Mehr als 1000 Bürger haben am 27. September bei der Oberbürgermeisterwahl zwar abgestimmt, mit ihrer Meinung aber keinen Einfluss auf das Ergebnis nehmen können. Damit ist die Zahl der durch Formfehler verlorenen Stimmen größer als der Unterschied zwischen den beiden erfolgreichsten Kandidaten.

Wahlleiter Andreas Thöni sagt, bei der Briefwahl hätten 1093 Wahlbriefe zurückgewiesen werden müssen. Das entspricht knapp drei Prozent der abgegebenen Stimmen. Und diese Zahl erhöht die Wahlbeteiligung von den amtlich 55,7 Prozent der abgegeben Stimmen auf eine Teilnahme von 57,4 Prozent.

Wahlleiter Andreas Thöni.
Wahlleiter Andreas Thöni. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Die hohe Zahl an Zurückweisungen liegt auch daran, dass Konstanz – anders als Stuttgart der Karlsruhe, wo ebenfalls OB-Wahlen anstehen – massiv auf die Briefwahl setzt. So erhielten alle Wahlberechtigten die Unterlagen dafür frei Haus. Für viele Bürger, die sonst in das mit Wahlhelfern besetzte Wahllokal gingen, war das Verfahren neu. Dass durch Benutzungsfehler nun Stimmen verloren gegangen sind, bedauert Thöni. Die Stadt habe aber nachweislich alles getan, um den Wählern das Verfahren so gut wie möglich zu erklären.

So stellen Sie sicher, dass Ihre Stimme zählt

Gründe für die Zurückweisung eines Wahlbriefs waren zum Beispiel: Wahlschein nicht unterschrieben, unterer Teil versehentlich abgetrennt, Wahlschein mit dem Stimmzettel in den blauen Umschlag gesteckt. Andreas Thöni bittet deshalb die Wähler darum, dass sie die Anweisungen in den Wahlunterlagen genau beachten. Was bei der Wahl per Brief zu beachten ist und welche Fehler die Stimme ungültig machen, wird im Video erklärt.

Video: Rau, Jörg-Peter

Bitte bei der Wahl unbedingt beachten:

  • Der graue Stimmzettel und sonst nichts kommt in den blauen Umschlag. Dann muss dieser blaue Umschlag zusammen mit dem vollständigen, unterschriebenen gelben Wahlschein in den roten Umschlag.
  • Dann nichts wie ab zum Briefkasten des Rathauses, des Bürgerbüros oder den Ortsverwaltungen. Warum? Der Donnerstag, 10. Oktober, ist der allerletzte Tag, an dem einigermaßen sichergestellt ist, dass die Stimme auch noch rechtzeitig eingeht. Wenn Sie also sicher sein wollen, dass Ihre Stimme zählt, werfen Sie Ihren Wahlbrief bis Sonntagabend in die genannten Briefkästen der Stadtverwaltung ein oder suchen eines der Wahllokale auf.

21.000 Wahlbriefe hatte die Stadtverwaltung bis Mittwoch zurückerhalten, so Andreas Thöni. Das sei in der Tendenz etwas weniger als beim ersten Durchgang drei Wochen zuvor. Wähler können sich aber noch bis Sonntagabend entscheiden. Am Ende könnte die Zahl der abgegebenen Stimmen auch die 40.000er-Grenze überschreiten.

Eine verspätete Abgabe der Wahlbriefe ist im ersten Wahlgang kein Problem gewesen: Nur rund 100 Wahlbriefe seien nicht mehr rechtzeitig angekommen, sagte Thöni. Oder andersherum: Über 99,7 Prozent der Stimmen wurden rechtzeitig abgegeben.

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