Viele Bürger sind noch unentschlossen, wenn es darum geht, vor welchen Namen sie am 27. September oder zuvor per Briefwahl ihr Kreuz setzen. So uneins sich die Konstanzer allerdings bei der Wahl ihres OB-Kandidaten sind, so einig sind sie sich bei den wichtigsten Themen, die sich bis 2028 in der Stadt verändern sollen. Der Grundtenor besteht aus diesen drei Worten: Wohnraum, Verkehr und Umweltschutz.

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Johannes Reichold (Konstanzer Bürger)

Bild: Timm Lechler

Johannes Reichold sagt: „Mir ist wichtig, dass die Stadt für die Konstanzer Bürger wieder attraktiver wird. Gerade an den Wochenenden habe ich das Gefühl, dass die Stadt sehr überlaufen ist. Es macht nicht mehr soviel Freude, wie zu dem Beginn meines Studiums, beispielsweise zum Einkaufen in die Stadt zu gehen. Ein großer Faktor davon ist auch, dass die Stadt sehr durch den Autoverkehr belastet ist. Ich würde mir wünschen, dass durch entsprechende verkehrstechnische Maßnahmen die Stadt wieder weniger vom Autoverkehr beeinflusst ist. Wichtig wären mir mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, sowie für Grünflächen und Freizeit. Das ist eins meiner Hauptanliegen.“

Helga Basler (Konstanzer Bürgerin)

Bild: Timm Lechler

Helga Basler sagt: „In unser Corona-Zeit weiß man ja gar nicht, was kommt, und man ist in allem ausgebremst. Aber bei bezahlbarem Wohnraum kann man ja ein großes Fragezeichen machen. Ich hab Glück, weil ich schon solange hier wohne und durch Zufall eine Wohnung bekommen habe. Die ist relativ günstig und auch bei ihrem Preis geblieben. Aber das ist ganz selten. Die Wohnungen in Konstanz sind nicht mehr bezahlbar. Das ist ein großes Thema.“

Jury Martin (OB-Kandidat für Konstanz)

Video: Lukas Ondreka

Silvio Krumm (Konstanzer Bürger)

Silvio Krumm sagt: „Ich stelle mir einen deutlich reduzierten Autoverkehr vor, vor allem hier in der Innenstadt. Auch entsiegelte Parkplätze und mehr Grünflächen, beispielsweise auf dem Stephansplatz. Beim Thema Bildung sollte mehr auf die Zukunft eingegangen werden.“

Bild: Timm Lechler

Der Konstanzer hat auch eine Idee zum Thema Bildung: „Ich würde sagen, ein Fach namens Zukunftsbildung sollte eingeführt werden, wo den Schülern beigebracht wird, was in Zukunft noch umgesetzt werden muss. Es sollte im Bezug auf Politik in den Schulen auch darauf geachtet werden, den Menschen die Lokalpolitik und ihre Wichtigkeit näher zu bringen.“

Andreas Matt (Konstanzer OB-Kandidat)

Video: Lukas Ondreka

Stephanie Noerpel (Konstanzer Bürgerin)

Stephanie Noerpel sagt: „Konstanz soll 2028 möglichst autofrei aussehen, dafür sollte mehr Fahrrad- und Fußgängerverkehr im Vordergrund stehen. Dazu entsprechend bezahlbarer Wohnraum und wieder mehr Familien, da der mittlere Altersteil in der Stadt fehlt.“

Bild: Timm Lechler

Sie erklärt diese Wahrnehmung: „Ich gewinne manchmal den Eindruck, dass man sehr viele Studenten und ältere Menschen in Konstanz hat. Es wäre aber schön, wenn auch wieder das Mittelfeld mit Familien in Konstanz verbleiben könnte und die Leute sich das dementsprechend auch leisten können.“

Uli Burchardt (OB-Kandidat & Amtsinhaber)

Video: Lukas Ondreka

Jürgen Matheis (Konstanzer Bürger)

Jürgen Matheis sagt: „Ein Punkt wäre auf alle Fälle, dass wir 2028 deutlich näher an den Klimazielen sind. Jetzt schwanken wir irgendwo zwischen 2030 und 2035. Und nicht einmal das ist ja konkret geplant. 2028 sollten wir eher schon bei Minimum 90 Prozent sein.“

Bild: Timm Lechler

Auch Matheis sieht das Thema Wohnen als große Aufgabe der kommenden Jahre. Er meint: „Der zweite Punkt wäre im Bereich Wohnen. Zum Beispiel, dass insbesondere für sozial schwache Menschen mehr gemacht wird. Dass Obdachlose, Hartz-4-Bezieher und Grundsicherungsbezieher wieder Wohnmöglichkeiten in der Stadt haben. Der große Teil der Obdachlosenunterkünfte ist im Mühlenweg: Nach dem Motto Hauptsache sie sind weg und man sieht sie nicht. Im Verkehrssektor sollte man ansprechendere Lösungen finden. Dieses Unding von Dauerprovisorium Bahnhofstraße sollte nicht mehr bestehen. Für mich wäre das C-Konzept ideal. Das sind meine drei Hauptpunkte.“

Andreas Hennemann (Konstanzer OB-Kandidat)

Video: Lukas Ondreka

Leonie Joos (Konstanzer Bürgerin)

Leonie Joos sagt: „Ich würde mich sehr freuen, wenn Konstanz ein bisschen bürgerfreundlicher wird. In der Zukunft sollte nicht mehr so viel Wert auf den Tourismus gelegt werden, wie es momentan der Fall ist. Natürlich sind mir die Mietpreise auch sehr wichtig. Wenn ich mir vorstelle, dass ich längerfristig in Konstanz bleiben möchte, dann würde ich das in der momentanen Preissituation nicht machen.“

Bild: Timm Lechler

Die junge Frau erklärt: „Zur Zeit studiere ich noch und wenn ich mir überlege, dass ich in der Nähe einen Job finden könnte, dann könnte ich es mir wahrscheinlich trotzdem nicht leisten hier zu wohnen. Das wäre wirklich schade.“

Luigi Pantisano (Konstanzer OB-Kandidat)

Video: Lukas Ondreka

Uwe Aschenbrenner (Konstanzer Bürger)

Uwe Aschenbrenner sagt: „2028 soll Konstanz klimaneutral sein. Umweltpolitisch sollte sich was verändert haben. Konstanz soll umweltfreundlicher werden, sodass wir das Ziel erreichen im besten Fall 2030 abgasfrei zu sein, so wie die Friday-for-Future-Bewegung auch fordert. Man sollte das nicht immer nach hinten verschieben.“

Bild: Timm Lechler

„Man sollte mehr für die Fahrradfahrer, die Behinderten und die Obdachlosen machen, ebenso wie für die sozial schwachen Menschen insgesamt. Man müsste auch den öffentlichen Verkehr stärken und weniger Autos in der Stadt haben. Auch mehr bezahlbaren Wohnraum sollte es geben. Das wäre alles wünschenswert. Es ist schon fünf vor zwölf beim Thema Umwelt. Das ist eigentlich das Maßgebliche, wo es Dinge zu ändern gilt.“

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