Nach dem Artikel über Senioren, die nicht in Pflegeheimen wohnen und sich bei der Organisation eines Impftermins im Stich gelassen fühlen, erreichten die Redaktion Anrufe und Mails von Betroffenen oder Angehörigen.

„Meine Schwiegermutter ist immobil und wird daheim gepflegt“, erzählt beispielsweise Frank Heidmann. „Für diese Gruppe müsste man mobile Impfteams organisieren. Diese mangelnde Information und Kommunikation seitens der Behörden ist unschön.“

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Nachdem die Stadt vom SÜDKURIER angesprochen worden war, schrieb Sprecher Walter Rügert am Montag: „Wir werden dies bei uns im Krisenstab aufgreifen.“ Damit sei jedoch erst nach Beendigung der Corona-bedingten Schließung der Ämter ab 11. Januar zu rechnen.

Da Oberbürgermeister Uli Burchardt im Urlaub weilte, antwortete Stellvertreter Andreas Osner: „Die Entscheidungen zum Thema Impfen und die Organisation der Abläufe finden auf Landes- bzw. Bundesebene statt. Auf die Vergabe der Impftermine hat die Stadt keinen Einfluss.“

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Elisabeth Wilkens, die für ihren Mann einen Termin organisieren möchte, über Osners Worte: „Das ist nun wirklich nichts Konkretes. Ich verstehe nicht, warum die Stadt so reagiert. In dieser Situation müsste ein Bürgermeister sagen: Liebe Senioren, wir werden für Sie einen kostenlosen Taxidienst organisieren.“

Elisabeth Wilkens versteht die passive Haltung der Stadt nicht.
Elisabeth Wilkens versteht die passive Haltung der Stadt nicht. | Bild: Schuler, Andreas

Die Verwaltung hat nun reagiert und angekündigt, ab Mittwoch kommender Woche Senioren telefonisch unter der Telefonnummer 900 3000 beraten und unterstützen zu wollen. Zusätzlich sollen über 80-Jährige einen Brief mit Infos zum Kreisimpfzentrum Singen erhalten.

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Bernd Eberwein vom Kreisseniorenrat befürchtet, „dass sich Senioren angesichts der Unsicherheit und Ängste nicht mehr impfen lassen wollen. Und das wäre fatal.“ In Gottmadingen, Gailingen, Aach oder Singen gäbe es bereits konkrete Pläne für Fahrdienste, „das sollte in Konstanz doch auch möglich sein. Das würde die Menschen beruhigen.“ Er geht davon aus, dass nach der Berichterstattung im SÜDKURIER nun alle Bürgermeister auf die Bevölkerung 80 und älter zugehen.

Mittlerweile reagieren auch Gemeinderatsfraktionen. So stellt die Freie Grüne Liste den Antrag, „vulnerable Bevölkerungsgruppen zu unterstützen unter Einbeziehung der ambulanten Sozial- und Pflegedienste“. Die Organisation eines Fahrdienstes in Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden und weitere Möglichkeiten der logistischen und operativen Unterstützung sei abzuklären.

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