Die Einschläge scheinen näher zu kommen. Kaum eine Stadt im Landkreis Konstanz, in der nicht schon aufgrund von Corona-Infektionen einzelne Schulklassen und Lehrer in Quarantäne geschickt werden mussten. Mag die Anzahl der neu infizierten Personen in den vergangenen sieben Tagen im Landkreis mit 62 (Stand: 9. Oktober) und in Konstanz mit 16 Fällen im Verhältnis zur Einwohnerzahl noch gering erscheinen, so ist doch Vorsicht geboten.

Die Gemeinschaftsschule.
Die Gemeinschaftsschule. | Bild: Oliver Hanser

Auch die Schulen sind nicht ausgenommen. „Das Problem ist bisher aber nicht das Verhalten der Schüler oder der Lehrpersonen in der Schule“, sagt Jürgen Kaz, Direktor am Humboldtgymnasium und geschäftsführender Schulleiter der Konstanzer Gymnasien. „Mehr Sorgen bereitet uns die private Ebene: Feiern in den Familien oder Treffen der Jugendlichen untereinander außerhalb der Schulzeiten.“

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In den Gebäuden beobachtet er vorbildliches Verhalten. „Da herrscht große Vernunft und die Einsicht, sich gegenseitig im Alltag zu unterstützen.“ Das Landratsamt pflichtet ihm bei – mit Einschränkungen. Pressesprecherin Marlene Pellhammer: „Die vermehrten Erkrankungsfälle und positiven Nachweise in Schulen stellen ein Abbild der allgemein steigenden Zahlen dar. In gewisser Weise handelt es sich auch um ein schulspezifisches Problem, da in Gemeinschaftseinrichtungen mehrere Personen aufeinander treffen und das Virus somit übertragen werden kann.“ Hygienekonzepte seien deshalb unabdingbar.

Schüler der Geschwister Scholl-Schule nach Unterrichtsende.
Schüler der Geschwister Scholl-Schule nach Unterrichtsende. | Bild: Oliver Hanser

Jürgen Kaz und sein Kollege Thomas Adam von der Geschwister-Scholl-Schule, wo im Laufe der Woche zwei Klassen sowie mehrere Lehrer aufgrund zweier nachgewiesener Corona-Fälle in häusliche Quarantäne geschickt wurden, unterstützen das Ansinnen der Behörde. Sie sagen: „Die Hygienemaßnahmen in den Schulen müssen funktionieren, und die Einhaltung muss streng überwacht werden.“

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Kaz unterstreicht einen Aspekt, der in seinen Augen stets etwas zu kurz kommt: „Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass es auch um den Schutz der Lehrer geht“, sagt er und betont: „Ein Lehrer kann bis zu zehn Klassen pro Woche unterrichten. Zwei infizierte Lehrer können eine ganze Schule lahmlegen.“

„Familien- oder Geburtstagsfeiern meiden“

Was rät das Gesundheitsamt bisher nicht betroffenen Schülern und Eltern angesichts der Zunahme von Fällen? „Unabhängig von Schulen raten wir dazu, nicht nur die Regelungen in den Corona-Verordnungen einzuhalten, sondern möglichst Anlässe zu meiden, in denen es eher zu einem Infektionsgeschehen kommen kann, wie zum Beispiel Geburtstagsfeiern, private Partys, Familienfeiern“, heißt es auf Anfrage.

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Die Kreisverwaltung betrachtet laut Pellhammer die aktuelle Entwicklung mit Sorge, „wenngleich mit einem Anstieg der Infektionszahlen in der kälteren Jahreszeit zu rechnen war. Das Landratsamt ist auf diese Situation vorbereitet.“

Der Mund-Nasenschutz soll Schüler und Lehrer gleichermaßen schützen. Beim Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus kommen den Hygienemaßnahmen große Bedeutung zu.
Der Mund-Nasenschutz soll Schüler und Lehrer gleichermaßen schützen. Beim Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus kommen den Hygienemaßnahmen große Bedeutung zu. | Bild: Oliver Hanser

Das Land hat am Donnerstag Pandemiestufe zwei von drei ausgerufen, noch geht es nicht um die Schließung einzelner Schulen – was jedoch beschlossen werden könnte, wenn die drei Stufen nicht zünden. Das zuständige Kultusministerium veröffentlichte die Voraussetzungen für Fernunterricht: Der wird erteilt, wenn Schüler den Präsenzunterricht nicht besuchen können, wenn das Gesundheitsamt eine Klasse oder eine gesamte Schule in Quarantäne schicken muss, oder wenn es regional zu einer temporären Schulschließung kommen sollte.

Bild: Sebastian Gollnow

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