Die Corona-Pandemie hat den Stadtwerken Konstanz heftig zugesetzt. „Wir werden dieses Jahr mit einem hohen Defizit abschließen“, erklärt Geschäftsführer Norbert Reuter im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Fünf bis sieben Jahre werde es dauern, bis das Versorgungsunternehmen die Schulden aus der Corona-Krise wieder abgetragen habe, schätzt er. Die Eigenkapitalquote – eine wichtige Kennzahl für die wirtschaftliche Gesundheit eines Unternehmens – sinke von 31 auf voraussichtlich 27 Prozent.

Umsatzeinbruch wird bei voraussichtlich 25 Millionen Euro liegen

In der jüngsten Prognose, die kürzlich dem Aufsichtsrat vorgelegt wurde, wird von einem Einbruch von 25 Millionen Euro bei den Erlösen ausgegangen. „Eventuell könnte sich das bis Ende des Jahres noch leicht verbessern“, sagt der Stadtwerke-Chef.

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Blickt man auf die Details, zeigt sich: Bereiche, die sonst viel Geld in die Stadtwerke-Kassen spülen, wurden durch die corona-bedingten Einschränkungen zum Problem: Acht der fehlenden 25 Millionen Euro sind auf den Fährbetrieb zurückzuführen, weitere sieben auf die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB).

In normalen Zeiten setzen die Stadtwerke in diesen beiden Konzernzweigen jeweils rund 20 Millionen Euro um – der Gesamtumsatz lag vor einem Jahr bei rund 182 Millionen Euro.

Eine Aufnahme der Autofähre Kreuzlingen auf dem Weg zwischen Konstanz und Meersburg.
Eine Aufnahme der Autofähre Kreuzlingen auf dem Weg zwischen Konstanz und Meersburg. | Bild: Lukas Ondreka

Entsprechend erleichtert war man beim 100-prozentigen Tochterunternehmen der Stadt Konstanz über die Wiederaufnahme der Ausflugsschifffahrt Mitte Juni. Auch die Fähren fahren seit Ende Mai wieder annähernd im Normaltakt.

Auch Busbetrieb, Bäder und der Energie-Sektor betroffen

Zu diesen beiden besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Krise belasteten Bereichen hinzu kommen die Ausfälle im Busbetrieb (vier Millionen Euro) und bei den Bädern (rund zwei Millionen Euro). Der Rest summiere sich auf den Bereich Energie, sagt Norbert Reuter und nennt ein Beispiel: „Wenn Schulen und Kitas nicht oder nur teilweise geöffnet haben, verbrauchen sie auch keinen Strom.“

Gearbeitet hat insbesondere für die wochenlang still am Hafen liegenden BSB-Schiffe niemand.

Blick auf den Konstanzer Hafen, wo die Ausflugschiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) wegen der Corona-Krise mit monatelanger Verspätung in die Saison starteten.
Blick auf den Konstanzer Hafen, wo die Ausflugschiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) wegen der Corona-Krise mit monatelanger Verspätung in die Saison starteten. | Bild: Lukas Ondreka

Flächendeckend Kurzarbeit

Die knapp 190 Mitarbeiter dieses Teilbereichs wurden laut Reuter komplett in Kurzarbeit geschickt, für die Fähre und die Bäder galt sie zu 50 Prozent, für Angestellte der Busbetriebe bei zwanzig Prozent.

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Bleibt die Frage: Wird der Stadtwerke-Chef beim Mutterkonzern Stadt Konstanz um finanzielle Hilfe bitten? „Nein“, sagt Norbert Reuter, „die Krise tut uns weh, aber wir schaffen das ohne Zuwendungen der Stadt.“

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