Mehrere verunsicherter Bürger meldeten sich am Dienstag um die Mittagszeit bei der Polizei und berichteten, von angeblichen Polizeibeamten angerufen worden zu sein. Die falschen Beamten versuchten zunächst psychischen Druck aufzubauen, indem sie die Nachricht übermittelten, nahe Angehörige wie Söhne, Töchter oder Enkel hätten am Urlaubsort einen schweren Unfall verschuldet.

Anrufer forderten Geld

„Das passt natürlich zur jetzigen Reisezeit“, sagt Herbert Storz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums. Die Anrufer behaupteten, sie benötigten in diesem Zusammenhang einen hohen Geldbetrag im fünfstelligen Bereich. Damit sollten beispielsweise Behandlungskosten beglichen oder eine Festnahme und Untersuchungshaft abgewendet werden. Die Betroffenen ließen sich laut Polizei aber nicht täuschen und wandten sich teilweise sehr verunsichert umgehend an das Polizeipräsidium Konstanz.

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Dazu rät auch Herbert Storz: „Erst einmal sollte man nicht jedem direkt glauben schenken, wenn er sich am Telefon als Polizeibeamter ausgibt. Das Wichtigste ist, und das lernt man auch in der Polizeiausbildung als Erstes: Ruhe bewahren.“ Danach sollte man bestenfalls das Polizeirevier über die Notrufnummer verständigen.

Gefährliche Kombination

Bei der neuen Masche dieser Betrüger handele es sich laut Herbert Storz vom Polizeirevier um eine Kombination aus dem Vorgeben ein echter Polizeibeamter zu sein und dem Enkeltrick. Bei diesem rufen die Täter vorwiegend bei älteren Menschen an, geben sich als deren nähere Verwandte aus und erbitten Geld von ihren Opfern. Der Enkeltrick und andere Schockanrufe seien in der Vergangenheit laut Storz schon öfter erfolgreich gewesen. Dahinter stecken wohl organisierte Tätergruppen, die oft geballt und zeitgleich in einer Stadt zuschlagen.

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Am Dienstag sei das ganz massiv so gewesen. Etwa zehn Personen hätten sich nach einem solchen Anruf bei der Polizei Konstanz gemeldet. Aktuell ist allerdings noch kein Schadensfall bekannt. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen versuchten Bandenbetrugs eingeleitet.