„Im Moment warte ich noch darauf, dass das Visum durchgeht“, sagt junge Konstanzer Willi Moxter. Kommende Woche geht es für ihn nach Südafrika – wenn das Visum bis dahin genehmigt wurde. „Vielleicht verschiebt sich das auch nochmal um eine Woche.“

Er habe sich nach seinem Schulabschluss direkt nach Freiwilligendiensten im Ausland umgesehen, etwas Ökologisches oder etwas mit Sport habe ihn interessiert. „Bei meiner Recherche bin auf ‚weltwärts‘ gestoßen“, erklärt er. Die Organisation „weltwärts“ bietet Menschen zwischen 18 und 28 Jahren (bei Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen bis 35 Jahre) ein Angebot an Projekten im Ausland, auf die sie sich bei Partnerorganisationen bewerben können.

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Er habe sich bei mehreren Projekten beworben. Dabei war auch der Verbund KJSH in Kiel, dessen Zweigstelle Jugend im Ausland Freiwillige an die Organisation „Play Handball“ vermittelt.

„Normalerweise wäre der Hinflug schon im September gewesen“, sagt Willi Moxter. „Ende Juli gab es für alle Freiwilligen ein zweiwöchiges Vorbereitungsseminar in Kiel. Erst danach konnten wir uns um die Organisation kümmern, das Visum und Arzttermine.“ Auch ohne Corona sei die Beantragung eines Visums ein langwieriger Prozess, durch die Verschiebung aller Termine nach hinten wegen Corona sei jetzt eben noch weniger Zeit gewesen. „Wir haben erst auf dem Seminar unsere offizielle Zusage bekommen, dass alles klappt“, sagt er.

Handballtraining in Piketberg

An einer Schule in Piketberg, das etwa 130 Kilometer nördlich von Kapstadt und 60 bis 70 Kilometer von der Westküste entfernt liegt, werde er Kindern nachmittags Handball beibringen. „Ein Ziel ist es, Mannschaften zu bilden, mit denen man dann auch richtig trainiert, und Turniere zwischen den Schulen zu organisieren“, erklärt Moxter.

Willi Moxter hofft, dass er neben der Arbeit auch viel von Südafrika sehen und die Kultur des Landes kennenlernen kann.
Willi Moxter hofft, dass er neben der Arbeit auch viel von Südafrika sehen und die Kultur des Landes kennenlernen kann. | Bild: Antonia Wintersig

Er sei zusammen mit einem weiteren Freiwilligen in einer Gastfamilie untergebracht. „Die Familie lerne ich erst vor Ort kennen. Ich hoffe natürlich, dass sie mich schnell aufnehmen und ich einfach gute Erfahrungen mache.“ Teil einer Gemeinschaft und eines Projekts zu sein sei ihm besonders wichtig. „Außerdem hoffe ich, dass die Kinder gut mitmachen und zum Beispiel die Turniere umsetzbar sein werden“, sagt Moxter zu seinen Wünschen für das Jahr in Südafrika. „Es kann aber auch sein, dass wir erstmal wieder ein bisschen Werbung machen müssen.“ Das komme daher, dass wegen der Pandemie seit anderthalb Jahren keine Freiwilligen entsendet werden konnten.

Mit Gitarre nach Afrika?

Zusätzlich zur Arbeit möchte er viel vom Land sehen, die Kultur kennenlernen und Englisch lernen. „Ich habe überlegt, meine Gitarre mitzunehmen“, erzählt Willi Moxter über die Vorbereitung, denn er habe von anderen Freiwilligen gehört, dass es durchaus mal langweilig werden könne. „Einer saß nach 16 Uhr immer nur zu Hause.“ Deshalb sei es gut, ein Hobby zu haben. Fotografieren wolle er zwischendurch auch.

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Den zweiten Freiwilligen, der in derselben Gastfamilie ist, habe er schon kennengelernt, so der Handballer. „Mit ihm verstehe ich mich gut.“ Vermissen werde er seine Familie und Freunde in Konstanz natürlich schon. „Vor allem, wenn es auf Weihnachten zugeht, wird das sicher nochmal mehr“, glaubt 19-jährige.