Süß-saure Zeiten stehen den Dingelsdorfern ab dem Fasnachtsauftakt am Samstag, 10. November, um 19.11 Uhr mit Befreiung des Wappentiers bevor. Das Motto lautet nämlich: „Der Ala-Bock in Asien – Fasnacht im fernen Osten“. Der Ala-Bock (hochdeutsch: Möwe) „wird ausgehungert sein, deshalb gehen wir sofort ins Gasthaus Anker“, kündigt Pressesprecher Thomas Keller an. Allerdings werde, so mutmaßt Keller, zumindest der Ala-Bock kulinarisch kaum Umstellungsprobleme haben. Schließlich dürfte dem Fischliebhaber auch Sushi schmecken, aber es würden definitiv „Koi Karpfe“ angeboten.

Die Dingelsdorfer üben die Schriftzeichen

Natürlich werden die Dingelsdorfer ab diesem Tag neue Schriftzeichen lernen müssen. Ala-Bock-Präsident Florian Rossknecht wird dann Flolian Lossknecht ausgesprochen und es ertöne dann nur noch vergnügt „Ho Nallo“. Musikalisch gestaltet wird der bunte Programmabend von der „weltbekannten Kapelle Seerausch“, kündigt Keller an, der selbst gespannt ist, wie die jungen Musiker die Blasmusik in die asiatische Zukunft führen.

Koch-Alabock Dennis Dietrich (rechts) hat die erste Charge Glückskekse gebacken. Thomas Keller übernimmt die Pflicht als Vorkoster.
Koch-Alabock Dennis Dietrich (rechts) hat die erste Charge Glückskekse gebacken. Thomas Keller übernimmt die Pflicht als Vorkoster. | Bild: Scherrer, Aurelia

Narrenrat bereitet das Seenarrentreffen 2019 vor

In der Ala-Bock-Kreativwerkstatt sind die Maltherapiekurse derzeit wieder voll belegt, die Bühnenkulissen für die bunten Abende werden gefertigt und parallel laufen die finalen Vorbereitungen für das Seenarrentreffen 2019. Eigentlich hätte es schon im Jahr 2015 in Dingelsdorf stattfinden sollen, doch die Ala-Bock richteten seinerzeit die Narrentage der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee aus. „Das war der Probelauf für das Seenarrentreffen“, schmunzelt Vize-Präsident Andreas Schulter.

Auf dieser Grundlagenarbeit bauen die Ala-Bock nun auf. Es werde weder ein großes Festzelt geben, noch werde die Thingolthalle belegt. Die Dingelsdorfer wollen vielmehr den Charakter eines Narrendorfs während des Seenarrentreffens unterstreichen, weshalb jetzt schon einige Dingelsdorfer zugesagt haben, Besenwirtschaften zu betreiben. Auch der Dingelsdorfer Verkehrsminister Um Lei Tung, berichtet Thomas Keller, habe bereits sämtliche Genehmigungen von der Stadt Konstanz erhalten, so dass jetzt nur noch an den Feinheiten gearbeitet werden müsse.

Andreas Schulter übt schon die Kampftechniken des Sumoringers. Der Sportler werde noch an Gewicht zulegen müssen, sagt Keller.
Andreas Schulter übt schon die Kampftechniken des Sumoringers. Der Sportler werde noch an Gewicht zulegen müssen, sagt Keller. | Bild: Scherrer, Aurelia

Bis zu 35 Gruppierungen werden zum Sonntagsumzug erwartet

Nach aktuellem Stand geht Vize-Präsident Andreas Schulter von 25 bis 30 Narrenzünften und Gruppen aus, die am Nachtumzug am Freitag, 22. Februar 2019, teilnehmen werden. Beim Sonntagsumzug, 24. Februar, rechnet er mit 35 Gruppierungen. Die Ala-Bock freuen sich schon auf das Dreitages-Fest, denn den Seenarren gehören zwölf Vereine an, wobei jedes Jahr ein anderer Verein das Treffen ausrichte.

„Man kennt sich und solche Treffen haben etwas Familiäres“, findet Narrenrat Felix Pister. Dingelsdorf könne 2019 seine Trümpfe richtig ausspielen, denn: „Nicht alle Seenarren haben Seezugang“, grinst Felix Pister, und der Ala-Bock sei ein echter Wasservogel. Warum der Moorschrat keinen See habe, sage bereits der Name, so Pister.

Warum der Narrenbaum aus Bambus ist

„Das Seenarrentreffen ist immer schön bunt, denn alle Vereine und Zünfte präsentieren beim Umzug ihr Mottohäs“, erläutert Andreas Schulter. Mit Ausnahme des Ala-Bocks, der stets in Vorjahresmotto-Kostümierung erscheine. Muss der kecke Seevogel immer aus der Reihe tanzen? „Am Fasnachtssamstag ist bei uns Kostümprämierung. Die meisten wollen vorher ihr Häs noch nicht präsentieren“, erklärt Andreas Schulter.

Einen etwas anderen Narrenbaum werden die Alabock am 23. Februar 2019 stellen. „Er wird aus Bambus sein und auf dem Latschalli-Platz aufgestellt“, so Thomas Keller. Diese Änderung sei nicht allein dem Fasnachtsmotto geschuldet. Vielmehr greifen die Ala-Bock aufgrund des „in Dingelsdorf verbreiteten, fasnachtsaktiven und gefräßigen Bohllandbibers“, wie Pister erläutert, auf eine schnell nachwachsende Pflanzenart zurück.

Alles Handarbeit: Narrenrat Felix Pister, aber auch die Teilzeitnarren als versierte Spächtele-Profis, fertigen die asiatischen Essstäbchen.
Alles Handarbeit: Narrenrat Felix Pister, aber auch die Teilzeitnarren als versierte Spächtele-Profis, fertigen die asiatischen Essstäbchen. | Bild: Scherrer, Aurelia

Die Katzen sollen schon mal das Winken üben

Schon gleich eilen die Narrenräte wieder davon, um weitere Vorkehrungen für die Ereignisse zu treffen. Pressesprecher Thomas Keller kündigt nur noch schnell eine weitere Vorbereitungsveranstaltung an: „Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es noch einen Workshop für alle Dingelsdorfer Katzen, damit sie das Winken lernen.“