Die schlechten Nachrichten aus dem Don Bosco Pflegehaus für demente Senioren ließen diese Woche kaum jemanden kalt. Von zwei Wohngruppen ist dort fast eine ganze mit dem Virus infiziert, insgesamt 21 Senioren. Dazu mittlerweile zwölf Pfleger. Überall, wo Menschen eng miteinander leben oder lehren, häufen sich die Fälle, so scheint es. Die Gastronomie ist zu und die meisten Freizeiteinrichtungen.

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Nur noch in Schulen, Kitas und Heimen sitzen Menschen aufeinander, wenn auch mit Abstand und Maske. Fragt man beim Landratsamt nach aktuellen Zahlen für die Stadt, dauert das länger als üblich. Insgesamt, so teilt Marlene Pellhammer dann mit, zählt die Stadt derzeit 175 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Personen. An fünf Senioreneinrichtungen gibt es Kranke.

Mehrheit am Don Bosco

Dass die Mehrheit davon am Don Bosco ist, liegt auf der Hand, wirft man einen Blick auf die Zahlen: Es sind insgesamt 23 Senioren und 16 Arbeitskräfte. Insofern verteilen sich die restlichen infizierten zwei Senioren und vier Arbeitskräfte auf vier weitere Heime. Das Beispiel gibt Anlass zur Hoffnung: Denn obwohl in den vier anderen Heimen Menschen erkrankten, steckten sie keine oder nur wenig andere mit dem Virus an.

Derzeit von der zweiten Welle der Corona-Infektionen am stärksten betroffen: Das Haus Don Bosco. 21 Bewohner sind betroffen. Bild: Andreas Schuler
Derzeit von der zweiten Welle der Corona-Infektionen am stärksten betroffen: Das Haus Don Bosco. 21 Bewohner sind betroffen. | Bild: Schuler, Andreas

Das Traurige jedoch: Drei infizierte Senioren mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Wie sieht es an den Schulen aus?

Das Ellenrieder-Gymnasium ist ebenfalls von der Corona-Pandemie betroffen, wie Direktorin Hanna Schönfeld schreibt: „Wir haben mehr Quarantänefälle und einige Schüler bleiben aus Sorge um Angehörige, die zu Risikogruppen gehören, zu Hause und es gibt erste Krankheitsfälle.“ Eine achte Klasse wird derzeit aufgrund einer infizierten Schülerin zuhause beschult.

Nur beim Essen und Trinken ohne Maske

Hanna Schönfeld weist ausdrücklich auf die nach wie vor bestehende Maskenpflicht hin: „Das gilt weiterhin im gesamten Schulgebäude, auch in den Unterrichtsräumen. Auf dem Schulhof kann auf die Maske verzichtet werden, sofern stets ein ausreichender Abstand von mindestens eineinhalb Meter zu anderen eingehalten wird. Beim Essen und Trinken muss keine Maske getragen werden.“

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Seit Montag kündigt während der Unterrichtszeit ganztägig ein kurzes Tonsignal die Lüftungszeiten an. Fenster und Türen müssen dann für drei Minuten geöffnet werden. Hanna Schönfeld appelliert daher an die Eltern, dass alle Schüler entsprechende Pullover, Jacken oder Decken dabei haben, falls es während der Lüftungsphasen zu kalt wird. Das Essen in der Mensa wird außer für die Klassen fünf und sechs ab sofort auch für die Klassen sieben von Montag bis Donnerstag angeboten. Das Essen muss im Vorfeld bestellt werden.

Brief an die Eltern

Alle Quarantänemaßnahmen, ob angeordnet oder freiwillig, sind der Schule zu melden, heißt es in einem Brief an die Eltern. Im Fall einer als notwendig erachteten Abwesenheit erfolge eine Online-Beschulung mit Teilnahmepflicht. Die Note werde in jedem Fall aus erbrachten Leistungen gebildet. Wenn ein Kind die Schule längerfristig und nach Maßgabe der aktuell gültigen Verordnungen nicht besuchen kann, nimmt der Schüler am Fernunterricht teil und erhält Aufgaben übers Internet über das Programm Moodle. Eine regelmäßige Rückkopplung mit den Lehrern findet statt.

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Dies kann auch über den Einsatz von Videokonferenzen erfolgen. Die Schüler sind in diesem Fall zur Teilnahme am Fernunterricht verpflichtet und somit auch zur Abgabe von eingeforderten Aufgaben.

Fernunterricht und die rechtliche Komponente

Fernunterricht übers Internet hat auch eine rechtliche Komponente. „Wenn vereinzelte Schüler daheim bleiben müssen, dürfen wir keine Übertragungen aus den Klassenzimmern durchführen, auf denen andere Schüler zu hören oder zu sehen sind“, erklärt Hanna Schönfeld. Wenn hingegen ganze Klassen daheim bleiben müssen, ist eine Übertragung aus dem Klassenzimmer kein Problem – sofern der Lehrer dem zustimmt. „Solche Übertragungen könnten verbotenerweise aufgenommen werden. Das ist der Knackpunkt. Es gibt Hinweise aus der Politik, dass sich daran auch nichts ändern wird.“

Humboldt: Steigende Zahl von Schülern in Quarantäne

Wenn sich ganze Klassen oder Jahrgangsstufen im Fernunterricht befinden, findet der Unterricht nach Plan über das Programm Moodle oder über Videokonferenzen statt. Auch in diesem Fall sind die Schüler zur Teilnahme am Fernunterricht verpflichtet. Sind einzelne Schüler krank, nehmen sie nicht am Fernunterricht teil. „Sie sollen sich vor allem erholen“, erklärt Hanna Schönfeld. Unter dem Strich sagt die Direktorin diesen bemerkenswerten Satz: „Wir haben trotz allem sehr viel Glück. Alle sind sehr besonnen und diszipliniert.“

Die Situation im Humboldt-Gymnasium ähnelt der im Ellenrieder. „Auch wir haben eine laufend steigende Zahl von Schülern in Quarantäne“, schildert Direktor Jürgen Kaz. „Dabei handelt es sich über Kinder, deren Oma im Pflegeheim betroffen oder deren Vater eine Kontaktperson ersten Grades ist.“ Jürgen Kaz lobt dieses Vorgehen ausdrücklich: „Damit stellen die Schüler sicher, dass der aufrechterhalten werden kann. Das ist eine sehr kluge Verhaltensweise.“ Rund 20 Schüler seien derzeit in häuslicher Quarantäne.

Auch Jürgen Kaz hebt die Disziplin der Beteiligten in seiner Schule hervor. „Natürlich müssen auch wir hier und da auf die Einhaltung der Maßnahmen hinweisen. Doch es ist beeindruckend, wie besonnen die jungen Menschen mit der Situation umgehen.“