsetzt, ist ideal.“

Das Sanitärgebäude wird in den Hang hineingebaut: Der Campingplatz Litzelstetten in der Großherzog-Friedrich-Straße soll im April 2021 wiedereröffnet werden.
Das Sanitärgebäude wird in den Hang hineingebaut: Der Campingplatz Litzelstetten in der Großherzog-Friedrich-Straße soll im April 2021 wiedereröffnet werden. | Bild: Aurelia Scherrer

Schließlich liege der Campingplatz mitten im Naturschutzgebiet und direkt am Bodenseeradweg, weswegen Radtouristen künftig als Hauptzielgruppe in den Fokus rückten. Mit der Wiedereröffnung des Platzes erhofft sich gerade Klaus Frommer die Lösung eines virulenten Problems. „Wildcampen“, stöhnt er. „Die Zahl der Wildcamper hat gerade im Corona-Jahr 2020 extrem zugenommen“, berichtet er.

Ob auf Parkplätzen oder sonstwo: „Egal wo sie verbotener Weise campierten haben, haben sie ihren Müll hinterlassen.“ Mit der Wiedereröffnung des Campingplatzes in der Großherzog-Friedrich-Straße erhofft sich Klaus Frommer eine Entspannung dieser Situation.

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Kaum erwarten kann Wolfgang Gensle die erste Ortschaftsratssitzung im neuen Jahr, denn: „Voraussichtlich wird uns in der Januarsitzung der Billigungs- und Auslegungsbeschluss für das Neubaugebiet Marienweg vorgelegt, sodass wohl Ende 2021 der Bebauungsplan verabschiedet werden kann“, kündigt er an und verrät: „In der Vorlage steht, dass Ende 2022 mit der Erschließung des Gebiets und Mitte 2023 mit dem Bau begonnen werden kann.“

Neue Wohnungen sollen entstehen

Etwa 80 Wohneinheiten sind auf dem rund 1,5 Hektar großen Areal zwischen Martin-Schleyer-Straße, Zum Purren und Marienweg vorgesehen. Das Anwachsen der Litzelstetter Bevölkerung – Gensle geht von 200 bis 300 Personen aus – sei wichtig für den Teilort, zum einen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, zum anderen, um die bestehende Infrastruktur zu erhalten.

Der Bebauungsplan für das Litzelstetter Neubaugebiet Marienweg kann laut Ortsvorsteher Wolfgang Gensle voraussichtlich Ende 2021 verabschiedet werden.
Der Bebauungsplan für das Litzelstetter Neubaugebiet Marienweg kann laut Ortsvorsteher Wolfgang Gensle voraussichtlich Ende 2021 verabschiedet werden. | Bild: Aurelia Scherrer

Bezüglich der Infrastruktur erwartet Gensle, dass das Amt für Stadtplanung und Umwelt endlich das ausgearbeitete Nahversorgungskonzept für Litzelstetten, Dingelsdorf und Dettingen-Wallhausen vorlegt. „Das ist uns für 2021 versprochen“, betont Gensle.

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Als „einen Meilenstein für die Kinderbetreuung“ bezeichnet Wolfgang Gensle die neue Küche mitsamt einem weiteren Raum im oberen Foyer der Turnhalle, die Mitte oder Ende Januar 2021 in Betrieb gehen könne. Bislang war die Kernzeitbetreuung der Grundschule im Obergeschoss des Rathauses mehr schlecht als recht untergebracht.

„Das Problem ist, dass das denkmalgeschützte Gebäude nicht den Brandschutzvorschriften entspricht“, so Klaus Frommer über das Rathaus. Auch die Küche selbst sei – gerade was die Hygienevorschriften anbelange – nicht mehr zeitgemäß gewesen. „Ortschaftsrätin und Kernzeitleiterin Karin Müller war die treibende Kraft, dass das Projekt im Turnhallengebäude realisiert wurde“, würdigt Wolfgang Gensle.

Martin-Schleyer-Straße ist ein „Totalschaden“

Wichtig ist Wolfgang Gensle aber auch, dass auch andere Projekte endlich Fahrt aufnehmen. Sein Top-Thema ist die marode Martin-Schleyer-Straße als Hauptverkehrsachse. „Die Straße ist ein Totalschaden. Das ist amtlich dokumentiert“, stellt der Ortsvorsteher fest.

„Zwei Wasserrohrbrüche hatten wir im vergangenen Dezember. Die Leitungen sind von 1936“, gibt er ein Beispiel für den Zustand der Hauptdurchfahrtstraße. „3,5 Millionen Euro sind für den Haushalt 2026 folgend eingeplant“, erläutert er.

„Totalschaden“ sagt Ortsvorsteher Wolfgang Gensle über die Martin-Schleyer-Straße als Hauptverkehrsachse durch Litzelstetten. Die Sanierung erachtet er als dringend notwendig, ebenso den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen.
„Totalschaden“ sagt Ortsvorsteher Wolfgang Gensle über die Martin-Schleyer-Straße als Hauptverkehrsachse durch Litzelstetten. Die Sanierung erachtet er als dringend notwendig, ebenso den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen. | Bild: Aurelia Scherrer

Was er jetzt will ist ein runder Tisch mit allen zuständigen Fachämtern, um die Planung in Gang zu bringen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Planung der Bushaltestellen, denn „von den sechs Haltestellen im Ort ist lediglich eine annähernd barrierefrei“, so Gensle, der anmerkt: „Laut Personenbeförderungsgesetz sind ab dem 1. Januar 2022 barrierefreie Haltestellen Pflicht.“