Die Bachelorarbeit ist abgegeben, nun zieht es Anne Klenge zum Masterstudium nach Norwegen. Nachdem sie dort Urlaub gemacht hatte, war für sie klar: „Hier will ich studieren“.

Also hat sie die 23-Jährige an der Universität in Trondheim beworben und wurde zugelassen. Bis Dienstag genießt sie jetzt noch ihre letzten Tage in Konstanz, bevor sie sich auf den Weg in die neue Heimat macht – mit dem Fahrrad.

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„Die Idee kam bei einem Gläschen Sekt“

Die Idee für den Trip sei der Studentin ganz spontan gekommen, wie sie erzählt. Mit einer Freundin habe sie eine Radtour um den Obersee gemacht und dabei so viel Spaß gehabt, dass sie „bei einem Gläschen Sekt“ den Entschluss fasste: „Ich fahre mit dem Fahrrad nach Trondheim!“

Dann, so Klenge, habe sie so vielen Leuten von ihrem Vorhaben erzählt, dass sie dachte: „Jetzt muss ich‘s auch machen“. So wurde aus der lustigen Idee ein handfester Plan.

Anne Klenge freut sich auf die Tour: „Die langsame Ortsveränderung und emissionsfreie Fortbewegung begeistern mich am meisten.“
Anne Klenge freut sich auf die Tour: „Die langsame Ortsveränderung und emissionsfreie Fortbewegung begeistern mich am meisten.“ | Bild: Priscilla Ogundipe

Radeln für den guten Zweck

Als der Plan mit der Radtour feststand, habe sie sich gedacht: „Wenn ich jetzt schon mit dem Fahrrad nach Trondheim fahre, dann will ich das auch mit einem guten Zweck verbinden“. Anne Klenge engagiert sich ehrenamtlich bei der Klimaschutzorganisation Germanzero in Konstanz.

So kam sie gemeinsam mit ihrer Professorin Maike Sippel, die dort auch tätig ist, auf die Idee, die Radtour mit einer Spendenaktion im Internet für die Organisation zu verknüpfen. Das Geld, das durch die Spendenaktion gesammelt wird, geht bundesweit an alle Klimaentscheid-Teams von Germantero, so Klenge.

„Die Organisation macht sich stark für eine klimaneutrale Zukunft in Deutschland und unterstützt Städte und Kommunen auf diesem Weg“, sagt Klenge.

Anne Klenge freut sich auf die Herausforderung

Die 23-Jährige freut sich schon auf die Tour – aufgeregt oder ängstlich ist sie aber nicht, sagt sie. Eine Radtour in diesem Umfang habe sie zwar noch nie gemacht, aber da sie sowieso viel mit dem Rad unterwegs sei, bringe sie eine gute Grundkondition mit, so die Studentin.

Im Voraus trainieren oder sich anderweitig vorbereiten werde sie nicht, da sie so viel Motivation und Lust mitbringe, dass diese ausreiche, die Herausforderung meistern zu können.

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„Ich denke nicht so viel nach, ich mache einfach“

„Das wird eine Challenge für den Körper und die Orientierung“, sagt Anne Klenge. „Aber ich denke nicht so viel nach, ich mache einfach.“ Außerdem habe sie generell eine positive Grundeinstellung: „Mit Regen, Wind und Wetter habe ich kein Problem. Und sollte am Fahrrad mal was kaputt gehen, gibt‘s unterwegs bestimmt jemanden, der mir hilft“.

Ihr Rad habe sie extra mit Satteltaschen ausgerüstet, sodass sie genügend Stauraum für Camping-Equipment, funktionale Kleidung und Essen habe.

Mit diesem Fahrrad wird Anne Klenge nach Norwegen fahren. „Ein gemütliches Stadtrad – ich muss ja mindestens acht Stunden darauf fahren können“. Ihre Mutter hat es für sie über eine Gebrauchtwaren-Plattform gekauft.
Mit diesem Fahrrad wird Anne Klenge nach Norwegen fahren. „Ein gemütliches Stadtrad – ich muss ja mindestens acht Stunden darauf fahren können“. Ihre Mutter hat es für sie über eine Gebrauchtwaren-Plattform gekauft. | Bild: Anne Klenge

26 Tage hat Anne Klenge für die Fahrradtour Zeit, bis ihr Masterstudium „Urban Ecological Planning“ (Ökologische Stadtplanung) in Trondheim beginnt. Stress macht sie sich deswegen aber nicht.

„Die Reise soll ja auch Spaß machen und einen Erholungsfaktor haben. Wenn ich unterwegs mal einen schönen Baggersee sehe, spring ich da schon rein. Oder esse auch mal ein Eis“, freut sie sich auf die schönen Seiten des nachhaltigen Reisens.

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