Die Blicke der Autofahrer, die an diesem Nachmittag ins Parkhaus Marktstätte in der Dammgasse fahren, geben eine gewisse Verwunderung wider. „Keine Ahnung, warum diese Kamera dort steht“, sagt ein Mann, dessen Wagen Ravensburger Kennzeichen trägt. „Vielleicht wollen die Badener ja zählen, wie viele Schwaben hierher kommen“, fügt er mit einem Lachen hinzu.

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Klein, aber nicht zu übersehen: Die Kamera im Bereich der Einfahrt.
Klein, aber nicht zu übersehen: Die Kamera im Bereich der Einfahrt. | Bild: Schuler, Andreas

Als er erfährt, dass mit diesem Gerät bald die Nummernschilder der einfahrenden Autos aufgenommen werden, ist es vorbei mit dem Humor. „Ehrlich?“, fragt er. „Und was ist mit den Daten, die mit den Kennzeichen gewonnen werden können?“ Der Mann, der an diesem Tag die Parkhausaufsicht hat, berichtet von mehreren Menschen, die ihm dieselbe Frage gestellt haben.

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Kennzeichen und Uhrzeit werden gespeichert

Ein Anruf bei der Gateway Parking Management GmbH, vertreten durch die Hausverwaltung Ostendorf in Kempten im Allgäu: Alexander Ostendorf ist der Geschäftsführer des Unternehmens, das als Pächter des Parkhauses aufgeführt wird. „Das Nummernschild des jeweiligen Autos wird bei der Einfahrt gescannt“, erklärt er. „Dazu kommt die Uhrzeit. Wenn das Auto das Parkhaus wieder verlässt, werden die Daten gelöscht.“

Das Hinweisschild am Fenster der Parkhausaufsicht.
Das Hinweisschild am Fenster der Parkhausaufsicht. | Bild: Schuler, Andreas

Ziel: Parken ohne Tickets

Und wozu das Ganze? „Irgendwann soll es keine Tickets mehr geben. Man geht dann einfach an den Automaten, gibt sein Kennzeichen ein und zahlt.“ Für viele Kunden sei dieser Vorgang Neuland. „Daher sind die Fragen verständlich. Wir haben eine Genehmigung der Datenschutzbehörde erhalten. Es werden keine Personaldaten erhoben.“ An Flughäfen oder Campingplätzen seien solche Scanner bereits weit verbreitet.

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Ein weiterer Grund für die Einrichtung: Mehrmals im Jahr werden Autos über einen längeren Zeitraum geparkt. Dann kommt der Besitzer, beteuert, den Parkschein verloren zu haben, und zahlt die Verlustpauschale von 20 Euro – anstatt die Gebühren über mehrere Wochen. Das soll in Zukunft verhindert werden, wenn man exakt nachvollziehen kann, wann jedes Auto eingefahren ist. Wann die Anlage in Betrieb gehen wird, ist allerdings noch unklar. „Das Gehäuse steht zwar, aber das wird bestimmt noch ein paar Wochen dauern“, so Ostendorf.