Die Kartons im Keller sind fein säuberlich aufgereiht und stapeln sich bis unter die Decke. Der Inhalt: Bierdeckel. Akribisch führt Dietrich Georg Buch über jede Kostbarkeit. Das Herzstück der Sammlung, die aktuell 190.000 Bierdeckel umfasst, ist ein Album, anhand dessen er Zuhörern eine spannende Reise rund um den Globus angedeihen lässt.

Kleine Kunstwerke

Laien mögen den Kopf schütteln: Wie kann man nur Bierdeckel sammeln? Ein kleiner Blick in die Sammlung weckt Verständnis: Bierdeckel können kunstvoll gestaltet sein und sind Zeugnisse der Geschichte, die anhand von Brauereien erzählt werden kann.

Dietrich Georg zeigt einige seiner Bierdeckel – zu sehen ist aber nur ein kleiner Teil der Sammlung. Diese umfasst 190.000 Stück.
Dietrich Georg zeigt einige seiner Bierdeckel – zu sehen ist aber nur ein kleiner Teil der Sammlung. Diese umfasst 190.000 Stück. | Bild: Scherrer, Aurelia

„Es sind alles Nostalgiker, die Bierdeckel sammeln“, schmunzelt Dietrich Georg. Bereits als Zehnjähriger hat er sein Faible für die kleinen Kunstwerke entdeckt, tauschte den Karton jedoch letztlich gegen Zinnsoldaten ein.

Während seiner Bundeswehrzeit kam er in das Zimmer eines Luftwaffenoffiziers und staunte: Die Wände waren mit Bierdeckeln gestaltet. „Das macht kein Sammler“, stellt Dietrich Georg fest. Vergilbte und mit Löchern versehene Bierdeckel sind ein absolutes No-Go.

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Trotzdem weckte dieser Anblick seine Sammelleidenschaft erneut. Er beschloss 1967, das Hobby ernsthaft zu betreiben. Zupass kam ihm später sein Beruf im Reisebüro und als Reiseleiter, der ihn in ferne Länder führte und damit zu außergewöhnlichen Bierdeckeln verhalf.

Raritäten aus aller Welt

Im Jahr 2008 wurde er von Radeberger mit dem Goldenen Bierdeckel ausgezeichnet; mit seiner Auslands-Reihe zählt er zu Deutschlands Spitzensammlern. Zu den Raritäten zählen unter anderem Stücke aus Antigua und Butan und über seine etwa 100 Jahre alten Bierdeckel aus Deutschland freut er sich besonders. „Der erste Bierdeckel ist 1898 erschienen; es wird noch gestritten, ob in Dresden oder Paris„, sagt Dietrich Georg.

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