Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, Feueralarm am Ellenrieder-Gymnasium oder ein Brand bei einer Grillparty: Die Feuerwehr Konstanz hatte in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun. Vor allem die Sommerunwetter, die im Juni in der Region auftraten, sorgten für mehr Einsätze.

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Gerne gerät dabei in Vergessenheit, dass die meisten Feuerwehrleute ehrenamtlich und nicht hauptberuflich im Einsatz sind. Neben 37 Festangestellten sind bei der Konstanzer Feuerwehr 270 Freiwillige tätig. Welche Spuren haben die vergangenen Wochen bei ihnen hinterlassen? Und hatten die Helfer zwischen den vielen Einsätzen überhaupt genügend Ruhepausen?

Zahl der Einsätze zehrt an den Kräften der Feuerwehrleute

„Wir waren fast jeden Tag im Einsatz“, sagt Christopher Kutschker, Pressesprecher der Feuerwehr Konstanz auf SÜDKURIER-Anfrage. Besonders die vielen Unwetter hätten die Einsatzkräfte gefordert. Dabei mussten sie unter anderem Straßen von Bäumen oder Ästen befreien sowie vollgelaufene Keller trocken legen.

„Es zehrt natürlich an jedem, wenn man bis mitten in die Nacht im Einsatz ist. Da leidet das Privatleben darunter“, sagt Christopher Kutschker, Pressesprecher der Konstanzer Feuerwehr.
„Es zehrt natürlich an jedem, wenn man bis mitten in die Nacht im Einsatz ist. Da leidet das Privatleben darunter“, sagt Christopher Kutschker, Pressesprecher der Konstanzer Feuerwehr. | Bild: Scherrer, Aurelia

Beim Unwetter Ende Juni stellten vor allem die Wassermassen am Sternenplatz die Einsatzhelfer vor Probleme, erklärt Kutschker. Im Vergleich zu anderen Städten seien die Herausforderungen durch die Hitzegewitter aber harmlos gewesen.

Dennoch hätten die Einsätze die Helfer ordentlich gefordert. „Das zehrt natürlich an jedem, wenn man bis mitten in die Nacht unterwegs ist.“ Nicht nur körperlich sei das anstrengend, auch das Privatleben der Ehrenamtlichen leide darunter. „Aber das ist natürlich das Opfer, das wir als Freiwillige Feuerwehr bringen“, sagt Kutschker, der neben seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Feuerwehrmann als Informatiker arbeitet.

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Mehr Tourismus, mehr Einsätze?

Generell sei ein Zuwachs an Einsätzen in den Sommermonaten nicht ungewöhnlich, erklärt der Pressesprecher. Das liege nicht nur an der Hitze und den Gewittern. „In Sommerzeiten haben wir mehr Tourismus und mehr Menschen in Konstanz. Damit ist die Gefahr höher, dass es zu Bränden oder anderen Vorfällen kommt“, so der Pressesprecher.

Trotz spektakulärer Vorfälle zeigt sich Kutschker nicht überrascht über die Herausforderungen des vergangenen Monats. Und dass sich das Wettergeschehen als Folge des Klimawandels in den letzten Jahren geändert habe, merkten auch die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit.

Feuerwehrleute haben Anrecht auf Ruhepausen nach Einsätzen

Damit die Helfer nach den Einsätzen auch genügend Ruhepausen erhalten, stehe den Freiwilligen das Recht auf Erholung zu, wie Kutschker erklärt. Laut Feuerwehrgesetz müssen die Ehrenamtlichen nach den Einsätzen „eine angemessene Ruhezeit“ erhalten. Eine gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit gebe es allerdings nicht, sagt Kutschker. „Die Länge muss dann vom Einsatzleiter festgelegt werden.“

Die Feuerwehr Konstanz im Einsatz am 24. Juni: Das Gewitter brachte einen Baum im Konstanzer Industriegebiet zum Umstürzen, er landete auf einem Wohnwagen.
Die Feuerwehr Konstanz im Einsatz am 24. Juni: Das Gewitter brachte einen Baum im Konstanzer Industriegebiet zum Umstürzen, er landete auf einem Wohnwagen. | Bild: Maximilian Obermaier

Das Gesetz verbietet Arbeitgebern zudem, dass Ehrenamtliche aufgrund ihrer Tätigkeit entlassen, versetzt oder beruflich benachteiligt werden dürfen. Sollte ein Feuerwehrmann durch einen Einsatz vorübergehend arbeitsunfähig werden, muss die Gemeinde dem Arbeitgeber die Kosten für seinen Ausfall erstatten, besagt das Feuerwehrgesetz.

Kutschker: „Gibt immer wieder Leute, die für solche Aktionen kein Verständnis haben“

Doch trotz des Aufwands der Ehrenamtlichen, bekämen sie nicht immer den Dank, den sie sich wünschen, so Kutschker. „Manchmal regen sich die Leute darüber auf, dass wir nachts mit Blaulicht und Sirene fahren oder den Motor auf der Straße laufen lassen.“ Es gebe immer wieder Leute, die für solche Aktionen kein Verständnis hätten, sagt der Pressesprecher.

Zum Glück schätzten aber die meisten Menschen die Arbeit der Feuerwehr. „Das größte Glücksgefühl für uns ist es, wenn wir anderen Leuten helfen können. Wenn wir der alten Dame den Keller trocken legen oder andernorts weiteren Schaden abwenden. Wenn wir das tun können, dann ist das Dank genug“, sagt Kutschker.

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