Christian Matern ist Fahrdienstleiter der Malteser in Konstanz und damit Herr über eine Flotte von 360 Fahrzeugen, die täglich ausrücken, um Kinder zur Schule, Senioren zum Arzt oder Essen nach Hause bringen. Mit Autos kennt er sich aus, denn gleich nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Karosseriebauer, später studierte er Maschinenbau.

So lernte er früh, einem fahrbaren Untersatz anzusehen, ob er etwas taugt. „Ich war immer auf der Suche nach den Dornröschen unter den Autos,“ sagt der heute 48-Jährige. Nach den ersten zwei Versuchen mit einem verrosteten Mercedes Diesel und einem verunfallten Passat war dann das Geld da, um sich einen Kleinbus zu kaufen.

Statt 1000 Mark nur eine Münze

Es sollte ein alter VW T3 sein, den ihm Reinhard, ein Kollege seines Vaters, für 1000 Mark verkaufen wollte. Das beigefarbene Gefährt hatte da schon 15 Jahre auf dem Buckel und war 13 davon nicht gewaschen worden. Denn der Busbesitzer war von Beruf Chemielehrer und der Meinung, dass Autolack keine Pflege benötige. „Das Auto war richtig gebraucht, aber die Karosserie trotz Schmutz rostfrei, und der Motor tiptop!“, erzählt Matern.

Christian Materns erster VW-Bus
Christian Materns erster VW-Bus | Bild: privat

Also traf man sich im Wohnzimmer von Reinhard zum Handel. Den Tag habe er, so Matern, bis heute nicht vergessen – und noch immer ist ihm die Verwunderung von damals ins Gesicht geschrieben: „Als ich reinkam, das Geld in einem Umschlag parat, fragte mich Reinhard, ob ich auch eine Mark dabei habe. Ich bejahte und suchte sie raus.

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Er sagte, ich solle sie auf den Tisch legen, nahm sie, zeigte auf die Fahrzeugpapiere und meinte nur, dass der Bus nun mir gehöre. Dann verließ er wortlos das Zimmer, ging in den Garten und legte sich auf eine Liege!“ Zurück blieb ein verdutzter junger Mann, der nicht wusste, wie ihm geschah, aber nun stolzer Besitzer eines VW-Busses war. Für eine Mark!

2000-facher Gewinn

Matern hat den Bus dann hergerichtet, gründlich gesäubert und ihn auch für eine Urlaubsfahrt nach Korsika genutzt. Ein Jahr später verkaufte er ihn weiter. An eine glückliche Studentin, die mit dem T3 nach Portugal umziehen wollte. Für stolze 2000 Mark!

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„Ich hab das eigentlich früher immer so gemacht,“ erzählt Matern. Er habe nach günstigen, aber guten Autos gesucht, diese dann gerichtet, selbst gefahren und später zu einem höheren Preis weiterverkauft. So konnte er sich nach und nach immer hochwertigere Autos leisten, ohne dass er selbst dafür tief in die Tasche greifen musste.

Einen 2000-fachen Gewinn wie bei dem T3-Bus, das gibt er freimütig zu, habe er aber nie mehr erzielen können.