Heidi Schätzle, die Leiterin des Tierschutzheims in Konstanz, muss derzeit immer wieder Menschen abweisen, die ehrenamtlich für die Tiere anpacken wollen. „Wir haben massiv Nachfragen. Die Leute wollen ehrenamtlich helfen.“ Doch dies gehe wegen der Infektionsgefahren nicht.

So wenig Kontakte wie möglich

Das Tierschutzheim ist für Besucher geschlossen. Auch die bewährten Gassigänger und Helfer, die Fahrten zum Tierarzt übernehmen, kämen derzeit nicht zum Einsatz. So wenig Kontakte wie möglich, das sei oberstes Gebot, sagt Heidi Schätzle. Nur die festangestellten Mitarbeiter kämen weiter ins Heim, versorgten die Tiere und stünden in Notfällen bereit.

Derzeit gelte es, vier Hunde, sieben Katzen und zwei Dutzend Kaninchen zu versorgen. Das Tierschutzheim habe kurz vor der Corona-Krise viele Tiere vermitteln können, deshalb seien jetzt wenige da. Das könne sich allerdings schnell ändern.

Einnahmen aus Pension fehlen

Heidi Schätzle blickt mit Sorgen in die Zukunft. Das vom Tierschutzverein getragene Heim finanziere sich vor allem aus Spenden und Einnahmen durch Pensionstiere. Doch wegen der Corona-Krise werde kein Tier in Pension gegeben. Die wegfallenden Einnahmen seien schwer zu verkraften: „Das kann existenziell werden“. Heidi Schätzle fürchtet auch, dass in Zeiten von Kurzarbeit und anderen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Spendenbereitschaft nicht so groß ist.

Ob der Verein für seine Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden oder Zuschüsse beantragen könne, sei noch nicht geklärt. Allerdings sei das Haus schon jetzt am Limit: „Wir haben drei Mitarbeiter. Wie will ich da Kurzarbeit fahren?“

Weil die ehrenamtlichen Helfer derzeit nicht herangezogen werden, bleibe alles an den festen Mitarbeitern hängen. Und die Auszubildenden könnten keine Fahrten zum Tierarzt übernehmen, da sie noch keinen Führerschein hätten. Heidi Schätze hofft, dass Spender oder Paten, die jeden Monat den Unterhalt für ein Tier übernehmen, die Ausfälle wett machen.