Julian Schlecht, Bastian Pantle und Jakob Flaig lieben zwar den Fußball. Überhaupt nicht begeistert sind sie dagegen davon, dass die aktuelle Weltmeisterschaft in Katar stattfindet. Deshalb rufen sie am Mittwoch, 23. November, um 14 Uhr zu einer Demonstration auf. Treffpunkt ist im Herosé-Park.

Alternative zum Fußballgucken: Demonstrieren

Genau dann, wenn für die deutsche Nationalmannschaft das erste Spiel gegen Japan angepfiffen wird, sorgen die Konstanzer Soziologiestudenten für eine alternative Beschäftigungsmöglichkeit. In den sozialen Medien haben sie im Vorfeld ihre Botschaft verbreitet.

In ihrem Aufruf zur Kundgebung schreiben sie über die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar: „Die Gründe dafür, dass dieses Event in dieser Form niemals hätte stattfinden dürfen, sind so vielseitig, dass die Aufzählung den Rahmen sprengen würde.“

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Im persönlichen Gespräch begründen sie ihre Aktion dann so: „Das Turnier wurde in ein Land gegeben, das keine Fußballinfrastruktur und -kultur hat. Es ist Wahnsinn, unter welch unwürdigen Bedingungen die Stadien gebaut wurden“, sagt Bastian Pantle. „Außerdem findet die WM bekanntlich in einem Land statt, in dem nicht alle Menschen willkommen sind.“

„Wenn mir zwangsläufig ein Fußball-Ergebnis unterkommt, schaue ich es kurz an. Ansonsten werde ich bei der WM als Fan nicht ...
„Wenn mir zwangsläufig ein Fußball-Ergebnis unterkommt, schaue ich es kurz an. Ansonsten werde ich bei der WM als Fan nicht aktiv“, sagt Bastian Pantle. | Bild: Tamer Varol

Julian Schlecht fügt hinzu: „Die Stadien wurden in die Wüste gebaut und künstlich heruntergekühlt, das ist auch aus klimatischer Sicht Wahnsinn.“ Die drei Studenten sind zwischen 20 und 22 Jahre alt. Mit der Organisation einer Demonstration haben sie noch keine Erfahrung und sind gespannt, wie viele Menschen ihrem Aufruf folgen. Wer sich ihnen anschließen möchte, trifft sich am Herosé, wo zuerst eine Kundgebung stattfindet.

Demonstration setzt sich um 15 Uhr in Gang

„Bringt gerne auch ein bisschen was zu essen und zu trinken mit“, schreiben die Veranstalter. Gegen 15 Uhr, zum Anpfiff der zweiten Halbzeit des Deutschlandspiels, wird es einen kleinen Demonstrationszug durch die Altstadt bis zum Schnetztor geben, „damit die Menschen vor den Fernsehern auch auf die Missstände aufmerksam gemacht werden“, so die Studenten.

Sie selbst schauen sich kein einziges WM-Spiel an. „Ich verfolge zwar den politischen Diskurs über die ‚One Love-Binde‘ und Homophobie, versuche aber, mich ansonsten nicht für das Turnier zu interessieren“, sagt Bastian Pantle. Und das als eingefleischter Fußballfan.

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