60.000 Mund-Nasen-Masken hat das Land dem Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) für die ihm angeschlossenen Kliniken und deren Mitarbeiter geliefert. Doch zum Einsatz kamen die Masken dort nie. Denn ihnen fehlen die erforderlichen Kennzeichnungen zu Hersteller und Prüfnormen, wie Mandy Krüger, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf SÜDKURIER-Nachfrage erklärt.

Die vom Land zur Verfügung gestellten grünen Masken der Firma Ryzur stammen aus China und sind nach der Norm KN95 hergestellt, was der europäischen Norm FFP2 entspricht. „Bund und Land haben in der ersten Welle diese Masken eingekauft“, so Mandy Krüger. Es war die Zeit, als ein Mangel an medizinischen Masken herrschte.

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GLKN darf Masken nicht einsetzen: „Das wird realer Qualität nicht gerecht“

Doch am Ende durfte das GLKN die erhaltenen Masken wegen fehlender Kennzeichnungen eben nicht einsetzen. Zu Unrecht, wie Pressesprecherin Krüger betont: „Dies wird der realen Qualität dieser Masken nicht gerecht, wie die Prüfung durch Dr. Ballier zeigt. Darum spendete der GLKN die Masken, von denen die Stadt Konstanz 15.000 erhielt.“

Mandy Krüger verweist damit auf Roland Ballier, öffentlich bestellter Gutachter für Medizinprodukte aus Konstanz, der im Januar für den SÜDKURIER drei unterschiedliche Chargen der grünen KN95-Masken der Firma Ryzur getestet hat.

„Es war bekannt, dass diese Masken des GLKN gemäß seiner durchgeführten Messungen die Normforderungen an eine FFP2-Maske erfüllen“, betont Mandy Krüger. Deshalb nahm die Konstanzer Stadtverwaltung auch gerne 15.000 der 60.000 Masken vom GLKN als Spende entgegen. Die restlichen 45.000 seien an andere Gemeinden im Landkreis verteilt worden, erklärt die Pressesprecherin.

An wen die gespendeten Masken nun verteilt werden

„Da die Stadtverwaltung die Masken so schnell wie möglich an Bedürftige und soziale Einrichtungen weitergeben wollte, versuchten wir, das Prüfprotokoll von Dr. Ballier zu bekommen, um Sicherheit über deren Schutzwirkung zu erhalten“, erläutert Mandy Krüger.

Dies gelang schließlich ohne große Probleme, die Stadt erhielt das Prüfprotokoll. „Es wurden bereits und werden noch Masken verteilt“, sagt Mandy Krüger. Zuständig seien das Bürgeramt sowie das Sozial- und Jugendamt. „Die sozialen Dienste haben Masken erhalten sowie Obdachlosenunterkünfte, Anschlussunterbringungen, soziale Einrichtungen, alle Kitas, Startpunkte und Beratungsstellen. Hier werden die Masken im Besuchs- oder Beratungskontakt bei Bedarf angeboten und ausgegeben.“

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