Die Konstanzer Schänzlebrücke, Hauptverkehrsader Richtung Grenzzoll zur Schweiz und auch als Neue Rheinbrücke bekannt, ist nach monatelangen Bauarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben. Aufgrund von Hitzeblasen im Asphalt war die Brücke seit Juni aufwendig saniert worden. Die Fahrbahn war vor allem stadtauswärts in Fahrtrichtung Singen über die Jahre marode geworden, zwischenzeitlich war nur Tempo 30 erlaubt.

Aufwendige Sanierung

Jörg Bauer von der Neubauleitung Singen sagt: „Für den Verkehr wurde die Schänzlebrücke am Samstag, 12. September, wieder freigegeben. Am Montag wurden die Umleitungsschilder noch abgebaut.“ Die Hitzeschäden im Asphalt seien laut Bauer entstanden, da sich der Verbund zwischen der Abdichtungsschicht und der Betonplatte immer weiter gelöst hatte.

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Die Sanierung sei sehr aufwendig gewesen. Man habe verschiedene Schichten abtragen müssen, so beispielsweise die Betonbeschichtung, eine Versiegelungsschicht, den Gussasphalt und die Deckschicht, letztere mit ungefähr vier Zentimeter Dicke. „Außer der Betonoberfläche wurde alles komplett rückgebaut,“ sagt Bauer.

Baustelle dauerte länger

Die Bauarbeiten dauerten nicht zuletzt deshalb über eineinhalb Monate länger als anfänglich geplant. Darüber hinaus sei ein weiterer Grund gewesen, dass eine der Schichten auf dem Belag deutlich dicker gewesen sei, als zuvor erwartet. Jörg Bauer sagt: „Dadurch dauerte es um einiges länger den Belag vollständig abzudecken.“ Derlei käme bei einem solchen Rückbau immer wieder vor.

Ein weiteres Problem sei die schlechte Wetterlage während einer bestimmten Bauphase gewesen. „Während man an der Beschichtung und Abdichtung arbeitet, darf es nicht regnen“, sagt Bauer. „Da hatten wir ein bisschen Pech mit dem Wetter.“ Das schlechte Wetter habe es schwerer gemacht, ein geeignetes Zeitfenster für die weiteren Arbeiten zu finden.

Fehlende Maschinen

Zusätzlich sei spezielles, schweres Gerät, das die Baufirma benötigt habe, zwischenzeitlich auch bei Baustellen auf Autobahnen verwendet worden und deshalb nicht verfügbar gewesen. Baustellen auf Autobahnen hätten stets Vorrecht vor Arbeiten auf Bundesstraßen.

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Anfang September gab das Regierungspräsidium Freiburg, das für die Instandhaltung der Brücke zuständig ist, zusätzlich in einer Pressemitteilung an, dass es zu Personalengpässen während der Urlaubszeit gekommen sei. Insgesamt dauerte die Baustelle auf der Neuen Rheinbrücke aufgrund dieser Probleme deutlich länger als ursprünglich geplant.

Baumaßnahme wurde vorgezogen

Die Sanierungsmaßnahme war vom Regierungspräsidium Freiburg in Abstimmung mit den örtlichen Behörden, der Polizei, des Tiefbauamts und der Straßenverkehrsbehörde während des Corona-bedingten Lockdowns kurzfristig vorgezogen worden. Damit sollte das geringe Verkehrsaufkommen wegen der Grenzschließung genutzt werden. Aufgrund der gleichzeitigen Bauarbeiten am Sternenplatz kam es allerdings immer wieder zu langen Rückstaus in der Innenstadt, vor allem als die Grenze zur Schweiz wieder öffnete.

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Laut Jörg Bauer von der Neubauleitung Singen sind die Arbeiten an der Schänzlebrücke nun grundsätzlich erst einmal beendet. Nach einer Begehung mit der Baufirma werde entschieden, ob eventuell kleinere Nacharbeiten folgen müssten. Das sei allerdings ganz normales Vorgehen. „Kleinere Probleme kann man im Nachhinein lösen“, sagt Bauer. „Im ersten Schritt sollte der Verkehr so schnell wie möglich wieder normal fließen.“

Wie viel die Sanierung gekostet hat, steht noch nicht ganz fest. Laut Jörg Bauer liegt die Schlussabrechnung noch nicht vor. Unangenehme Überraschungen seien aber nicht zu erwarten.

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