11,64 Millionen Euro: Bei dieser Zahl müssen viele Kreisräte schlucken. Sie wurde den Lokalpolitikern bei der ersten öffentlichen Sitzung des Kreistages am Montag vorgestellt. Aufgrund des Lockdowns wegen des Coronavirus gibt es ein Finanzloch beim Landkreis zu beklagen. Die Finanzverwaltung betonte allerdings, dass es sich bei der Verschlechterung von 11,64 Millionen Euro um einen Zwischenstand aufgrund der Meldungen bis zum 30. April handle.

Obwohl die Kreisräte räumlich auseinander rückten, um den Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten zu können, rückten sie bei den Sparplänen des Landkreises näher zusammen. Einige Investitionen, die für 2020 geplant waren, werden um ein Jahr verschoben, um die Gemeinden etwas zu entlasten. Den Kreisräten wurde eine Liste mit Projekten im Wert von 4,84 Millionen Euro vorgelegt, die dieses Jahr nicht realisiert werden sollen.

Sanierung der Kreisstraße 6178 bleibt

Auf dieser Liste stand auch die Kreisstraße 6178, die durch das Wasserburger Tal bei Eigeltingen führt. Alois Fritischi, Bürgermeister von Eigeltingen, erhob sofort Einspruch. „Die K 6178 ist in einem so miserablen kaputten Zustand, wir können die Sanierung der Straße nicht aufschieben“, sagte er. Er bat den Kreistag darum, die für 2020 geplanten Baumaßnahmen für 1,2 Millionen Euro nicht zu verschieben. Viele Kreisräte, auch aus anderen Fraktionen, unterstützten diesen Wunsch. „Die Straße im Wasserburger Tal ist die schlechteste Straße im Landkreis, die wir haben. Aber sie ist infrastrukturell sehr, sehr wichtig“, argumentierte Georg Geiger von der FDP. Er stellte letztlich auch einen Antrag, der mehrheitlich angenommen wurde.

Ebenfalls ausgebaut wird in diesem Jahr der Radweg zwischen Dingelsdorf und Dettingen. Auch diese Baumaßnahme stand zur Debatte, auf das Jahr 2021 geschoben zu werden. Konstanz Oberbürgermeister Uli Burchardt warb für den Ausbau des Weges: Es sei die einzige Lücke im Radweg zwischen dem Überlinger See und dem Gnadensee. „Der Fahrradweg ist meiner Meinung nach daher von größerer Bedeutung“, sagte Burchardt. Zustimmung gab es von Simon Pschorr von den Linken: „Wir sollten den Radweg Dettingen/Dingelsdorf für 120 000 im Haushaltsplan lassen, wenn wir als Landkreis fahrradfreundlich sein wollen.“ Mehrheitlich sahen es die anderen Kreisräte auch so.

Radweg zwischen Dingelsdorf und Dettingen wird ausgebaut

Nicht verwirklicht wird dieses Jahr die Restsanierung der K 6129 von Stetten bis zur L 191 (Hegaublick). Johannes Moser, Freie Wähler und Bürgermeister von Engen, ermahnte, dass die geplante Restsanierung nicht auf unbestimmte Zeit verschoben werden sollte. Er zwang der Verwaltung das Versprechen ab, dass die Ausschreibung für die Restsanierung noch diesen Herbst ausgeschrieben werde und die Baumaßnahmen möglichst Anfang 2021 starten sollten. Ebenfalls verschoben werden die Maßnahmen zum Behördenzentrum in Radolfzell, der Gemeinschaftsunterkunft Steinstraße in Konstanz, der Grunderwerb zum Radweg bei der K 6120 (Volkertshausen) und die Sanierungen der Kreisstraßen 6100 (Liggeringen-Bodman), 6170 (Markelfingen-Allensbach West) und der Radweg 6168 (Markelfingen bis Kaltbrunn).

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