Konstanz Konstanzer Professorin Aleida Assmann zeigt Doku über Flakhelfergeneration

Eine Konstanzer Professorin hat die Geschichte der Flakhelfergeneration verfilmt. Das SWR Fernsehen strahlt die 85-minütige Doku „Anfang aus dem Ende“ am heutigen Mittwoch, 24. Juni um 23.30 Uhr aus.

Im Mai wurde überall an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. 70 Jahre ist der „Tag der Befreiung“ inzwischen her. Die Zeitzeugen, die sich an den Weltkrieg noch erinnern können, werden immer weniger. Ein Großteil der noch lebenden Zeitzeugen stammt aus der so genannten Flakhelfergeneration. Sie wurden 1926-1928 geboren, sind heute also etwa 87 bis 89 Jahre alt und waren noch Jugendliche, als sie in den letzten Kriegsjahren in den Flakstellungen der Luftwaffe und der Kriegsmarine zum Dienst herangezogen wurden.

Aleida Assmann, die Konstanzer Professorin, zu deren Forschungsschwerpunkten kollektives Gedächtnis, Vergessen und Erinnern nach dem Zweiten Weltkrieg gehört, hat Zeitzeugen aus dieser Generation zu Wort kommen lassen und einen berührenden Dokumentarfilm daraus gemacht.

Darum geht es

Es beginnt mit einem Klassentreffen der heute alten Herren in Landau. Die Gruppe wird jedes Jahr kleiner. Man trifft sich, spricht über alte Zeiten – und doch selten über die eigenen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg. Erst ein Schuljubiläum gibt den Anstoß zur Erinnerung. Die Männer sollten einen kleinen Bericht über ihre eigenen Erlebnisse schreiben. Erst da holen viele lange verdrängte Erinnerungen vor, schreiben – und sprechen darüber.

Sehr bald öffnet Aleida Assman den Blick, lässt weitere Personen der Generation zu Wort kommen, darunter übrigens auch Horst Sund, den ehemaligen Rektor der Universität Konstanz, den Konstanzer Romanisten Hans Rudolf Picard, aber auch die Theologen Elisabeth Moltmann-Wendel und Jürgen Moltmann aus Tübingen oder den Heidelberger Psychoanalytiker Helm Stierlin.

Stärke der Dokumentation

Die Dokumentation wertet nicht und sie bemüht sich nicht um eine lückenlose historische Darstellung. Das ist ihre große Stärke. Die Redebeiträge sind zwar grob thematisch und grob chronologisch geordnet und werden mit historischem Film- und Bildmaterial veranschaulicht, sie werden aber nirgends der Fragestellung untergeordnet, die heutzutage sehr schnell auftaucht, wenn Zeitzeugen zu Wort kommen: War er ein Nazi oder nicht? Trifft ihn Schuld oder nicht? Wer die verschiedenen Zeitzeugen hört, die zusammengenommen zwar eine gemeinsame Geschichte erzählen, die für jeden einzelnen aber doch sehr unterschiedlich ausgefallen ist, der versteht schnell, dass solche Fragen nicht den Kern der Sache treffen.

Mit der Dokumentation ist Aleida Assmann das berührende Porträt einer ganzen Generation gelungen, aber auch die Bewahrung eines letzten Stücks Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. 
 
 

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