Der Bericht und seine Aufmachung sind unmissverständlich: Die Bilanz über die Abgeordnetentätigkeit von Wolfgang Gedeon im Stuttgarter Landtag unter dem Titel „Kurz vor der Landtagswahl kämpft Wolfgang Gedeon um das große Ganze“ lässt kein Missverständnis zu, zumal der Abgeordnete unter der Überschrift in einem großen Foto klar identifizierbar ist.

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Gleichwohl sehen sich Klaus und Erika Gedeon wegen der Namensgleichheit Verdächtigungen ausgesetzt, wonach sie die Gesinnung des Landtagsabgeordneten teilen beziehungsweise dass es sich bei Klaus und Wolfgang Gedeon um ein und dieselbe Person handeln würde.

Üble Beschimpfungen am Telefon

„Wir haben fünf bis sechs Anrufe bekommen, in denen wir wegen des Berichts beschimpft wurden“, sagt der 81-jährige Klaus Gedeon, seine Frau Erika sei wegen des Artikels auf offener Straße angemacht worden. Dabei ist eine Verwechslung ausgeschlossen.

Klaus Gedeon unterscheidet sich in Alter und Statur sowie im Aussehen deutlich von dem Landtagsabgeordneten, außerdem wohnt er im Konstanzer Paradies, während Wolfgang Gedeon in Rielasingen zuhause ist.

Vor allem aber haben Klaus und Erika Gedeon nichts, aber auch rein gar nichts mit der Gesinnung des früheren AfD-Politikers am Hut. Das Ehepaar gibt gegenüber dem SÜDKURIER offen seine Sympathien für die Grünen zu verstehen und hat sich außerdem zivilgesellschaftlich vielfältig für ein buntes Leben in Konstanz eingesetzt.

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Über die Ursache der üblen Nachrede können die Eheleute nur spekulieren. Denkbar für Klaus Gedeon ist es zum Beispiel, dass nach der Veröffentlichung des Berichts andernorts das Telefonbuch durchstöbert wurde.

Da sich in Konstanz lediglich ein Kontakt unter dem Namen Gedeon befindet, sei eine Verwechslung auf diesem Wege vorstellbar. Nicht auszuschließen freilich ist, dass es sich um eine Spielart eines auch sonst sich zunehmend bemerkbar machenden böswilligen Verhaltens handelt. Dies ist insbesondere bei der Anmache auf offener Straße nicht auszuschließen.

Entfernte Verwandtschaftsbeziehung

Die Gleichheit des Nachnamens ist laut Klaus Gedeon übrigens auf eine entfernte Stief-Verwandtschaft zurückzuführen. In Kindheit beziehungsweise Jugend habe es dabei ein paar persönliche Kontakte gegeben, aber seit der rechtsextremen Orientierung von Wolfgang Gedeon hat Klaus Gedeon den Kontakt komplett abgebrochen.

Was den Politiker zu seiner Haltung bewegt, erschließt sich für den 81-jährigen Konstanzer nicht. Er ist davon überzeugt, dass sich beispielsweise „der Vater von Wolfgang Gedeon im Grabe umdrehen würde, wenn er von der politischen Haltung seines Sohnes etwas wüsste“.

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