Wie viele Parkplätze für Anwohner- und Besucher soll das Döbele künftig haben? In dieser Frage zeigte sich der Technische Ausschuss tief gespalten. Weder ein Plus noch ein Minus an Plätzen bekamen Mehrheiten.

Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn ging in einer ersten Einschätzung davon aus, dass nun mindestens für ein halbes Jahr nichts mehr vorangeht. Denn der Ausschuss lehnte auch den Grundsatzbeschluss ab – also Planungen mit öffentlicher Beteiligung für ein Parkhaus mit bis zu 630 Plätzen auf sechs Etagen und einen Mobilitätspunkt.

Meinungen völlig verschieden

Die Freie Grüne Liste hatte sich für ein reines Anwohnerparkhaus mit rund 300 Plätzen auf drei Ebenen ausgesprochen.

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Die SPD favorisierte ein flexibles Haus mit bis zu 630 Parkplätzen, aber auch Zusatzfunktionen wie Chillen auf einer begrünten Dachterrasse, Wohnen in den oberen Geschossen sowie Hol- und Lieferservice (Citylogistik) im Erdgeschoss.

Nach Vorstellung der SPD sollten je nach Bedarf vorübergehend Anteile fürs Anwohner- und Besucherparken zur Verfügung stehen. Sobald das „Park-and-Ride“-System für die Innenstadt ausgebaut ist, sollten die Besucherplätze am Döbele den anderen Funktionen weichen.

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Die Freien Wähler wiederum hatten sich für knapp 900 Parkplätze am Döbele ausgesprochen, 630 sollten Besuchern zur Verfügung stehen und 250 den Quartiersbewohnern. Bei diesem Vorschlag müsste es unterirdische Etagen geben. Denn das bisher anvisierte oberirdische Parkhaus mit sechs Geschossen hätte nach Berechnungen der Stadt ein maximales Fassungsvermögen von 630 bis 650.

Das Junge Forum hatte vorgeschlagen, erst die Bürger zu fragen, welches der Szenarien sie favorisieren.

Chaos durch mehr oder weniger Plätze?

Daniel Hölzle, Stadtrat der Freien Wähler, geht davon aus, die hohe Zahl der Plätze sei notwendig, um den Abbau an anderer Stelle zu kompensieren und einem Verkehrschaos in der Altstadt vorzubeugen – sein Händlerverein Treffpunkt hat eine Petition für 1400 Plätze gestartet. Anne Mühlhäußer von der Freien Grünen Liste sagte, Besucherparkplätze in der Altstadt müssten abgebaut und nicht verlagert werden.

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Holger Reile von der Linken Liste sprach sich ebenfalls für die reine Quartiersgarage aus. Er warf den Befürwortern der Lösung mit vielen Besucherplätzen vor, Verkehrskonzepte von Vorgestern zu verfolgen. „Mit so vielen Stellplätzen zieht man weiter Verkehr an.“

Auch das von SPD-Stadtrat Jürgen Ruff ins Spiel gebrachte Multifunktionshaus überzeugte den Linken nicht. Die Sonderfunktionen dienten nur dazu, ein großes Parkhaus irgendwie als modern zu verkaufen, so der Vorwurf Reiles. Mehrere Räte bedauerten, dass seit dem Ideenwettbewerb 2013/14 kaum etwas vorangekommen sei, um Wohnen auf dem Döbele zu ermöglichen. Nicht einmal die Verlegung des Grenzbachs sei sicher.