Die Stadt will mit dem Aktionstag auch auf eine Lage einstimmen, in der Tests möglicherweise zur Voraussetzungen für die Öffnung von Läden oder Restaurants werden. Momentan ist schon der Besuch beim Friseur wegen der hohen Infektionszahlen im Landkreis Konstanz an die Vorlage eines aktuellen negativen Schnelltests gebunden.

„Die Testungen ermöglichen, Infektionsketten möglichst früh und umfassend zu durchbrechen“, sagt Thomas Traber, städtischer Personalchef und Chef der Organisation der Testaktionen. Der Landkreis sieht das ähnlich. Auf Nachfragen streicht Marlene Pellhammer, Sprecherin des Landkreises heraus: Personen ohne Symptome könnten genauso ansteckend sein wie solche mit diesen. Sie seien etwa 48 Stunden vor dem Auftreten von Krankheitszeichen in der Lage, das Virus weiterzugeben.

Genau diese Personen wollten die Städte im Landkreis mit der Aktion am Wochenende ausfindig machen. „Wir decken die Dunkelziffer auf“, sagt Marlene Pellhammer. Und weiter: „Die Testungen helfen, Infektionen zu erkennen, Ansteckungen zu verhindern und somit die dritte Welle zu brechen.“

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Thomas Traber versichert, es würden an diesem Wochenende in Konstanz genügend Tests zur Verfügung stehen. Er räumt ein, dass die Schnell- und Selbsttests auch falsche Ergebnisse anzeigen können. Er geht aber davon aus, dass diese Fehlanzeigen eine nur untergeordnete Rolle spielten. „Die Vorteile überwiegen die Unsicherheiten bei Weitem.“ Das sieht auch der Landkreis so. Vor allem der Einsatz von Fachpersonal werde für niedrigere Fehlerquoten sorgen.

Was erhofft sich die Stadt Konstanz von den Tests?

Die Stadt hofft, mit der Aktion 30.000 Bürger zum Test bewegen zu können. Sollte das Interesse größer sein, was sich Dank der verpflichtenden Voranmeldungen feststellen lässt, könne jeder Anbieter flexibel reagieren, stellt Traber auf Nachfragen fest.

Mit dem Testwochenende will die Stadt auch die Scheu vor den Tests abbauen. Für gute Stimmung sollen am Testwochenende auch Gutscheine für Einrichtungen der Stadt und dem Konstanzer Einzelhandel sorgen. Die Vergünstigungen in der Höhe von jeweils fünf Euro gibt es für Getestete, so lange der Vorrat reicht, teilt die Stadt Konstanz mit.

Doch sind die Tests wirklich ein Schlüssel zu mehr Freiheiten? Schließlich führen mehr Tests auch zu höheren Infektionszahlen, die wiederum größere Einschränkungen für das öffentliche Leben nach sich ziehen. Traber sagt dazu: „Es ist natürlich sehr wahrscheinlich, dass die Fallzahlen zunächst steigen, aber ganz sicher nicht so stark, wie wenn nicht erkannte Infizierte das Virus weitertragen würden und damit andere Personen anstecken.“

Umgekehrt gelte: „Indem positiv getestete Personen identifiziert werden können, kann die Ansteckungskette unterbrochen werden. Auch das hat sinkende Fallzahlen zur Folge. Das heißt: Testen ist sinnvoll!“ Der Landkreis sieht das ähnlich.

Wie wird sich das auf den Inzidenzwert auswirken?

Marlene Pellhammer teilt mit: „Kurzfristig könnte sich der Inzidenzwert erhöhen. Aber: Es werden symptomlose Infektionen entdeckt. Personen mit positivem Testergebnis müssen sich in Quarantäne begeben und können keine weiteren Personen anstecken“. Mittelfristig sinke so der Inzidenzwert und der Weg zu Lockerungen sei wahrscheinlich.

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Doch wie steht Traber zu den falschen Ergebnissen, die die Schnelltests auch liefern können? Im schlimmsten Fall wiegt sich einer durch ein falsch negatives Ergebnis in Sicherheit. So wie jüngst in Dortmund, wo einer mit falsch negativem Schnelltest in einem Klinikum einen Corona-Ausbruch verursacht hat.

Auch der Landkreis Konstanz weist darauf hin, dass das Ergebnis eines Schnelltests kein Freifahrschein sei. Die Maskenpflicht und Abstandsregeln müssten weiter eingehalten werden, ebenso die Kontaktbeschränkungen. Thomas Traber rät, sich häufiger testen zu lassen. „Dann minimieren sich eventuelle falsche negative Ergebnisse.“

Was passiert, wenn der Schnelltest positiv ist?

