Moderator Oliver Welke hat schon vor Beginn des Beitrages einen Kardinalfehler begangen: „Ralf Kabelka war für uns ganz kurz vor der Landtagswahl in Konstanz unterwegs.“ Er sprach das st aus wie ein st, nicht wie ein scht. Sei‘s drum. Die Konschtanzer Seele wird‘s überleben.

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Nun also kam das Kamerateam samt Reporter auf Kosten der treuen Gebührenzahler nach Konstanz. CDU-Landtagskandidat Levin Eisenmann sollte seine Affinität zur digitalen Welt darlegen; Ludwig Egenhofer, die analoge Kultfigur aus Allensbach, stand dem jungen Jura-Studenten und Parteikollegen mit Rat und Tat zur Seite.

Bild: privat

Einen knallharten Kampf um die Wählergunst in der Provinz kündigte der Sender an. Nun ja. Hören wir uns doch ein paar Dialoge an.

Ralf Kabelka: „Wie viele Follower haben Sie bei Instagram?“

Levin Eisenmann: „Etwas mehr als 1300.“

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Ralf Kabelka: „Ich habe mehr als doppelt so viele.“

Schlaumeier. Der Mann arbeitet beim ZDF, hat Woche für Woche ein paar Millionen Zuschauer und wohnt unbestätigten Gerüchten zufolge in Köln – einer Millionenstadt am Rhein. Dort wo das Wasser hinfließt, das wir in Konstanz nicht mehr benötigen.

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Punkt für Eisenmann.

Bild: Andreas Schuler

Die zwei laufen durch die Wessenbergstraße, stehen am Gondelehafen oder im Stadtgarten. Ralf Kabelka bringt Levin Eisenmann das Einmal-Eins des Wahlkampfes in der Fußgängerzone ohne Fußgänger in der Zone bei: „Was sich immer gut macht, ist auf die Leute zeigen und zu winken. Hallo, schöne Frau, wohin geht‘s?“

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Tut es, winkt den spärlich vorbei radelnden Menschen zu (ja, liebes Ordnungsamt der Stadt, durch die Fußgängerzone radeln ständig Menschen – da steckt viel Strafzettelpotenzial!) und erhält ad hoc fröhliche Reaktionen. Levin steht schweigend mit vor dem Körper verschränkten Armen daneben.

Punkt für Kabelka.

Bild: Andreas Schuler

Und weiter geht‘s nach Allensbach. Im Hause Egenhofer stehen Glückskekse als Giveaway, wie das auf Neudeutsch heißt, bereit. „Die werden jetzt in die Briefkästen verteilt“, erklärt Levin Eisenmann seinen Wahlhelfern.

Kabelka öffnet einen Keks und liest vor: „Besser für hier: Deshalb am 14. März Levin Eisenmann wählen.“

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„Super Spruch“, klatscht Ludwig Egenhofer.

„Super kreativ“, ätzt Kabelka sarkastisch grinsend und wirft den Zettel Kopf schüttelnd weg.

Unentschieden.

Marius Egenhofer und Ralf Kabelka.
Marius Egenhofer und Ralf Kabelka. | Bild: privat

Straßenumfrage in Allensbach. „Was müsste er machen, damit Sie ihn wählen? Müsste er mehr bei Instagram machen oder mehr auf Tik Tok sein?“, fragt Kabelka eine Dame. „Er müsste in einer anderen Partei sein.“ Manchmal sind Antworten so einfach.

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Levin Eisenmann mahnt, nicht zu klingeln an den Türen beim Wahlkampf. Macht der Kabelka natürlich trotzdem. Am Haus von Martin Lunzi Motz zum Beispiel, der großen Nummer der Alet. Doch der Narr schläft noch.

Bild: Andreas Schuler

„Sonntagnachmittag, 15.30 Uhr, da lieget die Leut im Bett bei dem schöne Wetter“, sagt Ludwig Egenhofer. „Könnet Sie des verstehen?“ Kabelka verzweifelt und schüttelt den Kopf: „Das ist nicht mehr mein Baden-Württemberg.“

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„Er kommt glei“, klingt es aus dem Fernsprecher. Und siehe da: Lunzi erscheint bald schon lachend. „Wisst Ihr was?“, vermutet Kabelka. „Den habt Ihr bezahlt, um die Spannung zu erhöhen.“ Ludwig Egenhofer schmunzelnd: „Wir Allensbacher sind so. Sie, die Spannung hat der schon, aber in der Hose.“ Männerhumor der derberen Art, Kabelka gibt sich geschlagen: „Mit diesen erschütternden Bildern gebe ich zurück ins Studio.“

Punktsieg Egenhofer und Eisenmann.