Nach fast 23 Jahren Tätigkeit in der Reichenauer Verwaltung verlässt Petra Eisenbarth zum 30. Juni das Rathaus auf der Insel. Seit November 2015 leitete sie dort das Ortsbauamt. Als Grund nannte sie: „Ich will wieder zu meinen alten Wurzeln zurück in die Kämmerei. Ich bin ein Zahlenmensch. Das Finanzwesen ist mein Ding.“ Die Finanzwirtschaft habe sie schon während ihres Studiums an der damaligen Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl am meisten fasziniert. Nun habe sich eine Stelle in der Kämmerei der Stadt Konstanz angeboten, die sie am 1. Juli antreten werde, so Eisenbarth.

Großes Lob vom Bürgermeister zum Abschied

Bürgermeister Wolfgang Zoll äußerte zwar Verständnis, sagte aber auch: „Ich bedaure das sehr. Sie war für mich immer eine ganz wichtige Kraft und eine große Bereicherung für uns als Team. Sie hat sich toll eingearbeitet und mit viel Engagement, Elan und Sachkenntnis das Thema Baurecht bearbeitet.“ Und dieses sei auf der Reichenau ja etwas Spezielles durch die Streusiedlung, verbunden mit der oft auftretenden Frage, ob ein Grundstück im Innen- oder Außenbereich liege, sowie durch die häufigen landwirtschaftlichen Privilegierungen. Innerhalb der Verwaltung sei ein Wechsel Eisenbarths nicht möglich, weil alle Stellen in der Kämmerei besetzt seien.

Neue Bauvorhaben auf dem Festland (Bildvordergrund) sollen der Gemeinde Reichenau.große Gewinne bringen.
Neue Bauvorhaben auf dem Festland (Bildvordergrund) sollen der Gemeinde Reichenau.große Gewinne bringen. | Bild: Rau, Jörg-Peter

In eben dieser Reichenauer Kämmerei hat Eisenbarth zunächst gearbeitet. Seit 1997 war sie die stellvertretende Kämmerin und Leiterin des Steueramts. Damit sei sie auch zuständig gewesen für die Stiftung Seniorenzentrum. Zudem war Eisenbarth Schriftführerin beim Abwasserreinigungsverband östlicher Bodanrück. Von 2004 bis 2010 sei sie in Elternzeit gewesen, so Eisenbarth, habe aber auch in dieser Zeit weiter die Aufgaben für die Stiftung und den Verband übernommen. Nach ihrer Rückkehr ins Rathaus sei sie dann zunächst an Projekten im Zusammenhang mit dem Entwicklungskonzept beteiligt gewesen. 2011 sei die Bauleitplanung zu ihrem Aufgabenbereich hinzugekommen. Und im selben Jahr habe sie zudem vom ausscheidenden Rechnungsamtsleiter Stefan Wedelich die Aufgabe als Verbandsrechnerin beim Abwasserverband übernommen.

Nach 23 Jahren Lust auf eine neue Herausforderung

„Das Ortsbauamt war auch schön, aber nicht so schön wie die Kämmerei“, meinte Eisenbarth. „Ich habe viel für mich selbst gelernt.“ Das Ortsbauamt sei ein weites Betätigungsfeld gewesen, sehr interessant und eine Herausforderung, so Eisenbarth. Aber nach 23 Jahren könne man ja schon mal etwas Anderes probieren. Es sei für sie persönlich noch ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel. Sie freue sich nun auf ihre neuen Aufgaben: „Was ich vermissen werde, sind meine Arbeitskollegen. Wir sind ein tolles Team und Dr. Zoll ist ein toller Chef. Es war ein sehr harmonisches, angenehmes Arbeiten.“