Anita Schnabel kennt den blinden Igel seit über einem Jahr. „Er ist immer auf der Wiese neben dem Friedhof unterwegs“, erzählt die Litzelstetterin. Vor wenigen Wochen erschien Igi erneut dort – und Anita Schnabels Hündin Akka machte Frauchen darauf aufmerksam.

Bild: Schuler, Andreas

Nun kommt Karin Müller ins Spiel. Auch vor ihrem Balkon war Igi regelmäßig auf Nahrungssuche. „Da hier derzeit überall gebaut wird, wäre die nächste Zeit für ihn gefährlich geworden“, sagt sie.

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Hund Jimmy beobachtet Frauchen Karin Müller in dem Gehege.
Hund Jimmy beobachtet Frauchen Karin Müller in dem Gehege. | Bild: Schuler, Andreas

Also baute ihr Mann ein Gehege mit Häuschen im Park der Anlage – und fertig war das Winterquartier für den drolligen kleinen Kerl.

karin Müller (links) mit Jimmy und Ilay, rechts Anita Schnabel mit Akka. In der Mitte das Winterquartier für Igi.
karin Müller (links) mit Jimmy und Ilay, rechts Anita Schnabel mit Akka. In der Mitte das Winterquartier für Igi. | Bild: Schuler, Andreas

Vor dem Einzug brachte Anita Schnabel Igi zum Entwurmen zum Tierarzt. Der Verlust der Augen würde laut Tierarzt lange zurückliegen, berichten die beiden Frauen.

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Bild: Anita Schnabel

Eberhard Klein, Leiter des Nabu-Bodenseezentrums, findet die Aktion der beiden Tierfreundinnen sehr gut, wie er es ausdrückt.

Igi wird gewogen, er bringt 1,1 Kilogramm auf die Wage. Ab 600 Gramm gelten Igel als überlebensfähig für die kalte Jahreszeit.
Igi wird gewogen, er bringt 1,1 Kilogramm auf die Wage. Ab 600 Gramm gelten Igel als überlebensfähig für die kalte Jahreszeit. | Bild: Schuler, Andreas

„Gefährlich für Igel und auch für Menschen ist eine Aufnahme in Haus wegen der Parasiten“, berichtet er.

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Bild: Schuler, Andreas

Und weiter sagt Eberhard Klein: „Wer den Igeln vor dem nahenden Winter helfen möchte, sollte seinen Garten, salopp gesagt, unordentlich lassen: Laubhaufen als Unterschlupf und Nahrungsgrundlage mit den Kleintieren, Obst, Früchte, Komposthaufen.“

Karin Müller holt Igi aus dem Häuschen, um ihn zu wiegen.
Karin Müller holt Igi aus dem Häuschen, um ihn zu wiegen. | Bild: Schuler, Andreas

In diesen Wochen begeben sich Igel in den Winterschlaf, der eher eine Winterstarre ist. „Sie fahren den Stoffwechsel herunter und reduzieren die Körpertemperatur“, erklärt Eberhard Klein. „Im März oder April sind sie wieder unterwegs.“

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Igi in seinem Häuschen.
Igi in seinem Häuschen. | Bild: Schuler, Andreas

Igi wird bis dahin sein Winterquartier in der Adenauerstraße bewohnen. „Wir bitten, weder am Gehege zu klopfen noch das Dach abzuheben“, sagt Karin Müller.

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Wohlwissend, dass ein plötzliches Aufwachen während der Winterstarre lebensgefährlich wäre für Igi, den blinden Igel von Litzelstetten.

Das Schild auf dem Gehege.
Das Schild auf dem Gehege. | Bild: Schuler, Andreas

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