Davon geht nach derzeitigem Stand Alfred Kaufmann, Leiter des Sozial- und Jugendamts der Stadt Konstanz, aus. Es gibt allerdings noch kleine Hoffnungsschimmer. Die Vorverlegung des Einschulungstermins in Baden-Württemberg verschärft für Konstanz die Probleme bei der Versorgung mit Kita-Plätzen.

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„Wir haben keine Hoffnung, dass wir alle Kinder im Alter von über drei Jahren mit einem Platz versorgen können“, sagte Kaufmann am Donnerstagabend im Gemeinderat im Bodenseeforum.

Er sieht keine Chance, auf die Schnelle die Lücke zu schließen, etwa durch das Aufstellen von Containern als Kitaräume. Einerseits fehlten die Flächen dafür, andererseits würde es kaum gelingen, das benötigte zusätzliche Personal zu gewinnen.

Es soll Nachrückrunden geben

Als Faustformel gelte bei den Plätzen mit den verlängerten und Regelöffnungszeiten für Kinder ab drei Jahren: Je jünger, desto geringer die Chance auf einen Platz. Bei den unter Dreijährigen und den Ganztagsplätzen für Kinder über drei Jahren entscheidet ein Punktesystem.

Dabei zählt die berufliche und soziale Lage der Eltern. Das Vergabeverfahren sei noch nicht ganz abgeschlossen, so Kaufmann. Es werde ein bis zwei Nachrückrunden geben.

Denn noch gibt es in der Rechnung einige Unbekannte: Wie wirken sich zum Beispiel die bis Sommer 2021 geltenden Pandemieregeln aus? Vorübergehend dürfen die Träger der Einrichtungen den eigentlich vorgegebenen Personalschlüssel um 20 Prozent unterschreiten und die Gruppen vergrößern.

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Zudem besteht laut Alfred Kaufmann die Möglichkeit, dass die Stadt eine weitere Kita unkompliziert einrichten kann. Diese habe sich zufällig ergeben. Details dazu will Kaufmann erst Mitte Juli bekannt geben.

Er geht außerdem davon aus, dass auch der geplante Waldkindergarten in Allmannsdorf mit 20 Plätzen Ende dieses oder zu Beginn des nächsten Jahres öffnen könne.

Alfred Kaufmann, Leiter des Konstanzer Sozial- und Jugendamts
Alfred Kaufmann, Leiter des Konstanzer Sozial- und Jugendamts | Bild: Kirsten Astor

Gegen die Ansiedlung an diesem Ort gibt es Widerstand der Anlieger. Kaufmann sagte, er treibe die Planungen voran. Der Bauwagen sei bestellt, und der Trägerverein sei dabei, das Personal zu aquirieren. Man warte derzeit auf die Baugenehmigung. Bürgermeister Andreas Osner forderte alle Fraktionen auf, sich politisch hinter den Waldkindergarten zu stellen.

Das sagte der Gemeinderat zu dem Problem

Die Stadträte Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU) und Zahide Sarikas (SPD) forderten Alfred Kaufmann auf, lieber mal ein oder zwei Kinder mehr aufzunehmen als gar keinen Platz anzubieten.

Auch Till Seiler (Freie Grüne Liste) merkte an, es klinge zwar dramatisch, wenn von einer Vergrößerung der Gruppen gesprochen werde, allerdings seien sie in Baden-Württemberg bisher vergleichsweise klein zugeschnitten.

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Bürgermeister Osner räumte ein, unter den Pandemie-Bedingungen biete der Regelbetrieb nicht dieselbe Qualität wie üblicherweise. Man werde diese aber nicht aus den Augen verlieren.

Soteria Fuchs (FGL) wies darauf hin, dass ein Teil der Kinder, die keinen Platz bekommen werden, von Tagesmüttern betreut werden können oder schon betreut werden.