Von Beginn an war die Stimmung am Konzil anders als beim Auftakt. Aufgeladener. Angeheizter. Wacher. Schon lange vor dem Spiel war der Public-Viewing-Bereich voll. Immer wieder wurden Fangesänge angestimmt, getrötet, gejubelt – noch bevor das zweite EM-Spiel der Nationalmannschaft überhaupt erst startete. Es sollte ein glücklicher Abend werden.

Eine Stadt in Feierlaune

Konstanz in Feierlaune – trotz des drohenden Endspiel-Charakters. Eine Niederlage gegen Portugal hätte das Weiterkommen für die deutsche Nationalelf deutlich erschwert. Doch im Konzil schien das niemanden zu stören, auch nicht Dominik Kohler, Jochen Kessler, Elias Amann und Fabian Meier. Sie kommen aus Bonndorf, kicken dort selbst in der Bezirksliga. Die Freunde sind übers Wochenende zu Besuch bei Elias Amann, er studiert an der HTWG Bauingenieurwesen. „An den Reiseführer gab es nur eine Vorgabe: Das Spiel auf einer großen Leinwand im Schatten schauen. Das war hier mega“, erklärt Kessler.

Von links: Dominik Kohler, Jochen Kessler, Fabian Meier und Elias Amann nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft.
Von links: Dominik Kohler, Jochen Kessler, Fabian Meier und Elias Amann nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft. | Bild: Jannik Höntsch

Ihren Spaß hatten sie – schließlich sind sie alle mindestens einmal geimpft und auch die deutsche Nationalmannschaft gab dafür ihr Bestes. Von Beginn an spielten sie stark auf, machten es den Portugiesen schwer – bis zum überraschenden Rückstand. „Dann aber wieder so zurückzukommen, das war eine gute Moral“, findet Kohler.

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Generell war es ein Spiel, das für einen perfekten Fußballnachmittag nicht angenehmer hätte sein können – sonnig, stimmungsgeladen, in guter Gesellschaft und auch noch torreich. Rund 130 Gäste schauten dem Spiel zu – plus die vielen, die außen am Geländer standen. „In besonderer Erinnerung bleibt aber, dass Halstenberg statt Günter eingewechselt wurde“, erzählt Amann lachend.

Die vier Bonndorfer sind Fans des SC Freiburg und stolz auf ihren Legionär Christian Günter. Sie sind eine witzige Truppe, am Tisch fällt in bester Fußballer-Manier ein Spruch nach dem anderen. Sie machen Späße, flachsen herum. Man merkt – sie genießen ihren gemeinsamen Trip.

„Die wichtigschte Regel isch: Es isch immer besser ha wie bruche“

Auch um das Weiterkommen der Nationalmannschaft machen sie sich nach dem starken Auftritt der Nationalelf nun keine Sorgen mehr. Nach dem hohen 4:2-Sieg gegen den amtierenden Europameister ist die Freude am Tisch riesig. Gerade da auch die Tordifferenz in der starken Gruppe noch entscheidend sein kann. „Die wichtigschte Regel isch: Es isch immer besser ha wie bruche“, fügt Amann an.