Juliane Epp (62), Keramikerin

„Für mich soll die Spende Dankbarkeit und Wertschätzung ausdrücken“, sagt Juliane Epp, die seit 30 Jahren Abonnentin des Stadttheaters ist. Sie hat ebenso wie über 800 weitere Abonnenten ihren Jahresbeitrag für das Spieljahr 2019/20 gespendet.

Juliane Epp (62), Keramikerin
Juliane Epp (62), Keramikerin | Bild: Juliane Epp

Die Keramikerin erklärt: „Es ist für mich ein Privileg, ins Theater gehen zu können.“ Deshalb sei sie der Bitte des Theaters nachgekommen, die Jahreszahlung nicht zurückzuverlangen.

„Eine große Heldinnentat ist das aber nicht. Ich habe ja nicht Tausende von Euro in die Hand genommen.“ Dennoch kamen insgesamt 49.000 Euro zusammen – eine große Hilfe für das Stadttheater, wie Verwaltungsleiterin Sabine Bilharz-Jones erklärte.

Für Juliane Epp stand dabei aber nicht das Geld im Vordergrund: „Für mich ging es bei der Spende um mehr, denn der Betrag selbst ist ja relativ gering. Die Spende hat für mich vor allem einen symbolischen Wert. Die Künstler sollen sich wertgeschätzt fühlen.“

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Sie wisse auch, dass das Theater nicht von ihren Beiträgen finanziert werde, sondern durch Subventionen. Deshalb fände sie es falsch, diesen Betrag zurückzuverlangen. „Das Theater ist viel mehr wert, als das, was ich bezahle. Meine Spende soll ausdrücken, wie dankbar ich bin, dennoch hingehen zu dürfen.“

Zudem wolle sie Karin Becker, die neue Intendantin des Theaters unterstützen. „Sie hatte wegen Corona einen schwierigen Start. Mit der Spende möchte ich ihr Glück wünschen, damit sie gute Arbeit leisten kann und wir wieder gemeinsam Freude haben können bei Aufführungen.“

Eva Ruppaner (61), Steuerberaterin

Eva Ruppaner schätzt Kunst und Kultur – seit etwa 20 Jahren sei sie Abonnentin des Konstanzer Stadttheaters. „Mein Mann und ich gehen schon immer ins Theater. Wir sind echte Theaterfans.“ Es sei für sie daher selbstverständlich, auf die Rückerstattung des Abo-Beitrags zu verzichten.

Eva Ruppaner (61), Steuerberaterin
Eva Ruppaner (61), Steuerberaterin | Bild: Eva Ruppaner

„Es ist jetzt unsere Aufgabe, gemeinsam die Lasten der Coronakrise zu tragen. Gerade die Kulturschaffenden haben es besonders schwer. Daher will ich meinen Beitrag leisten, das Theater zu erhalten.“

Besonders die erneute Schließung im Herbst habe ihr weh getan. „Ich verstehe natürlich, dass das Theater wieder schließen musste. Dennoch fand ich es schade, da die Mitarbeiter mit viel Aufwand im Sommer die Hygienemaßnahmen umgesetzt hatten.“

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Mit ihrer Spende hoffe sie, auch ein Zeichen für andere zu setzen. „Ich möchte ein Bewusstsein für die Situation der Kulturbranche schaffen. Wir alle müssen die Künstler unterstützen.“

Lilla Visy-Tinkl (51), Goldschmiedin

Als Goldschmiedin fühlt Lilla Visy-Tinkl mit den Darstellern besonders mit. „Ich bin in meinem Beruf selbst künstlerisch tätig. Ohne Kunst und Kultur wäre das Leben farblos und eintönig.“

Lilla Visy-Tinkl (51), Goldschmiedin
Lilla Visy-Tinkl (51), Goldschmiedin | Bild: Lilla Visy-Tinkl

Sie finde es traurig, dass die Kulturschaffenden am stärksten von der Krise betroffen seien. „Ihre Aufführungen inspirieren mich und helfen mir im Alltag. Daher möchte ich jetzt etwas zurückgeben“, erklärt Visy-Tinkl.

Seit etwa 20 Jahren sei sie Abonnentin. Daher kenne sie viele Mitarbeiter persönlich. „Ich weiß, wie viel harte Arbeit hinter einer Aufführung steckt. Ich hoffe, dass das auch andere sehen und helfen. Denn es ist wichtig, sich gerade in der Not solidarisch zu zeigen.“

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Auch sie wisse, dass die gespendete Summe gar nicht so groß sei. „Aber ich hoffe, es hilft zumindest bisschen.“ Zudem sei es ein Zeichen an die Künstler. „Ich möchte, dass die Belegschaft dadurch merkt, dass das Publikum sich bei ihnen wohlfühlt.“ Deshalb wünsche sie sich, dass noch mehr Leute für das Theater spenden.

Antina Deike-Münstermann (55), Verlegerin

Antina Deike-Münstermann ist seit 2009 Abonnentin des Stadttheaters. „Daher habe ich natürlich eine enge Beziehung zum Theater. Es bildet und eröffnet neue Perspektiven.“ Kunst und Kultur gehörten für sie einfach zum Leben dazu. „Deshalb wollte ich helfen.“ Denn die Mitarbeiter müssten ja weiterhin bezahlt werden.

AntinaDeike-Münstermann (55), Verlegerin
AntinaDeike-Münstermann (55), Verlegerin | Bild: Antina Deike-Münstermann

Die Verlegerin leidet vor allem mit der neuen Intendanz. „Durch Corona konnte sie nur ein Stück spielen lassen, bevor es wieder in den Lockdown ging. Das war wirklich nicht leicht für sie“. Daher habe sie der Intendantin ihre Unterstützung signalisieren wollen.

Für die kommenden Monate hoffe sie wie alle Abonnentinnen darauf, endlich wieder neue Stücke genießen zu können. „Das Stadttheater hatte im Sommer ein sehr gutes Konzept, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Ich wünsche mir, dass das wertgeschätzt wird und das Theater bald wieder öffnen darf.“

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Doch selbst wenn das nicht klappen sollte, möchten die Spenderinnen das Theater weiterhin unterstützen. „Ich würde auch den Betrag für dieses Jahr spenden, obwohl ich erst ein einziges Stück gesehen habe“, verspricht Antina Deike-Münstermann.