Es war während des Gebets, als ein noch unbekannter Fahrradfahrer am Freitagabend, 1. Juli, eine merkwürdige Schachtel vor der Synagoge in Konstanz ablegte – und damit einen Großeinsatz der Polizei verursachte.

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Denn wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Konstanz in einer Meldung mitteilt, waren dabei nicht nur zahlreiche Kräfte der örtlichen Polizei, sondern auch das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg und ein Bombenentschärfer im Einsatz. War man anfangs wohl noch von einer größeren Gefahrensituation ausgegangen, war der Inhalt der Schachtel zwar entflammbar, jedoch nicht explosiv: Bei dem Inhalt handelte es sich um handelsübliche Kerzen.

Was war genau geschehen?

Wie die Polizei weiter mitteilt, habe ein Sicherheitsmitarbeiter einen noch unbekannten Radfahrer dabei beobachtet, wie er an einem Fenster des Gebetshauses einen zunächst noch unbekannten Gegenstand ablegte und davonfuhr.

„Aufgrund der unklaren Gefahrensituation wurden die Synagoge und umliegende Gebäude vorsorglich von der Polizei geräumt und eine weiträumige Absperrung veranlasst“, heißt es in der Polizeimeldung. Augenzeugen berichteten dem SÜDKURIER, dass sogar ein Bombenräumroboter vor der Synagoge im Einsatz war. Doch die hinzugezogenen Entschärfer des LKA konnten nach dem Durchleuchten der Schachtel direkt Entwarnung geben, da es sich um ungefährliche Gegenstände handelte. Der Unruhestifter mit dem Fahrrad blieb zunächst unbekannt.

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Doch warum war nun ein Großeinsatz überhaupt nötig? Wie Uwe Vincon, Pressesprecher der Polizei Konstanz, angibt, liege dies maßgeblich am Ort des Geschehens, also der Konstanzer Synagoge, und der unklaren Gefährdungslage. So stehen Synagogen seit diversen Übergriffen gegen jüdische Einrichtungen unter besonderer Beobachtung – auch in Konstanz.

Im Fall einer solchen Gefahrensituation, wie beispielsweise einer möglichen Bombe, würde die Polizei kein Risiko eingehen, und „sämtliche Mechanismen in Gang setzen“, um die Situation aufzuklären; so auch in diesem Fall. Glücklicherweise ging der Einsatz jedoch glimpflich aus.