„Restaurant und Biergarten auf Grund von Corona geschlossen.“ Auf der Homepage des Restaurants „Stromeyer – Die Bleiche„ steht das, was viele Menschen vermuten: Der beliebte Treffpunkt im Industriegebiet direkt am Seerhein scheint der Pandemie zum Opfer gefallen zu sein. Auch auf einem Zettel, der an der Eingangstür von innen klebt, ist diese Nachricht zu lesen.

Schwarz auf weiß: Wegen Corona ist das Haus geschlossen.
Schwarz auf weiß: Wegen Corona ist das Haus geschlossen.

Der SÜDKURIER erreicht Inhaberin Liane Hammerer am Freitagmittag per Handy. „Ich bin gerade beim Essen. Rufen Sie bitte in einer halben Stunde zurück.“ Doch danach geht sie nicht mehr ans Telefon, mehrere Anrufe versanden im Nichts. Unter der Festnetznummer meldet sich seit Tagen ein Besetztzeichen.

Liane und Gerd Hammerer tauschten vor vier Jahren das Kleinwalsertal gegen den Bodensee und machten sich mit dem Restaurant „Stromeyer – Die Bleiche“ selbstständig. Nun mussten sie Insolvenz anmelden.
Liane und Gerd Hammerer tauschten vor vier Jahren das Kleinwalsertal gegen den Bodensee und machten sich mit dem Restaurant „Stromeyer – Die Bleiche“ selbstständig. Nun mussten sie Insolvenz anmelden. | Bild: Scherrer, Aurelia

Bei der Suche nach dem Restaurant im Internet erscheint unter den Google-Ergebnissen seit Tagen diese Information: „Öffnungszeiten: Geschlossen. Öffnet um 23:59. Vom Unternehmen vor 6 Tagen aktualisiert.“

Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass das Haus dauerhaft geschlossen ist. Laut seriöser und zuverlässiger Informationen des SÜDKURIER musste Liane Hammerer Insolvenz anmelden. Da die Inhaberin jedoch jeden Kontakt vermeidet, kann sie dies weder bestätigen noch verneinen.

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Anruf beim Besitzer der Immobilie in Pforzheim: Wolfgang Scheidtweiler, ein findiger Multi-Unternehmer, der in Konstanz das Asisi-Panorama am Brückenkopf Nord realisieren möchte, bestätigt das Gerücht: „Ich selbst habe auch erst am 2. Oktober davon erfahren, dass Familie Hammerer Insolvenz angemeldet hat“, erzählt er. „Ich habe mit ihnen telefoniert. Sie sind wohl schon weggezogen und haben ihren ganzen Kruscht mitgenommen.“

„Bei der Gastronomie ist es wie bei Corona: Menschen mit Vorschädigungen erwischt es.“ Wolfgang Scheidtweiler, Besitzer
„Bei der Gastronomie ist es wie bei Corona: Menschen mit Vorschädigungen erwischt es.“ Wolfgang Scheidtweiler, Besitzer | Bild: Rau, Jörg-Peter

Und weiter: „Corona hat ihnen ganz offensichtlich den Hut verrissen. Bei der Gastronomie ist es wie bei Corona: Menschen mit Vorschädigungen erwischt es. Das sind nicht die einzigen, da werden noch einige dazu kommen.“

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Dieter Wäschle, Inhaber des Petershofs und Stellvertretender Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, geht von weiteren Fällen auch in Konstanz aus: „Nun kommen Herbst und Winter und damit die Innengastronomie. Aufgrund von Corona dürfen nur 40 bis 60 Prozent der Kapazität genutzt werden. Das kann durch den erfolgreichen Sommer nicht aufgefangen werden.“

Wolfgang Scheidtweiler weiß um die Attraktivität des Hauses mit der idealen Lage am Seerhein und geht fest davon aus, dass spätestens im Frühling ein neuer Pächter da sein wird.

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„Ich habe bereits zwei, drei Interessenten. Nach gut 21 Jahren muss man an dem Gebäude auch noch etwas machen. Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass wir den Menschen bald wieder ein gutes Angebot präsentieren können.“

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