„Ich habe mich sehr um meinen Balkon gekümmert und bin auf jeden Fall aktiver in der Corona-Zeit“, sagt Thomas Kopp. Wegen der anhaltenden Krise habe er bewusst seinen Balkon in Petershausen verschönert.

Ein Ort zum Wohlfühlen und genießen. Mit Liebe zum Detail hat Thomas Kopp seinen Balkon in Petershausen für den Sommer hergerichtet.
Ein Ort zum Wohlfühlen und genießen. Mit Liebe zum Detail hat Thomas Kopp seinen Balkon in Petershausen für den Sommer hergerichtet. | Bild: Thomas Kopp

Es sei ihm wichtig gewesen, dass ein geschützter Bereich entstehe, „wo ich mich mit Gästen jederzeit wohlfühle und auf dem wir abends noch sitzen und grillen können“, sagt er. Dazu sollten Blumen und eine Bepflanzung beitragen. Der Unterbau unter den Pflanzen besteht aus Weinkisten.

„Der Boden wurde mit Outdoorrasenteppich gestaltet. So entstand ein Refugium zum Genießen und Grillen. Für abends habe ich noch eine Lichterkette installiert“, beschreibt Kopp.
„Der Boden wurde mit Outdoorrasenteppich gestaltet. So entstand ein Refugium zum Genießen und Grillen. Für abends habe ich noch eine Lichterkette installiert“, beschreibt Kopp. | Bild: privat
Lichterketten schaffen wohlig warmes und stimmungsvolles Licht für laue Sommerabende wie hier auf dem Balkon von Thomas Kopp.
Lichterketten schaffen wohlig warmes und stimmungsvolles Licht für laue Sommerabende wie hier auf dem Balkon von Thomas Kopp. | Bild: Thomas Kopp

Auch drinnen sprießt so einiges. In seiner Küche hat Kopp einen Kräutergarten angelegt. „Die Kräuter wachsen hervorragend.“ Neben Minze, Rosmarin und Basilikum baut er auch Peperoni und Snack-Paprika an.

Stärkere Nachfrage in Gärtnereien

Thomas Kopp ist nicht der einzige, der wegen des Coronavirus gerade das Gärtnern intensiv betreibt. Rosemarie Spiegel, Geschäftsführerin des gleichnamigen Gartencenters in Allmannsdorf, bestätigt: „Die Nachfrage ist noch größer als sonst zu dieser Jahreszeit. Die Leute haben mehr Zeit und nehmen sie sich auch für den Einkauf bei uns“, sagt sie. Im April sei lange schönes Wetter gewesen, das die Kunden für Gartenarbeiten genutzt hätten. Das merke sie auch am Umsatz. Sie ist froh, dass ihr Gartencenter von der Schließung durch die Corona-Verordnung ausgenommen war.

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Auch Baumärkte sind beliebt

Nicht nur Gärtnereien, auch Baumärkte profitieren derzeit. Auf Anfrage bei der Baumarkt-Kette Toom heißt es über die Situation in der Konstanzer Filiale: Die Nachfrage im ganzen Gartensortiment sei höher. „Es versuchen sich viele als Selbstversorger und greifen auf Sämereien, Setzlinge, Gemüse und Obst zurück“, sagt Daria Ezazi, Pressesprecherin bei Toom. Auch Kinderspielhäusern und Sandkästen seien gefragt.

Ein anderes Bild zeichnet sich bei Geschäften ab, die zwischenzeitlich schließen mussten. „Seit zwei Wochen haben wir wieder geöffnet. Daher läuft das Geschäft erst langsam wieder an. Inwiefern mehr Pflanzen gekauft werden, lässt sich daher erst Ende Mai sagen“, sagt Christine Leirer von der gleichnamigen Gärtnerei.

Ortswechsel auf die Insel Reichenau

Patricia Ramm arbeitet bei der Gärtnerei Haselberger auf der Insel Reichenau. In ihren Kundengesprächen höre sie oft, „dass die Leute sagen, sie wollen es sich zu Hause schön machen wegen Corona.“ Das dachte sich auch Kerstin Mädler. Neue Stauden gesetzt, Hecke gepflegt, den Rasen hergerichtet, neu eingesät und die Terrasse mit dem Hochdruckreiniger geputzt: Ihr Vorgarten sei noch nie so gepflegt gewesen. „Es wird langsam richtig schön bei mir“, sagt sie.

Kerstin Mädler hat sich in ihrem Garten ein kleines Idyll geschaffen, indem sie dieses Jahr mehr Zeit verbringt. Wegen der Corona-Krise musste sie ihre Urlaubspläne verwerfen.
Kerstin Mädler hat sich in ihrem Garten ein kleines Idyll geschaffen, indem sie dieses Jahr mehr Zeit verbringt. Wegen der Corona-Krise musste sie ihre Urlaubspläne verwerfen. | Bild: Kerstin Mädler

Weshalb sie so viel Fleiß und Mühe in ihren Garten steckt, hat einen Grund.

„Ich werde mehr Zeit dort verbringen, da Urlaube erst mal gestrichen sind. Es wird dieses Jahr kein Urlaub in Island stattfinden und auch die Schweiz zum Wandern wird wohl nicht ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen.“
„Ich werde mehr Zeit dort verbringen, da Urlaube erst mal gestrichen sind. Es wird dieses Jahr kein Urlaub in Island stattfinden und auch die Schweiz zum Wandern wird wohl nicht ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen.“ | Bild: privat

So konnte sie bereits Freunde mit Abstand draußen sehen und denjenigen unter ihnen eine Freude machen, die nicht in ihren Garten im Tägermoos können.

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Sie sind pflegeleicht, wachsen dicht zusammen und für schattige oder sonnige Randbereiche geeignet: In ihrem Vorgarten hat Kerstin Mädler Bodendecker gepflanzt. Sie sind eine gute Alternative für Rasen, der weitaus mehr Pflege benötigt.
Sie sind pflegeleicht, wachsen dicht zusammen und für schattige oder sonnige Randbereiche geeignet: In ihrem Vorgarten hat Kerstin Mädler Bodendecker gepflanzt. Sie sind eine gute Alternative für Rasen, der weitaus mehr Pflege benötigt. | Bild: Kerstin Mädler

Die Insel Mainau bezeichnet sie als „meinen großen Garten„, da sie dort arbeitet und Führungen macht. In ihrem eigenen Garten habe sie allerdings erst einmal noch genug zu tun: „Ich bin noch gar nicht fertig mit allem.“

Schubkarren als Garten-Ersatz

Deutlich schneller ging es hingegen bei Raphael Deggelmann aus Dingelsdorf. Das Besondere an seiner Gartenarbeit: Er baut Kartoffeln in einer Schubkarre an.

Blickfang in Dingelsdorf: Ein Schubkarren, in dem vor Kurzem Kartoffeln von Raphael Deggelmann angepflanzt wurden.
Blickfang in Dingelsdorf: Ein Schubkarren, in dem vor Kurzem Kartoffeln von Raphael Deggelmann angepflanzt wurden. | Bild: Marlies Lansche

Sein Prinzip ist einfach: „Erde drin, Kartoffeln rein. Die Natur macht den Rest“, sagt sein Vater Georg Deggelmann und lacht. So einfach kann Gärtnern in Corona-Zeiten sein.

Noch sind sie klein. Doch die Kartoffelpflänzchen werden mit der Zeit immer größer und wachsen in die Höhe.
Noch sind sie klein. Doch die Kartoffelpflänzchen werden mit der Zeit immer größer und wachsen in die Höhe. | Bild: Marlies Lansche