„Coronabi: Wir waren mit Abstand die Besten“ ist dieses Jahr vermutlich eines der beliebtesten Abiturmottos. Gut, wenn die Schüler ironisch mit diesem Thema umgehen können, auch wenn es die Realität passend beschreibt. Denn richtige Abschlussfeiern, Abi-Streiche oder Mottowochen sind an Schulen aufgrund der Corona-Verordnung nicht umsetzbar. Wenn überhaupt, dann nur mit Mindestabstand und anderen Einschränkungen.

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So prüft beispielsweise die Realschule der Geschwister-Scholl-Schule laut Schulleiter Thomas Adam gerade, ob eine Übergabe der Abschlusszeugnisse jeweils pro Klasse realisierbar ist. Die Abifeier des Gymnasiums kann derweil im Konzil stattfinden. Thomas Adam sagt: „Darüber hinaus wird der Abistreich aber leider ausfallen. Die Mottowochen bleiben dagegen – allerdings mit Maske.“

Thomas Adam, Oberstudiendirektor der Geschwister-Scholl-Schule (Archivbild)
Thomas Adam, Oberstudiendirektor der Geschwister-Scholl-Schule (Archivbild) | Bild: Oliver Hanser

Na, wenigstens können diese gut in Kostüme integriert werden. Dass es aber einen gebührenden Abschluss und eine Verabschiedung der Schüler gibt, findet der Schulleiter auch in dieser Zeit wichtig: „Die Verdienste, sowohl der Lernenden, wie auch der Lehrenden, benötigen eine öffentliche Anerkennung – gerade bei der Kontaktlosigkeit umso mehr.“

Kein „Corona-Bonus“ für die Abschlussprüfungen

Für die Schüler hofft Thomas Adam, dass sie mit den gewonnenen Kompetenzen gut gerüstet für die Zukunft sind. Denn diese bringe, soviel wurde nun allen Menschen deutlich, viele Überraschungen mit sich. Einen Corona-Bonus bei den Noten wird es bei allem Verständnis für die Lage der Schüler aber nicht geben. Die Notengebung erfolge nach der Verordnung des Kultusministeriums.

Das Konzil ist ein beliebter Ort für Abschlussfeiern. Auch dieses Jahr können trotz Pandemie einige Schüler dort verabschiedet werden, allerdings unter Auflagen.
Das Konzil ist ein beliebter Ort für Abschlussfeiern. Auch dieses Jahr können trotz Pandemie einige Schüler dort verabschiedet werden, allerdings unter Auflagen. | Bild: Lukas Ondreka

Auf Notenbonus und Mottowochen verzichtet laut Schulleiter Patrick Hartleitner auch das Suso-Gymnasium.

Patrick Hartleitner ist Rektor des Konstanzer Suso-Gymnasiums. (Archivbild)
Patrick Hartleitner ist Rektor des Konstanzer Suso-Gymnasiums. (Archivbild) | Bild: Kirsten Astor

Allerdings nicht auf eine Abifeier: „Die Abiturienten haben eine Feier im Konzil organisiert, die den Vorgaben des Landes entspricht, also beispielsweise mit fest zugewiesenen Sitzplätzen.“ Auch er ist der Meinung, dass den Abschlussklassen eine schöne Veranstaltung zum Ende der schulischen Laufbahn zustehen würde.

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Das findet auch Frank Raddatz, Schulleiter der Theodor-Heuss-Realschule: „Wir können allerdings leider nicht alle Klassen zusammen verabschieden. Aber wir werden jedem Schüler so würdevoll wie möglich im Sekretariat das Zeugnis übergeben.“

„Ganz ohne Feier wäre aber zu schmucklos“

Die drei zehnten Klassen der Realschule und eine neunte Klasse mit Hauptschulabschluss könnten leider nicht alle zusammen feiern. Deswegen plane jeder Klassenlehrer mit seinen Schülern eine eigene private Feier. Frank Raddatz sagt: „Ganz ohne Feier wäre aber zu schmucklos, man muss die Leistung der Schüler besonders in diesem Jahr würdigen.“

Frank Raddatz, Schulleiter der Theodor-Heuss-Realschule Konstanz (Archivbild)
Frank Raddatz, Schulleiter der Theodor-Heuss-Realschule Konstanz (Archivbild) | Bild: Oliver Hanser

Geschenkt bekomme zum Schulabschluss allerdings niemand etwas, aber die Bedingungen wurden ein wenig erleichtert. So konnte beispielsweise jeder Schüler den Nachholtermin der Abschlussprüfung ohne Angabe von Gründen freiwillig wählen.