Über 50 Erntehelfer aus Konstanz und Umgebung hatten sich, erzählt Junior-Chef Florian Fuchs, beworben. Acht wurden ausgewählt. Pflücken ist wie Radfahren, die Übung zählt.

Einer davon ist Haydar Akarpinar. Der 40-Jährige ist eigentlich Kellner im Restaurant Bleiche. Die hat nun wieder offen, endlich! Aber so richtig wie vorher läuft der Betrieb wie in allen Konstanzer Restaurants eben noch nicht.

Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof.
Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof. | Bild: Eva Marie Stegmann

Nun pflückt er Erdbeeren, um sein Kurzarbeitergeld aufzubessern. Das Problem: Das Trinkgeld, das in der Gastronomie eine so wichtige Rolle spielt, findet sich im Kurzarbeitergeld nicht wieder. „Ich wollte nicht aufs Amt und um Geld betteln“, sagt der 40-Jährige. Lieber aufs Feld.

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„Es gefällt mir sehr, sehr gut“, sagt er. Im Gegensatz zu den anderen Helfern kann er sich mit den polnischen Profi-Pflückern unterhalten. Er spricht nämlich russisch. Auch, wenn ihm die neue Arbeit Spaß macht. „Ich hoffe, dass ich bald wieder so viel wie vorher in der Bleiche arbeiten kann, es ist dort wie eine große Familie.“

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10 bis 15 Kilo die Stunde schafft er bereits. Das ist, wie Chef Florian Fuchs erklärt, ein super Wert. Am liebsten hört Haydar Akarpinar Musik beim Schaffen. Aus seinem Kopfhörer rappt Eminem den Song 8 Mile.

Eine Erdbeerreihe weiter pflückt der 20-jährige Denis Skorput. Normalerweise arbeitet er im Fischladen bei seinen Eltern. Doch dort sei momentan wenig los, wegen Corona.

Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof.
Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof. | Bild: Eva Marie Stegmann
Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof.
Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof. | Bild: Eva Marie Stegmann

Er mag Erdbeeren, sagt er, die Arbeit sei anstrengend aber gut. Sein Sound zum Pflücken: kroatischer Rock, das Lied heißt Pevacica.

Und es könnte noch anstrengender sein, wie Chef Florian Fuchs erklärt, arbeiteten dreiviertel aller Erdbeerpflücker in Deutschland gebückt. Auf dem Fuchshof gibt es Wägelchen, die die Arbeit erleichtern.

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„Die Arbeit ist hart und nichts für jeden, wer das macht, verdient Respekt“, sagt Florian Fuchs. Deutsche Feldarbeiter hat man hier lange nicht gesehen. Die Arbeiter auf dem Feld, die jede Beere von allen Seiten begutachten (rot muss sie sein), sie dann pflücken (aber bloß nicht an der Frucht anfassen) und dann ins richtige Körbchen legen – sehr gut, gut für Marmelade, nicht gut – müssen Fingerfertigkeit, Tempo und Leidensfähigkeit beweisen.

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Seit einigen Tagen erst dabei ist Mechthild Mayer.

Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof.
Das sind die deutschen Erntehelfer auf dem Fuchshof. | Bild: Eva Marie Stegmann

„Ich bewundere die polnischen Arbeiter, die das acht, neun Stunden am Tag machen“, sagt die 60-Jährige. Sie habe noch sieben Stunden schon Rückenschmerzen. Aber es sei schön, an der frischen Luft zu arbeiten, sagt sie. „Am ersten Tag bin ich todmüde ins Bett gefallen“, lacht sie.

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