Und was ist mit denen, die sich völlig gesund fühlen, aber nun durch ein positives Testergebnis aufgeschreckt werden? Sie können am Testwochenende von 14 bis 18 Uhr das Ergebnis am Testzentrum am Klinikum durch einen PCR-Test überprüfen lassen. Dieser gilt als sicherer als die Schnelltests. Und nur dieses Ergebnis fließt nach Angaben des Landkreises in die Statistik ein.

Dann allerdings heißt es warten: Bis das PCR-Ergebnis vorliegt, können 24 bis 72 Stunden vergehen, heißt es auf Nachfragen bei der Stadt Konstanz. Da die Labore aber die Kapazitäten erhöht haben, hoffen sie bis in 24 Stunden ein Ergebnis liefern zu können.

Liebe Konstanzer, wieso lassen Sie sich testen?

Cosima Cornelius (30), Sportmanagerin: „Ich lasse mich testen, weil ich meine Angehörigen schützen und gleichzeitig einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten möchte. Es ist gut, dass man sich kostenlos testen lassen kann, denn nehmen das Angebot hoffentlich noch mehr Menschen in Anspruch.“
Cosima Cornelius (30), Sportmanagerin: „Ich lasse mich testen, weil ich meine Angehörigen schützen und gleichzeitig einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten möchte. Es ist gut, dass man sich kostenlos testen lassen kann, denn nehmen das Angebot hoffentlich noch mehr Menschen in Anspruch.“ | Bild: Scherrer, Aurelia
Daniel Hölzle (47), Apotheker: „Ich lasse mich testen, weil ich mein persönliches Umfeld schützen möchte und es ein gutes Gefühl ist. Nur durch viele, breit angelegte Tests werden wir schnell durch die dritte Welle kommen.“
Daniel Hölzle (47), Apotheker: „Ich lasse mich testen, weil ich mein persönliches Umfeld schützen möchte und es ein gutes Gefühl ist. Nur durch viele, breit angelegte Tests werden wir schnell durch die dritte Welle kommen.“ | Bild: Scherrer, Aurelia
Insa Pijanka (47), Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie: „Ich lasse mich testen, weil es für mich ein Akt der Solidarität ist, verbunden mit der Hoffnung, dass wir auf diesem Weg unser gesellschaftliches Leben zurückgewinnen. Ich will mein Möglichstes tun für meine und für die Sicherheit der Menschen um mich herum.“
Insa Pijanka (47), Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie: „Ich lasse mich testen, weil es für mich ein Akt der Solidarität ist, verbunden mit der Hoffnung, dass wir auf diesem Weg unser gesellschaftliches Leben zurückgewinnen. Ich will mein Möglichstes tun für meine und für die Sicherheit der Menschen um mich herum.“ | Bild: Scherrer, Aurelia
Markus Ruess (55), Lehrer und Karate-Trainer: „Ich lasse mich testen, weil ich meine Mutter im Heim besuchen und meine Schüler und Karatekas schützen möchte. Ich halte es in dieser Zeit für eine verdammte Pflicht, sich testen zu lassen, um die Pandemie einzudämmen.“
Markus Ruess (55), Lehrer und Karate-Trainer: „Ich lasse mich testen, weil ich meine Mutter im Heim besuchen und meine Schüler und Karatekas schützen möchte. Ich halte es in dieser Zeit für eine verdammte Pflicht, sich testen zu lassen, um die Pandemie einzudämmen.“ | Bild: Scherrer, Aurelia
Karin Becker (52), Intendantin des Theaters Konstanz: „Ich lasse mich testen, weil es um die Gesundheit und das Leben aller geht und weil wir zusammenhalten und solidarisch handeln sollten. Ich helfe während des Test-Wochenendes mit.“
Karin Becker (52), Intendantin des Theaters Konstanz: „Ich lasse mich testen, weil es um die Gesundheit und das Leben aller geht und weil wir zusammenhalten und solidarisch handeln sollten. Ich helfe während des Test-Wochenendes mit.“ | Bild: Scherrer, Aurelia
Mario Böhler (32), Präsident der Narrengesellschaft Niederburg: „Ich lasse mich testen, weil mir Gemeinschaft und Geselligkeit wichtig sind, ich all dies sehr vermisse und hoffe, dass wir dadurch sicher und gesund wieder zusammenkommen können.“
Mario Böhler (32), Präsident der Narrengesellschaft Niederburg: „Ich lasse mich testen, weil mir Gemeinschaft und Geselligkeit wichtig sind, ich all dies sehr vermisse und hoffe, dass wir dadurch sicher und gesund wieder zusammenkommen können.“ | Bild: Scherrer, Aurelia