In vielen Familien werden Jubelschreie zu hören gewesen sein, als sie die Nachricht vernahmen. Denn ab sofort dürfen wieder bis zu 20 Kinder im Freien trainieren. Ulf Lehmann, Fußballtrainer beim SV Litzelstetten, erzählt: „Am Mittwochabend kam das Okay für das Fußballtraining von unserer Jugendleitung, die sich auf der Sportamtseite informiert hatte.“ Kurze Zeit später war nicht nur Trainerkollege Philipp Roskamp mit im Boot, sondern auch ein Dutzend spielfreudige Jungs.

Der Feiertag war gerettet

„Eine Mutter schrieb, dass nun der Feiertag gerettet ist“, berichtet Roskamp lachend. Beide Männer trainieren in Litzelstetten Jungen im Alter von zehn und elf Jahren und haben Mühe, sich an die letzte Trainingseinheit auf dem Platz zu erinnern. „Wir freuen uns riesig, dass wir wieder loslegen können“, so Lehmann. Auch die Fußballer selbst sind am Tag darauf fast vollständig am Start und megaglücklich, wieder kicken zu dürfen.

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Große Begeisterung hat auch die Rundmail von Harald Schuster, Vorsitzender des USC Konstanz, bei Kindern und Eltern ausgelöst. Die erste Lockerung, bei der bis zu fünf Kinder in Gruppen im Freien trainieren dürfen, wurde vom Hallenreferenten des Stadtsportverbands sofort aufgegriffen.

Sofort mit Sport am Start

„Sobald etwas geht, starten wir“, sagt Schuster voller Enthusiasmus. „Die Rundmail ging an 30 Kinder bis zu 14 Jahren, geantwortet haben 40. Das liegt daran, dass wir Beate Lehmann, Sportlehrerin am Ellenrieder Gymnasium, im Boot haben. So trainieren jetzt hier nicht nur USC-Sportvereinsmitglieder, sondern auch Schüler aus dem Ellenrieder, die in der Volleyball-Kooperation dabei sind.“

Eine Zusatzversicherung deckt diese Kinder ab. „Die Kinder sind so glücklich über die Möglichkeit, draußen auf dem Beachvolleyball-Feld zu spielen, da ist es gerade egal, wie das Wetter ist“, sagt Schuster und zeigt auf die Mädchen im Hintergrund, die sich lachend die Bälle zuwerfen.

Harald Schuster vom USC Konstanz durfte die Kinder endlich wieder auf die Beachvolleyball-Felder lassen.
Harald Schuster vom USC Konstanz durfte die Kinder endlich wieder auf die Beachvolleyball-Felder lassen. | Bild: Jana Mantel

Etwas besser dran waren Kinder und Erwachsene, die Tennis spielen, da die Plätze für Einzeltraining schon etwas länger geöffnet sind. Marianne Rinke, Pressewartin beim TC Dettingen-Wallhausen, berichtet: „Das Einzeltraining, das wir angeboten haben, wurde sofort sehr gut angenommen, und überhaupt sind die Plätze komplett gebucht. Mithilfe der Luca-App, die dem Verein empfohlen wurde, kann man sich nicht nur bequem ein- und ausbuchen, sondern die Daten werden auch zehn Tage lang gespeichert. So kann man nachvollziehen, wer wann trainiert hat.“

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Trainermangel ist ein Problem

Joshua Kleiner trainiert die Kinder, so wie am Mittwoch Lena Weinmann, und ist derzeit dabei, Dreier- und Vierer-Trainingsgruppen aufzubauen. „Die Kinder, aber auch viele Erwachsene, fiebern dem Training entgegen“, berichtet Marianne Rinke. „Wir haben derzeit eher das Problem, dass uns die Trainer fehlen. Viele Studenten sind nicht hier vor Ort, das macht die Einsatzplanung sehr schwierig.“

Lena Weinmann ist schon länger draußen aktiv.
Lena Weinmann ist schon länger draußen aktiv. | Bild: Anneliese Bek-Frick

Besonderes Glück haben Sportler, die sogenannte weitläufige Sportarten betreiben. Dazu gehört zum Beispiel der Bogensport, wie es ihn ebenfalls beim SV Litzelstetten gibt.

Abteilungsleiter Hermann Pretzel berichtet, dass der Frust der Mitglieder dennoch groß ist, da alle Wettkämpfe abgesagt wurden. „Wir haben seit vier Wochen statt 20 nur acht Scheiben aufgestellt, in verschiedenen Entfernungen zwischen sechs und 70 Metern. So kann jeder einzeln trainieren, und dafür sind wir natürlich dankbar.“

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