Es genügt nicht, dass eine Maske Mund und Nase bedeckt, ähnlich wie in der Gastronomie muss der Besucher der Bibliothek auch seine Adresse hinterlassen. Um die Prozedur zu verkürzen, fotografieren Mitarbeiter der Stadtbibliothek den Leseausweis, wenn der Besucher ihn dabei hat. Ansonsten müssen Gäste einen Zettel ausfüllen. Doch das ist noch nicht alles.

„Wir haben leider noch viele Restriktionen. Man kann nicht ungestört so lange bleiben, wie man will“, sagt Bibliotheksleiterin Ulrike Horn. Besucher sind aufgefordert, sich maximal 30 Minuten in den Räumen der Bücherei aufzuhalten. Auf diese Weise wolle das Team verhindern, dass es zu voll und zu eng wird. Jeder solle die Möglichkeit haben, den Sicherheitsabstand von rund zwei Metern einzuhalten, bekräftigt Ulrike Horn.

Rückgabe von Büchern muss nun anders laufen

Im Lesesaal der Bücherei sind vier Plätze wieder geöffnet, an denen sich mit Abstand sitzen lässt, doch so richtig gemütlich einrichten dürfen sich die Besucher derzeit nicht. Wer die PC-Plätze nutzen möchte, könne derzeit nur per Münzeinwurf bezahlen, sagt die Chefin der Bibliothek. Man versuche, den Kontakt mit Bargeld als mögliche Quelle für eine Infektion zu verringern. Auch die Buch-Rückgabe wurde verändert, um Ansteckungsrisiken auszuschließen.

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Ein ausgeliehenes Buch soll nicht mehr am Schalter, sondern an der Buchklappe zurückgegeben werden, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht. Mit diesem Kniff versuche das Team, einem Gedränge an den Schaltern im Foyer vorzubeugen, sagt Ulrike Horn. Zudem komme jedes zurückgegebene Buch einen Tag lang in Quarantäne. Für Nutzer der Bibliothek, die dort möglichst wenigen anderen Menschen begegnen wollen, hat Ulrike Horn einen Tipp: Sie sollten den Dienstag meiden. Denn an diesem Tag kämen die meisten Besucher.

Ausleihzahlen sind um etwa ein Drittel gesunken

Karin Kuberczyk gehört seit Jahren zu den Stammgästen in der Bibliothek. Und ist im momentan nicht wirklich glücklich, wenn sie hier ist. Das Tragen der Maske in dem von ihr geschätzten Kulturraum erlebe sie als irritierend und befremdlich, sagt sie. Andere kommen offenbar gar nicht erst her. Bibliotheksleiterin Ulrike Horn berichtet mit Blick auf die Statistik: Die Ausleihzahlen bewegen sich noch gut 30 Prozent unter dem Niveau der Zeit vor der Corona-Krise. Sie vermutet, dass manche Menschen noch ungern in die Innenstadt gehen.

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Doch auch, wer lieber daheim bleiben will, muss nicht aufs Leihbuch verzichten. Ein schon zu Beginn der Pandemie entwickelter Service macht dies möglich: Wer einen Bibliotheksausweis hat, kann sich bis zu zehn Bücher per Fahrradkurier liefern lassen. Die Kosten liegen bei vier Euro und werden über das Konto der Bibliothek abgerechnet. Anfangs habe das Team der Stadtbibliothek bis zu 400 Bücher am Tag selbst ausgefahren, sagt Ulrike Horn.

Die digitalen Angebote werden stärker genutzt

Wenn der Kunde derzeit nicht so gern in die Bibliothek kommt, dann kommen halt die Bücher zum Kunden: Diese Idee steht auch hinter der Ferienaktion Bilderbuch-Picknick für Mütter mit kleinen Kindern am Hörnle, die noch bis 3. September in Kooperation mit dem Startpunkt Königsbau läuft. Heute und am nächsten Donnerstag ab 10 Uhr liest Gisela Zenker, Leiterin der Kinderbibliothek Konstanz, den Kindern ein interessantes Bilderbuch vor, gibt ihnen Tipps und bringt einen Korb mit einer Auswahl an Bilderbüchern mit.

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Wer auch die kostenfreien Digitalangebote der Bibliothek nutzt, kann sich über eine Ausweitung des Angebots freuen. Dies gilt nach Angaben Ulrike Horns sowohl für den Streaming-Dienst für Musik als auch für den für Arthouse- und Kinofilme. Auch die Ausleihe elektronischer Bücher habe seit Beginn der Krise zugenommen.