Um ein Haar wäre das passiert, was viele Autofahrer seit Jahren befürchten. Werner Husemann, der bekannteste Bodanrück-Bewohner, saß am Samstag gegen 18 Uhr nur wenige Zentimeter von seinem Fahrradanhänger entfernt auf einem Schneehügel – wenige Zentimeter, die ihm womöglich das Leben retteten.

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Der Anhänger wiederum stand unbeleuchtet am Straßenrand, kurz nach der Ortsausfahrt Dettingen Richtung Wollmatingen. „Auf einmal gab es einen lauten Knall, Sachen flogen durch die Luft“, erinnert sich Carolin Hoffmann, die auf dem Heimweg nach Dettingen war.

An dieser Stelle kurz vor dem Ortseingang Dettingen wurde der Fahrradanhänger des Werner Husemann von einem Auto erwischt. Das zerstörte Hab und Gut des Obdachlosen liegt immer noch dort.
An dieser Stelle kurz vor dem Ortseingang Dettingen wurde der Fahrradanhänger des Werner Husemann von einem Auto erwischt. Das zerstörte Hab und Gut des Obdachlosen liegt immer noch dort. | Bild: Schuler, Andreas

Ein Auto, das in Richtung Wollmatingen fuhr, erwischte den dunklen Fahrradanhänger – Werner Husemanns Taschen mit Proviant und Taschen landeten in hohem Bogen auf der Straße.

Bild: Schuler, Andreas
Bild: Schuler, Andreas

Die Polizei bestätigte den Vorfall. „Wir appellieren an die Autofahrer, besonders vorsichtig zu sein“, so Tatjana Deggelmann von der Pressestelle. „Nicht alle Geh- und Fahrradwege sind geräumt, Fußgänger und Radfahrer nutzen vermehrt die Straßen.“

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Man kann sich nur vorstellen, was passiert wäre, wenn der Mann den Anhänger vor sich her geschoben hätte – so, wie er es tagsüber macht. Taschen sowie Anhänger stehen noch auf dem Feldweg neben dem Unfallort – unbrauchbar, weil zerfetzt oder verdreckt.

Eine Tasche liegt rund 50 Meter neben dem Unfallort.
Eine Tasche liegt rund 50 Meter neben dem Unfallort. | Bild: Schuler, Andreas

Carolin Hoffman half am Samstag sofort, die Unfallstelle zu sichern. „Viele weitere Menschen waren auch gleich zur Stelle, niemand war ungeduldig oder drängelte. Herr Husemann hat uns so leidgetan, denn er hat alles verloren.“

Werner Husemann am Friedhof Litzelstetten. Auch drei Tage nach dem Unfall war er noch sichtlich mitgenommen.
Werner Husemann am Friedhof Litzelstetten. Auch drei Tage nach dem Unfall war er noch sichtlich mitgenommen. | Bild: Schuler, Andreas

In einer Facebook-Gruppe wurde ein neuer Fahrradanhänger organisiert. „Ich hatte Glück im Unglück„, sagte Werner Husemann gestern gegenüber dem SÜDKURIER. Sein Nachtlager schlägt er derzeit beim Waldfriedhof in Litzelstetten auf. Seine wichtigste Botschaft: „Mir geht‘s gut. Danke der Nachfrage.“

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