Dreizehn Wunschbäume gibt es in der Adventszeit aktuell in Konstanz, Allensbach und der Reichenau. Das Prinzip ist fast identisch. Jeder Interessierte kann einen Wunschzettel abnehmen und das entsprechende Geschenk besorgen. Spätestens wenn um das Abgeben des Präsents geht, dann ist Achtsamkeit geboten, denn jeder Organisator hat etwas andere Modalitäten.

Wie wichtig und sinnstiftend diese Aktion ist, die mittlerweile in Konstanz von drei verschiedenen Veranstaltern geboten wird, zeigt ein Beispiel aus dem Erfahrungsschatz von Soroptimist International Club Konstanz – ein Service-Club, der ausnahmslos aus engagierten Frauen besteht: „Ein Flüchtlingskind hatte sich ein Kuscheltier für seine kleine Schwester gewünscht. Das war so selbstlos. Das hat mich sehr gerührt. Das werde ich nie im Leben vergessen“, erzählt Soroptimist-Mitglied Lilla Visy-Tinkl von einem der emotional bewegenden Momente.

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Bereits zum zwölften Mal richtet der Soroptimist Club Konstanz diese Aktion aus. Acht Bäume haben sie mit 335 Wunschzetteln bestückt. Die Wünsche von bedürftigen, benachteiligten oder Not leidenden Kindern aus Konstanz und Umgebung haben sie von der Arbeiterwohlfahrt (AWO), dem Caritas-Verband, dem Landratsamt Konstanz und dem Sozialdienst Katholischer Frauen erhalten.

Die Soroptimist-Wunschbaum-Standorte

Wer einen Wunschzettel von einem der Soroptimist-Bäumen nimmt und das entsprechende Geschenk kauft, sollte dieses bis Mittwoch, 15. Dezember, zum Baumstandort zurückbringen.

Kinderaugen leuchten lassen

Auch der Club Rotaract, die Jugendorganisation des Service-Clubs Rotary, organisiert zum zweiten Mal eine Wunschbaum-Aktion und hat vier Bäume mit Wunschzetteln bestückt. Die Namen und Wünsche kamen über das Jugendamt und Skipsy, einer Organisation des AWO-Kreisverbands, die Kinder von psychisch kranken Eltern unterstützt. Bis Freitag, 17. Dezember, können Interessierte an vier Orten in Konstanz (Seeapotheke, Optik Hepp, Vedes und Apotheke im Seerheincenter) Wunschzettel mitnehmen und erfüllen.

Gemeinsam am Rotaract-Wunschbaum (von links): Apotheken-Mitarbeiterin Isabelle Schöll, Rotaract-Mitglied Saskia Metzel, Apotheken-Mitarbeiterin Kristina Hohlfeldt, Rotaract-Mitglied Jannik Mittelstaedt.
Gemeinsam am Rotaract-Wunschbaum (von links): Apotheken-Mitarbeiterin Isabelle Schöll, Rotaract-Mitglied Saskia Metzel, Apotheken-Mitarbeiterin Kristina Hohlfeldt, Rotaract-Mitglied Jannik Mittelstaedt. | Bild: Jana Mantel

Der Service-Club Rotaract sammelt die Geschenke an einem zentralen Punkt, wo sie dann abgeholt werden. Jannik Mittelstaedt von Rotaract erklärt: „Wichtig ist uns, dass alle Kinder, die einen Wunschzettel ausgefüllt haben, etwas bekommen.“ Aus dem Grund schauen dann die Rotaract-Club-Mitglieder gegen Ende der Aktion nach, welche Zettel noch hängen. „Die Geschenkwünsche auf den noch übrigen Zetteln besorgen wir dann selbst“, so Saskia Metzel, seit acht Jahren Mitglied.

Der größte Wunschbaum der Stadt

Nur einen, aber dafür den größten Baum hat die Marketing und Tourismus Konstanz (MTK) GmbH bestückt: Den Christbaum vor Edeka in der Rosgartenstraße. In diesem Jahr kommen die Geschenke dem Pestalozzi-Kinderdorf und dem Haus St. Franziskus, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, zugute.

Sie haben den Wunschbaum vor Edeka in der Rosgartenstraße geschmückt (v.l.) Elke Lang vom Haus St. Franziskus, MTK-Geschäftsführer Eric Thiel, Schirmherr Oberbürgermeister Uli Burchardt, MTK-Mitarbeiterin Helena Galanakis, MTK Aufsichtsrat Manfred Hölzl und Daniela Speitel vom Pestalozzi Kinderdorf.
Sie haben den Wunschbaum vor Edeka in der Rosgartenstraße geschmückt (v.l.) Elke Lang vom Haus St. Franziskus, MTK-Geschäftsführer Eric Thiel, Schirmherr Oberbürgermeister Uli Burchardt, MTK-Mitarbeiterin Helena Galanakis, MTK Aufsichtsrat Manfred Hölzl und Daniela Speitel vom Pestalozzi Kinderdorf. | Bild: Scherrer, Aurelia

Bemerkenswert findet Helena Galanakis, Bereichsleiterin Stadtmarketing der MTK, dass es sich ausnahmslos um bescheidene Wünsche handelt. „Gemüse aus Holz, das man schneiden darf, wünscht sich ein Mädchen aus dem Pestalozzi-Kinderdorf“, gibt Helena Galanakis ein Beispiel und liest aus Wunschzetteln der Bewohner des Hauses St. Franziskus: „Kuschelsocken, Weihnachts-CD, ein duftendes Duschgel und eine Wanduhr, am liebsten in Rot.“

Auch wenn die Mädchen und Jungen noch auf das Christfest und die Bescherung warten müssen, hatten sie aber jetzt schon viel Freude, denn: „Unsere Kinder haben nämlich noch nie so früh einen Wunschzettel geschrieben“, lächelt Daniela Speitel vom Pestalozzi Kinderdorf. Sie freut sich mit den Kindern, die nicht bei den leiblichen Eltern groß werden können, zumal es eben vielen jener Eltern aus finanziellen Gründen „nicht möglich ist, selbst ein Geschenk zu kaufen“, so Speitel.

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Fest steht für die MTK: „Der Wunschbaum wird fester Bestandteil unserer Adventsaktionen und wir versuchen, künftig noch mehr Einrichtungen zu bedenken“, so Helena Galanakis. „Dafür mache ich gerne Werbung, damit viele Konstanzer herkommen und einen Wunsch erfüllen“, stellt Oberbürgermeister Uli Burchardt als Schirmherr fest, der sich selbst gleich ein Kärtchen mitgenommen hat. Wer die Wünsche dieses Baumes erfüllt, gibt das Geschenk bis spätestens Donnerstag, 16. Dezember, um 17 Uhr im Info-Center der MTK in der Oberen Laube 71 ab.