Das Telefon bei Frank Schädler, Leiter des Amtes für Bildung und Sport, stand am Donnerstag kaum still. Abwechselnd riefen Trainer, Übungsleiter und Eltern an und beklagten den Inhalt des am Vorabend herausgeschickten Newsletters. Dieser besagt, dass auch Kinder unter 14 Jahren ein negatives tagesaktuelles Testergebnis vorlegen müssen, wollen sie in einer Gruppe draußen trainieren.

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Schädler selbst wünscht sich wie alle anderen eine schnelle Korrektur dieser Vorgaben: „Wir haben sie nur weitergegeben. Auslöser waren verschiedene Auslegungen der vorherigen Regelung durch Vereine und Verbände. Die endgültige Klärung sollte eine Nachfrage beim Gesundheitsamt bringen, das sich wiederum ans Sozialministerium wandte. Von dort kam umgehend Antwort, nur leider nicht in der erhofften Form.“

Harald Schuster, Vorsitzender des USC Konstanz, hofft, dass nun der gesunde Menschenverstand siegt: „Vorher, bei schlechteren Inzidenzen, durften wir mit den unter 14-Jährigen draußen trainieren. Nun sind die Zahlen besser, und es wird ein Test verlangt. Das ist doch ein Irrsinn!“ Ebenso fassungslos reagierte Trainer Ulf Lehmann vom SV Litzelstetten: „Die Enttäuschung war riesig, bei uns Trainern wie den Kindern.“

Eltern gehen auf die Barrikaden – und finden Gehör

Die Mutter eines Fußballers, Corinna Weiß, entschloss sich nach einer schlaflosen Nacht, zu handeln – und das nicht als einzige „Ich habe direkt beim Amt für Sport angerufen, denn tatsächlich erwarte ich von einem Amt, dass es Verordnungen nicht einfach weitergibt, sondern auch mal hinterfragt. Es kann doch nicht sein, dass sich mein Kind mehrmals die Woche testen lassen muss, während in manchen Firmen noch keine Testpflicht besteht.“

Sie bat den Amtschef um eine rasche Lösung, die er ihr auch bot. Eine halbe Stunde später konnte sie mehr als 20 Testpackungen abholen. Die alternative Lösung: Die Kinder führen vor den Augen der Trainer einen Selbsttest durch.

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Sportamtsleiter: Kinder, die sich bereits in der Schule testen, sollten auch Freizeitangebote nutzen dürfen

Personalamtsleiter Thomas Traber beschrieb diese Vorgehensweise am Donnerstag auch im Gemeinderat – mit dem Hinweis, dass Testzentren ja vor allem in der Kernstadt, weniger in den Ortsteilen bestehen. Vereine von dort sollten sich deshalb per Mail beim Sportamt melden können und mit Testkits versorgt werden. „Trotz allem wollen wir erwirken, dass Jugendliche bis 18 Jahre aus der Teststrategie für den Sport herausgenommen werden, weil sie in den Schulen ja schon getestet werden.“

Sportamtsleiter Schädler versicherte, dass das „Thema des Tages“ zügig korrigiert wird. „Es muss das Ziel sein, dass es allen Kindern, die sich zweimal in der Woche in der Schule testen, auch erlaubt ist, die Freizeitangebote der Vereine zu nutzen.“ OB Uli Burchardt hat darüber bereits mit Landrat Zeno Danner gesprochen, der sich wegen des Problems an die Landesregierung wenden wird.